Kaufprämie für Plug-in-Hybride soll Ende 2022 auslaufen

Kaufprämie für Plug-in-Hybride soll Ende 2022 auslaufen
Copyright:

tomas devera photo / Shutterstock.com

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Käufer:innen von Plug-in-Hybriden sollen ab 2023 keine Kaufprämie mehr erhalten: „Plug-In-Hybride sind unserer Meinung nach marktgängig und brauchen keine öffentliche Förderung mehr“, sagte Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) der Westfälischen Rundschau. Die Umweltbonus genannte Förderung soll sich stärker auf den Klimaschutz ausrichten, weshalb nur noch reine Elektroautos bezuschusst werden sollen.

Geplant sei zudem eine schrittweise Senkung der Fördersumme. Aktuell erhalten Käufer:innen von reinen Elektroautos bei einem Kaufpreis von weniger als 40.000 Euro einen Zuschuss von 9000 Euro, davon 6000 Euro vom Bund und 3000 Euro vom Hersteller. Nach Angaben des Ministeriums werde die entsprechende Förderrichtlinie nun abgeändert. Im Entwurf der neuen Richtlinie sei vorgesehen, dass der Bund ab 2023 nur noch 4000 Euro zusteuert, 2024 und 2025 soll der Förderbetrag abermals sinken, auf 3000 Euro.

Die Kaufprämie sei dennoch „immer noch auf hohem Niveau und damit für Verbraucherinnen und Verbraucher interessant, auch weil die Industrie noch einmal 50 Prozent drauflegt“, sagte Habeck. Nicht rütteln wolle man – trotz vielfacher Kritik mehrerer Hersteller und Verbände – an der Maßgabe, wonach der Zulassungszeitpunkt das relevante Datum für die Bewilligung der Förderung ist. „Wir haben das erörtert, müssen aber bei dabei bleiben, dass die Kraftfahrzeugzulassung der relevante Zeitpunkt bleiben muss“, sagte der Grünen-Politiker.

Würde der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zählen und nicht das Datum der Zulassung, sei die Anfälligkeit für Missbrauch zu hoch, begründet der Wirtschaftsminister diese Entscheidung. Habeck fügte hinzu, dass er es „hilfreich“ fände, würden die Automobilhersteller selbst die Differenz ausgleichen, welche durch die Teils sehr langen Lieferzeiten von Elektroautos entstehen kann. Zwischen Kaufvertrag und Zulassung liegen aktuell mehrere Monate bis zu mehr als einem Jahr.

Quelle: Westfälische Rundschau – Habeck will ab 2023 Plug-in-Hybride nicht mehr fördern

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Nachhaltiger Verkehr als Schlüssel für Afrikas Wohlstand

Nachhaltiger Verkehr als Schlüssel für Afrikas Wohlstand

Michael Neißendorfer  —  

Expertinnen und Experten von 50 Organisationen aus Afrika gestalten Strategien für ein zukunftsfähiges Verkehrssystem.

Studie: Management-Arroganz treibt Niedergang der Autobranche

Studie: Management-Arroganz treibt Niedergang der Autobranche

Michael Neißendorfer  —  

In Bezug auf die Aussichten der deutschen Automobilindustrie geben sich mehr als 500 Manager alles in allem recht pessimistisch.

Wegen guter E-Auto-Absätze: Kfz-Gewerbe korrigiert Prognose

Wegen guter E-Auto-Absätze: Kfz-Gewerbe korrigiert Prognose

Tobias Stahl  —  

Der ZDK rechnet für 2026 mit einem spürbaren Wachstum bei Elektroautos. Die Gesamtlage im Kfz-Gewerbe bleibt aber dennoch angespannt.

TUM-Analyse zur Nachhaltigkeit von E-Autos sorgt für Debatte

TUM-Analyse zur Nachhaltigkeit von E-Autos sorgt für Debatte

Tobias Stahl  —  

Laut einer TUM-Analyse sind E-Autos nicht so nachhaltig wie oft angenommen. Die Studie ist noch nicht veröffentlicht – doch sorgt schon jetzt für Diskussionen.

Deutsche Autobauer fordern härteren Kurs gegen China

Deutsche Autobauer fordern härteren Kurs gegen China

Tobias Stahl  —  

Jahrelang stemmte sich vor allem die deutsche Autoindustrie gegen China-Zölle – doch angesichts wachsender Marktanteile überdenken Autobauer nun ihre Haltung.

Festkörperbatterie: Warnung an US- und EU-Hersteller

Festkörperbatterie: Warnung an US- und EU-Hersteller

Sebastian Henßler  —  

Laut Factorial-Chefin Siyu Huang müssen US-amerikanische und europäische Hersteller jetzt handeln, um im Wettlauf um Festkörperbatterien nicht zurückzufallen.

Deutschlands Zulieferer verlieren weiter gegen Konkurrenz aus China

Deutschlands Zulieferer verlieren weiter gegen Konkurrenz aus China

Michael Neißendorfer  —  

Die deutschen Automobilzulieferer stecken tiefer in der Krise als bislang vielen bewusst war. Wie es wieder Aufwärts gehen kann.