VDA: „Förderstopp bei Plug-in-Hybriden verspielt Verbrauchervertrauen“

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Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 2 min

Die Präsidentin des Verbands der deutschen Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, sieht Plug-in-Hybride als einen Wegbereiter für die Elektromobilität. Und kritisiert das Vorhaben der Regierung, die Anschaffung eines Teilzeitstromers ab dem kommenden Jahr nicht mehr finanziell zu fördern: „Die Überlegungen die Förderung für Plug-in Hybride auslaufen zu lassen, gefährdet in einer ohnehin angespannten Zeit den Hochlauf der E-Mobilität und ignoriert die Lebenswirklichkeiten der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland“, wird Müller in einer aktuellen Mitteilung des Verbands zitiert.

Mit Blick auf eine noch immer vollkommen unzureichend ausgebaute Ladeinfrastruktur, dienen Plug-in-Hybride als Wegbereiter und bilden einen zentralen Baustein zur Vertrauensbildung beim Umstieg auf die Elektromobilität“, sagt die VDA-Präsidentin. Reichweitenangst bei Langstreckenfahrten sei mit einem Plug-in-Hybrid nicht zu befürchten. Müller findet, dass Plug-in-Hybride in Verbindung mit der Nutzung von alternativen Kraftstoffen ein elementarer Bestandteil des Antriebsportfolios der Zukunft sein können.

Die Autoindustrie habe bereits konstruktive Vorschläge zur Weiterentwicklung der Förderungen unterbreitet und sehe noch intensiven Diskussionsbedarf zur Zukunft möglicher Förderinstrumente. „Die aktuellen Überlegungen umzusetzen, wäre eine Entscheidung gegen die Verbraucher, gegen den Hochlauf der E-Mobilität und letztlich gegen den Standort Deutschland“, so Müller. Grundsätzlich gelte, dass alles unternommen werden müsse, damit die E-Mobilität auf dem Weg zum Massenprodukt nicht ausgebremst wird. 15 Millionen Fahrzeuge bis 2030, wie im Koalitionsvertrag angestrebt, seien ein sehr ambitioniertes Ziel und Kaufprämien des Staates ein wichtiger Anreiz, um Menschen zum Einstieg in die E-Mobilität zu motivieren und ihn zu erleichtern. Dass die Prämie für E-Autos wirkt, zeige sich in den Absatzzahlen.

Dass die Auszahlung der Prämien zudem weiterhin an das Datum der Zulassung des Fahrzeugs gebunden sein soll, sei eine weitere Entscheidung gegen die Verbraucherinnen und Verbraucher, so Müller weiter. Bei einer so grundlegenden Frage der Investitionsentscheidung sei Planungssicherheit entscheidend. „Es ist nicht zumutbar, dass durch eine mögliche spätere Auslieferung – auch in Folge der Entwicklungen durch den Krieg in der Ukraine – das Risiko in Kauf genommen werden muss, mehrere tausend Euro zusätzlich aufbringen zu müssen“, sagt die VDA-Präsidentin. „Viele Menschen werden so vom Einstieg in die E-Mobilität abgeschreckt, Vertrauen geht verloren. Das Ziel von 15 Millionen E-Autos bis 2030 sollte keine unerreichbare politische Wunschvorstellung sein, sondern mit konkreten Maßnahmen und Instrumenten auch von der Politik unterstützt werden.“

Quelle: VDA – Pressemitteilung vom 14.04.2022

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Alo:

Verstehe nicht, warum Frau Müller sich so aufregt. Die Auto Lobby hat es doch wieder einmal geschafft den E-Autofahrer dahingehend zu verarschen, daß ein BEV Käufer 6.000,- Förderung kassiert, ein HBEV Käufer aber wahnsinnige 6.750,- für eine Reichweite von lächerlichen 50km. Würde man hier Gerechtigkeit walten lassen, dürften Hybride Fahrer nur ca. 1.000,- Euro Förderung erhalten. Aber am Ende wären das 1.000,-Euro zu viel, weil ich der Meinung bin, daß man Verbrenner-Stinker nicht fördert. Mit diesem verschwendeten Geld könnte man wichtigere Umweldprojekte finanzieren

Matthias Geiger:

Die Automobilindustrie hat selbst bei den PHEV dazu beigetragen, dass die Förderung in der Diskussion steht. Mit rein elektrischen Reichweiten von anfänglich 30-40 km und nur unter Zwang später mit 50-60 km und Ladeleistungen von 2,8 kW (Audi A3) haben sie sich ins eigene Fleisch geschnitten. Auch die 15.000 km Inspektionen sind hier nicht zielführend. Nur die C-Klasse hat jetzt vernünftige e-Reichweiten. Hätte die Automobilindustrie die PHEV gleich mit 100 km WLTP-Reichweite ausgestattet und Ladeleistungen mit TYP2 und CCS mit 11kW ausgestattet hätten wir diese Diskussion nicht. Selbst schuld. Die Gier insbesondere bei den SUV’s auf schnellen Profit war daran Schuld. Jetzt sollte der Gesetzgeber die 100 km (WLTP) und CCS Schnellladen für PHEV vorschreiben, dann wird der Anteil des elektrischen Fahrens bei den PHEV sprunghaft steigen. Eine 40.000 – 45.000 Euro Obergrenze für die PHEV Förderung sollte eingeführt werden, damit die SUV’s und die Luxusautos raus fallen.

brainDotExe:

Abgesehen vom Preis steht das Model S aber nicht in Konkurrenz zur S Klasse, eher zur E Klasse.

Aber auch hier, die Entwicklung hätte 2012 noch keiner vorhersehen können.

brainDotExe:

Die wenigsten kaufen aber pragmatisch sondern emotional. Man kauft ja effektiv nicht nur ein Auto, sondern auch ein Image.

Es wird immer zuerst bei der eigenen Marke geschaut. Nur wenn es da absolut nicht passt wird gewechselt.

Da den allermeisten Käufern die Art des Antriebs relativ egal ist, wird dann halt eben ein Mercedes Verbrenner statt einem PHEV gekauft.

Nick888:

wer lädt denn wegen nur 100 km an einer öffentlichen Ladesäule? Das lohnt sich doch überhaupt nicht. PHEV ohne Wallbox zu Hause oder bei der Arbeit macht wenig Sinn

Dittmar Krauss:

Ja, die Plugin-Förderung sollte auf neue Beine gestellt werden.
So sollten die BEV- Kilometer nach und nach angehoben werden auf 100 km, 150km und mehr. Gleichzeitig sollte der Tank verkleinert werden.
Plugin kann für viele Menschen, die keine Lademöglichkeit zuhause haben eine sehr sinnvolle Übergangslösung sein und sollte mehr in Richtung Rangeextender weiter entwickelt werden. Herr Habeck denken Sie nochmals nach.

Nick888:

PHEVs braucht man wegen fehlender Ladeinfrastruktur?

Nö, denn wer nicht zu Hause laden kann dem bringt ein PHEV wenig, und wer zu Hause laden kann, der kommt auch mit einem EV sehr gut klar (außer er fährt fast nur Langstrecke, aber dann macht ein PHEV ebenso keihen Sinn )

panibodo:

Das mag ja richtig sein, aber wir E-Auto Fahrer machen das doch genauso. Wir haben unser Auto seit 16 Monaten wenige Hundert Meter vor unserer Haustür kostenlos bezapft (leider hat das E-Werk jetzt wie erwartet auf die Strompreisentwicklung reagiert…). Damit haben sich die Autos da unten natürlich geknubbelt, vor allem Teslas . Ich unterstelle mal, dass wir alle über eine App den SOC unserer Akkus ermitteln können- Fakt ist, dass die Autos sich da unten die Reifen platt stehen.
Der Zugang zu den beiden Zapfstellen ist außerdem durch Absperrketten so saudumm gestaltet, dass man immer wieder um sch… Egoisten rumjonglieren muss, bis man sein Auto so parken kann, dass der Dummsteher wieder ‚rauskommt‘ nach dem Laden. Nein, es sind nicht nur die Plug-in-Hybridler, die uns ärgern. Wir, die wir der bewährten Lebensphilosophie anhängen „Jeder denkt an sich, nur ich denk‘ an mich“ können das alle.

Robert:

ja von wegen schon das neueste Youtube video von Julian & Steve (früher IGEMBB) gesehen
dort wird gezeigt das sich der Akku ganz problemlos mit dem Verbrennungsmotor geladen und dann kann elektrisch gefahren werden. für mich ist das Agasbetrug 2.0 es ist sicher nicht im Sinne der förderung wenn die Akkus mit Benzin oder Diesel geladen werden statt mit elektrischen Öko-Strom
deshalb weg mit der unsinnigen förderung die nur Steuerverschwendung ist lieber das Geld für billigern Strom nutzen dann haben alles was davon auch Haushalte die kein E-Auto sich leisten können

Robert:

gerade wegen der unzureichenden ausbau der ladesäulen sollten Plug-in Hybride nicht gefördert werde, da sie völlig unnötig die ladsäulen blockieren mit ihren schnarchladern

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