Volkswagen bietet Elektroautos jetzt auch im Abo an

Volkswagen bietet Elektroautos jetzt auch im Abo an
Copyright:

VW

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Volkswagen kommt bei der Digitalisierung des Vertriebs und dem Aufbau neuer Geschäftsmodelle voran: Anfang September startete das Volkswagen AutoAbo in Deutschland. Kunden können die vollelektrischen Bestseller ID.3 und ID.4 jetzt auch abonnieren – den ID.3 gibt es ab monatlich 499 Euro, umgerechnet gut 17 Euro pro Tag. „Damit erreichen wir einen wichtigen Meilenstein beim Geschäftsmodell 2.0 und treiben mit unserer Strategie ACCELERATE den Wandel vom reinen Fahrzeughersteller zum Mobilitätsanbieter weiter schnell und konsequent voran“, so Klaus Zellmer, Vorstand für Vertrieb und Marketing bei Volkswagen.

Gegen Ende 2021 startet Volkswagen zudem in Deutschland sein Angebot für Online-Leasing und Online-Sales – zunächst im Agentur-Vertrieb für die ID.-Familie, danach wird die Plattform als Marktplatz auch für den Handel zur Verfügung stehen, um Verbrenner wie auch Hybridfahrzeuge anzubieten.

Die Zahl der Menschen wächst, die ein Fahrzeug nicht unbedingt dauerhaft besitzen, es jedoch für einen definierten Zeitraum exklusiv nutzen möchten. Für sie haben wir mit dem Volkswagen AutoAbo jetzt ein neues, flexibles Angebot zwischen Leasing und Sharing entwickelt“, so Zellmer. „Wir schätzen, dass bis 2030 rund 20 Prozent unserer Umsätze aus Abos und anderen kurzzeitigen Mobilitätsangeboten stammen könnten.

Volkswagen will für das AutoAbo in den kommenden Monaten mehr als 2000 „junge Gebrauchte“ zur Verfügung stellen. Damit entsteht eines der größten Abo-Angebote in Deutschland. Kunden können zwischen dem ID.3 und dem ID.4 wählen – also ausschließlich vollelektrischen Fahrzeugen. Volkswagen will damit ein weiteres Zeichen auf seinem „Way to Zero“ setzen und sein Angebot nachhaltiger Mobilität für alle erweitern. Das Abo wurde gemeinsam mit Volkswagen Financial Services konzipiert, die als Entwicklungscenter für Auto-Abos der Marken des Konzerns agieren.

Handel soll fest eingebunden werden

Das AutoAbo gibt es entweder ab drei oder ab sechs Monaten Mindestlaufzeit, danach ist es für die Kunden jederzeit flexibel kündbar. In dem Vertrag ist alles inklusive, außer die Kosten für den Strom. Konkret bedeutet das: 800 Freikilometer pro Monat, Full-Service mit Zulassung, Hauptuntersuchung, Wartung, Inspektionen, Versicherungen und Steuern. Als Angebot zum Start kann der Kunde das Fahrzeug mit Vorlauf von 14 Tagen an seinen Wunschstandort liefern und auch wieder abholen lassen. Künftig ist zudem eine Auslieferung über die Handelsorganisation geplant.

Der Handel ist beispielsweise bei Wartung und Reparatur von Anfang an in das Abo-Modell integriert und soll sukzessive noch intensiver eingebunden werden, um auch in diesem Bereich das Gesicht der Marke Volkswagen zum Kunden werden. Zu einem späteren Zeitpunkt ist beispielsweise geplant, dass Kunden ihre Abos auch direkt beim Händler abschließen können. „Wir werden die Vorteile unseres starken Handelsnetzes voll ausspielen“, so Zellmer.

Online-Leasing und -Verkauf starten Ende 2021

Zugleich kommt das Unternehmen schnell voran, im Rahmen von ACCELERATE seinen Vertriebskanälen einen weiteren starken Digitalisierungsschub zu geben: Volkswagen will wenige Monate nach Start des AutoAbos auch Leasing und Verkaufsabschlüsse online anbieten – zunächst für Modelle der ID. Familie und danach auch für neue und gebrauchte Bestandsfahrzeuge aller Antriebsarten. Händler und deren Fahrzeuge sollen voll in den zentralen digitalen Marktplatz von Volkswagen www.autosuche.de integriert werden.

Der Autohersteller will auf diese Weise einen größeren Kundenkreis ansprechen und zusätzliche Umsätze generieren. „Dem veränderten Kaufverhalten der Kunden tragen wir so Rechnung – der Kunde kann flexibel wählen zwischen Vertragsabschluss im Autohaus oder online. In jedem Fall brauchen wir einen starken Online-Auftritt zusammen mit großer Kundennähe und lokaler Präsenz über den Handel, denn eine starke Marke basiert auf einem Versprechen und Vertrauen“, so Zellmer. Der Handel bleibt auch beim Online-Kauf ein wichtiger Partner: So geben Kunden im Netz den Händler Ihrer Wahl für Beratung, Service oder Auslieferung an – und dieser erhält dieselbe Provision wie im Falle einer Bestellung direkt beim Handelspartner.

Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung vom 01.09.2021

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Nachhaltiger Verkehr als Schlüssel für Afrikas Wohlstand

Nachhaltiger Verkehr als Schlüssel für Afrikas Wohlstand

Michael Neißendorfer  —  

Expertinnen und Experten von 50 Organisationen aus Afrika gestalten Strategien für ein zukunftsfähiges Verkehrssystem.

Studie: Management-Arroganz treibt Niedergang der Autobranche

Studie: Management-Arroganz treibt Niedergang der Autobranche

Michael Neißendorfer  —  

In Bezug auf die Aussichten der deutschen Automobilindustrie geben sich mehr als 500 Manager alles in allem recht pessimistisch.

Wegen guter E-Auto-Absätze: Kfz-Gewerbe korrigiert Prognose

Wegen guter E-Auto-Absätze: Kfz-Gewerbe korrigiert Prognose

Tobias Stahl  —  

Der ZDK rechnet für 2026 mit einem spürbaren Wachstum bei Elektroautos. Die Gesamtlage im Kfz-Gewerbe bleibt aber dennoch angespannt.

TUM-Analyse zur Nachhaltigkeit von E-Autos sorgt für Debatte

TUM-Analyse zur Nachhaltigkeit von E-Autos sorgt für Debatte

Tobias Stahl  —  

Laut einer TUM-Analyse sind E-Autos nicht so nachhaltig wie oft angenommen. Die Studie ist noch nicht veröffentlicht – doch sorgt schon jetzt für Diskussionen.

Deutsche Autobauer fordern härteren Kurs gegen China

Deutsche Autobauer fordern härteren Kurs gegen China

Tobias Stahl  —  

Jahrelang stemmte sich vor allem die deutsche Autoindustrie gegen China-Zölle – doch angesichts wachsender Marktanteile überdenken Autobauer nun ihre Haltung.

Festkörperbatterie: Warnung an US- und EU-Hersteller

Festkörperbatterie: Warnung an US- und EU-Hersteller

Sebastian Henßler  —  

Laut Factorial-Chefin Siyu Huang müssen US-amerikanische und europäische Hersteller jetzt handeln, um im Wettlauf um Festkörperbatterien nicht zurückzufallen.

Deutschlands Zulieferer verlieren weiter gegen Konkurrenz aus China

Deutschlands Zulieferer verlieren weiter gegen Konkurrenz aus China

Michael Neißendorfer  —  

Die deutschen Automobilzulieferer stecken tiefer in der Krise als bislang vielen bewusst war. Wie es wieder Aufwärts gehen kann.