Die öffentliche Ladeinfrastruktur von Vattenfall InCharge wird in Deutschland so intensiv genutzt wie noch nie. Nach Angaben des Energieunternehmens hat die Auslastung der Ladepunkte für Elektroautos im Laufe dieses Jahres ein Rekordniveau erreicht. Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung beim Schnellladen: Bereits nach acht Monaten lag die dort geladene Strommenge deutlich oberhalb des Wertes des gesamten Vorjahres.
Seit Jahresbeginn sei die an den öffentlichen Ladepunkten abgegebene Energiemenge insgesamt um rund 65 Prozent gestiegen, teilt Vattenfall mit. An den Schnellladepunkten wurden bis Ende August bereits mehr als 10 Gigawattstunden Strom geladen. Nach Berechnungen des Unternehmens entspricht dies einer elektrischen Fahrleistung von rund 55 Millionen Kilometern. Die bis Ende August an Schnellladern abgegebene Energiemenge lag bereits 47 Prozent über dem Gesamtwert des Jahres 2025. Die zunehmende Zahl von E-Autos auf den Straßen schlägt sich damit offenbar immer stärker auch in der tatsächlichen Nutzung der bestehenden Ladeinfrastruktur nieder.
76.000 erfasste Ladevorgänge in einem Monat
Überfüllte Ladestationen muss deshalb dennoch erst einmal niemand befürchten. Laut Daten des Anbieters ChargePointRadar wurden im August Daten von 2256 Vattenfall-Ladepunkten erfasst, darunter 1187 AC- und 1069 DC-Ladepunkte. Insgesamt wurden dort knapp 76.000 Ladevorgänge innerhalb eines Monats gestartet, was etwa 34 pro Ladepunkt entspricht. Allerdings ziehen die vielen AC-Ladepunkte diesen Schnitt stark nach unten, denn an DC-Ladepunkten gab es teils Dutzende Ladevorgängen am Tag. Punktuell sind Ladepunkte also sehr stark ausgelastet, insgesamt hat Vattenfall aber auch mit der bereits ausgerollten Ladeinfrastruktur noch viel Luft für weitere Rekorde.
„Wir sehen an unseren Ladepunkten, dass die Nachfrage kontinuierlich wächst“, sagt Fabian Hagmann, verantwortlich für das Ladenetz von Vattenfall. Besonders das Schnellladen werde sowohl auf längeren Strecken als auch im Alltag zunehmend selbstverständlich.
Vattenfall stellt die steigende Nutzung der Ladeinfrastruktur zugleich in Zusammenhang mit den zuletzt höheren und teils stark schwankenden Preisen für fossile Kraftstoffe. Benzin- und Dieselpreise hängen unmittelbar von den Entwicklungen auf den internationalen Rohölmärkten ab. Eine stärkere Elektrifizierung könne Verbraucher deshalb unabhängiger von diesen Preisschwankungen machen.
Vattenfall kritisiert den Tankrabatt
Nach Berechnungen von Vattenfall liegen die Energiekosten eines Elektroautos derzeit sowohl beim Laden zu Hause als auch an öffentlichen Vattenfall-Ladepunkten pro gefahrenem Kilometer bei ungefähr der Hälfte der Kosten eines vergleichbaren Benziners oder Diesels. Dabei handelt es sich allerdings um eine unternehmenseigene Musterberechnung; die tatsächlichen Kosten hängen unter anderem von Fahrzeugverbrauch, Ladeort und Ladetarif ab.
Kritisch sieht Vattenfall in diesem Zusammenhang staatliche Tankrabatte. Solche Maßnahmen könnten Verbraucher zwar kurzfristig entlasten, setzten aus Sicht des Energieunternehmens aber falsche Anreize. Langfristig verspricht sich Vattenfall mehr Preisstabilität vor allem von einer stärkeren Elektrifizierung des Verkehrs und einer geringeren Abhängigkeit von fossilen Energieträgern.
Parallel zur wachsenden Nutzung will Vattenfall auch seine Ladeangebote weiterentwickeln. Beim InCharge-Tarif verzichtet das Unternehmen auf eine monatliche Grundgebühr und arbeitet mit zwei Ladepreisen. Zudem investiert Vattenfall nach eigenen Angaben weiter in digitale Angebote, darunter einen KI-gestützten Kundenservice-Agenten, wie ihn zuletzt EnBW für seine Hotline vorgestellt hatte.
Quelle: Vattenfall – Pressemitteilung vom 29. September 2026; ChargePointRadar









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