VDA: Förderung für Laden in Mietwohnungen reicht nicht

VDA: Förderung für Laden in Mietwohnungen reicht nicht
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Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 2 min

Wer in einer Mietwohnung oder Eigentümergemeinschaft lebt, hat es beim Laden eines E-Autos nach wie vor deutlich schwerer als Eigenheimbesitzer:innen. Rund 40 Prozent aller Haushalte in Deutschland verfügen über keinen eigenen Stellplatz und sind vollständig auf öffentliches Laden oder Angebote am Arbeitsplatz angewiesen. Weitere 30 Prozent leben zwar in Mehrparteienhäusern mit eigenem Stellplatz, stoßen dort aber auf strukturelle Hürden – von unzureichender Netzkapazität über hohe Installationskosten bis hin zur notwendigen Zustimmung der Eigentümergemeinschaft.

Ein neues Förderprogramm des Bundesverkehrsministeriums soll genau an dieser Lücke ansetzen. Das Programm „Ladeinfrastruktur in und an Mehrparteienhäusern“ unterstützt insbesondere die Vorverkabelung und die Ertüchtigung von Hausanschlüssen, um die technischen Grundlagen für einen wirtschaftlichen Ausbau zu schaffen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) begrüßt den Vorstoß ausdrücklich: „Der bedarfsgerechte Ausbau der Ladeinfrastruktur ist entscheidend für den Erfolg des Hochlaufs der E-Mobilität“, heißt es in einer Stellungnahme. Die Menschen bräuchten die Gewissheit, überall und jederzeit unkompliziert laden zu können.

Dass Handlungsbedarf besteht, zeigt auch ein Blick auf die Verteilung der bisherigen Ladeinfrastruktur. Rund drei Viertel aller E-Auto-Besitzer:innen wohnen derzeit im eigenen Haus, während nur etwa ein Viertel zur Miete oder in einer selbst genutzten Eigentumswohnung lebt. Soll sich die Elektromobilität in der breiten Gesellschaft durchsetzen, muss das Laden auch dort funktionieren, wo es heute noch die Ausnahme ist.

Hinzu kommt ein Baustein, der über die reine Grundversorgung hinausgeht. Erstmals ist im Förderprogramm ein Investitionszuschuss für bidirektionales Laden ausgestaltet, der bereits im Masterplan Ladeinfrastruktur 2030 angelegt war. Die Förderung soll die Mehrkosten bidirektionaler Ladevorrichtungen abdecken und damit eine Technologie attraktiver machen, die perspektivisch eine zentrale Rolle im Zusammenspiel von E-Auto und Stromnetz spielen könnte.

Fördermittel reichen nur für einen Bruchteil

Trotz der positiven Signale bleibt die Reichweite des Programms begrenzt. Mit dem vorgesehenen Volumen lässt sich nach Einschätzung des VDA nur ein Bruchteil der bestehenden Stellplätze elektrifizieren. Der Verband fordert daher zusätzliche regulatorische Impulse – allen voran eine zügige und ambitionierte Umsetzung der europäischen Gebäuderichtlinie (EPBD), die als zentraler Hebel für den Ausbau in Mehrparteienhäusern gilt.

Auch beim öffentlichen Laden bestehen weiterhin erhebliche Lücken. In rund 31 Prozent der Gemeinden gibt es bislang keinen einzigen öffentlichen Ladepunkt, fast zwei Drittel verfügen über keinen Schnellladepunkt. Neben dem Infrastrukturausbau betont der VDA die Notwendigkeit bezahlbarer Ladestrompreise sowie die Erweiterung und Modernisierung der Stromnetze. Besonders Politik und Energiewirtschaft stünden hier vor entscheidenden Aufgaben.

Quelle: VDA – Pressemitteilung

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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