VW will Autoverkehr mit Schwarmdaten sicherer machen

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Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 3 min

Die Volkswagen Group will die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer in Europa weiter erhöhen. Nach erfolgreichen Erfahrungen in Deutschland erweitert der Konzern sein Programm zur Nutzung von Sensor- und Bilddaten aus Kundenfahrzeugen nun auf rund 40 europäische Länder. Ziel ist es, Fahrerassistenzsysteme und automatisierte Fahrfunktionen mit Daten aus realen Verkehrssituationen kontinuierlich zu optimieren, so VW in einer aktuellen Mitteilung.

Kunden können von den dadurch erfolgenden Verbesserungen per Software-Aktualisierung im Fahrzeug profitieren. Die fortlaufend verbesserten Fahrfunktionen erhöhen demnach den Fahrkomfort und tragen positiv zur allgemeinen Verkehrssicherheit bei. Voraussetzung ist das Einverständnis der Kunden – unter Einhaltung aller datenschutzrechtlichen Vorgaben, wie VW betont. Der Start soll ab Januar zunächst mit Modellen der Marke Volkswagen Pkw erfolgen, dann schließen sich Volkswagen Nutzfahrzeuge, Audi, Cupra, Škoda und Porsche an.

Die große Fahrzeugflotte aus der Volkswagen Group trage schon heute zur Erhöhung der allgemeinen Verkehrssicherheit bei. Unter anderem generieren die Fahrzeuge mithilfe anonymisierter Schwarmdaten hochauflösende Karten. Das hilft Fahrzeugen beispielsweise bei der Spurführung auf Straßen ohne Fahrbahnmarkierung. Möglich sind auch präzise Fahrhinweise und Gefahreninformationen, die beispielsweise durch lokales Wetter eingegrenzt werden. Diese „Weisheit der Vielen“ macht den Straßenverkehr bereits heute für alle sicherer.

Um Fahrerassistenzsysteme kontinuierlich zu optimieren, wollen die Entwickler nunmehr auch Daten aus realen Fahrsituationen nutzen. Sie sind deutlich praxisnäher als Tests mit Prototypen oder Simulationen. Das Ziel: Die Assistenzfunktionen so zu gestalten, dass sie von Kunden als wirksam empfunden und idealerweise dauerhaft aktiviert werden. Denn aktive Systeme erhöhen die Sicherheit nicht nur für die Fahrenden selbst, sondern auch für alle Verkehrsteilnehmer in ihrer Umgebung.

Konkrete Datenübertragung in besonderen Situationen

Für ihre Arbeit konzentrieren sich die Entwickler auf besondere Situationen, in denen Fahrerassistenzsysteme besonders nützlich sind. Das können Verkehrssituationen mit Radfahrern und Fußgängern sein, etwa im Kreuzungsverkehr an einer Grundschule, oder auch belebte, unübersichtliche Supermarkt-Parkplätze.

Auslöser für die Datenübertragung können der Notbremsassistent, manuelle Vollbremsungen und plötzliche Ausweichmanöver sein. So sind bestimmte Sensor-, Funktions- und Bilddaten besonders relevant. Hierzu zählen Kamerabilder der Fahrzeugumgebung und Detektionsergebnisse der Umfeldsensorik, ebenso die Fahrtrichtung, Geschwindigkeit und Lenkwinkel. Informationen zu Wetter, Sicht- und Lichtbedingungen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Ein exemplarisches Beispiel: Das Fahrzeug soll Bewegungen an Zebrastreifen und Bürgersteigen bestmöglich analysieren. Erkennt die Kamera Passantenbewegungen in Richtung Straße – etwa von spielenden Kindern – kann das Fahrzeug präventiv Bremsdruck aufbauen, um im Notfall noch schneller abbremsen zu können.

Eine dauerhafte Datenübertragung zu diesem Zweck finde nicht statt, so VW. Die Zustimmung der Kunden sei die grundlegende Voraussetzung für die Übertragung und Verarbeitung der Daten. Diese Zustimmung könne über verschiedene Wege erfolgen und werde von den Marken individuell ausgestaltet, zum Beispiel als Option im eigenen Kundenprofil. Diese Einwilligung könne auch jederzeit widerrufen werden.

Datenübertragung kann auch Fußgänger und Radfahrer betreffen

Die Datenerfassung und -übertragung kann auch andere Fahrzeuge oder Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer aus dem direkten Umfeld betreffen. Das ist wichtig, da kamerabasierte Systeme Objekte bzw. Menschen auch unter widrigen Bedingungen optisch eindeutig klassifizieren und komplexe Verkehrssituationen korrekt bewerten müssen. Dabei seien ebenfalls alle datenschutzrechtlichen Vorgaben beachtet. Individuelle Informationen über die Personen im Verkehrsumfeld seien nicht relevant.

Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung vom 15.01.2026

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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