Der vietnamesische Hersteller VinFast will laut einem Bericht von Reuters seine Strategie für den indischen Markt ändern, nachdem das Unternehmen kürzlich erklärt hatte, die Pläne zur Produktion seiner globalen Modelle in Indien auszusetzen. Laut dem Bericht, in dem sich Reuters auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Quellen beruft, will VinFast zwei neue Elektro-Modelle speziell für den indischen Markt entwickeln.
Im vergangenen Jahr hatte VinFast ein Werk in Indien eröffnet, das zugleich die erste Produktionsstätte des Unternehmens außerhalb der Heimat Vietnam darstellt. In Indien sieht der angeschlagene Autobauer Wachstumspotenzial, vor allem, nachdem er in den USA und Europa nicht die nötige Marktpräsenz erreichen konnte.
Das Unternehmen hat zugesagt, insgesamt zwei Milliarden US-Dollar in Indien zu investieren, und den dortigen Standort zu einer regionalen Produktionsbasis auszubauen, von wo aus es Südasien, den Nahen Osten und Afrika beliefert. Während VinFast zuvor versucht hatte, bestehende Fahrzeuge für den indischen Markt anzupassen, soll der Hersteller nun bereits erste Gespräche mit Zulieferern in Indien über die beiden neuen Modelle geführt haben, die die internen Codenamen VF X und VF Y tragen.
Die Quellen verwiesen darauf, dass die Gespräche sich noch in der Anfangsphase befänden und dass die Pläne für das Fahrzeug sich noch ändern könnten. Ein Sprecher von VinFast lehnte eine Stellungnahme ab und teilte mit, dass Informationen zu neuen Produkten „zu gegebener Zeit“ bekanntgegeben würden.
Zusammenarbeit mit indischen Zulieferern
Aktuell bietet VinFast mit dem VF 6 und dem VF 7 zwei Modelle in Indien an, die es – zusammen mit dem VF 3 – auch im dortigen Werk produzieren wollte. Anfang Juli hatte der Hersteller diese Pläne auf Eis gelegt, weil er laut Reuters die Kosten nicht weit genug hätte senken können, um die Autos zu den anvisierten Preisen zu verkaufen. Der VF 6 und der VF 7, die als Bausätze aus Vietnam importiert werden, sollen laut VinFast weiterhin in Indien montiert werden.
Laut den Quellen will der vietnamesische Hersteller von Anfang an indische Zulieferer in die Entwicklung der beiden neuen Modelle miteinbeziehen, um bereits in der Anfangsphase Kosten und Preisgestaltung abzuklären. Gleichzeitig will Vinfast nicht alles von Grund auf neu entwickeln, sondern durch die Zusammenarbeit mit den Zulieferern vor Ort auf bestehende Komponenten und Werkzeuge zurückgreifen, wie eine der Quellen erklärte.
Erschwingliches SUV geplant
Geplant sei ein kompaktes, erschwingliches Modell, das kleiner als das Crossover-SUV VF 6, aber etwas größer als das zweitürige SUV VF 3 sein soll. Die Herausforderung besteht laut einer Quelle darin, ein Gleichgewicht zwischen der Größe des neuen Elektroautos mit der internen Bezeichnung VF X und seinen Kosten zu finden. VinFast strebe dabei einen Preis unter 12.000 US-Dollar (ca. 10.300 Euro) an, was in etwa dem Preis entspricht, zu dem der VF 3 in Vietnam angeboten wird, der dort zu den erschwinglicheren Modellen gehört.
Der Markt für Elektroautos, der aktuell 7 Prozent des Gesamtabsatzes in Indien ausmacht, ist seit den steigenden Benzinkosten durch den Iran-Krieg gewachsen. Die Regierung will diesen Anteil bis 2030 auf 30 Prozent steigern. Autos unter 12.000 Dollar stellen dabei eines der größten Segmente für Elektroautos dar, das bisher von dem heimischen Automobilhersteller Tata Motors angeführt wird und nach Einschätzung von Reuters am schwersten zu erschließen sein wird.
Quelle: Reuters – VinFast plans to develop two India-specific EVs in strategy shift, sources say








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