VAG in Nürnberg nimmt ersten E-Bus in Betrieb

VAG in Nürnberg nimmt ersten E-Bus in Betrieb
Copyright:

VAG

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Nürnbergs erster Elektrobus steht am Start: Nach erfolgreichen Testfahrten ohne Fahrgäste wird ihn die VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft demnächst erstmals auf einzelnen Buslinien zusätzlich einsetzen. Im März soll er in den Regelbetrieb gehen.

Der erste Nürnberger E-Bus wird in den kommenden Wochen und Monaten auf verschiedenen Linien auf Herz und Nieren geprüft. Fällt das Ergebnis gut aus, möchte die VAG ab 2020 weitere E-Busse beschaffen. „Wir hoffen, dass die Fahrzeuge bald in Serie gebaut und entsprechend günstiger angeboten werden. Angesichts der Kosten setzen wir auf Fördermaßnahmen durch den Bund und das Land Bayern“, gab Josef Hasler, der Vorstandsvorsitzende der VAG, mit Blick auf künftige Bestellungen zu bedenken. Aktuell kostet ein E-Bus mehr als das Doppelte eines vergleichbaren Diesel-Modells. Für Nürnbergs ersten E-Bus hat die VAG inklusive der Schnellladeeinheit deutlich über eine halbe Million Euro investiert.

„Der Bus wird zum E-Mobil. Das ist gut für die Umwelt- und Klimabilanz des ÖPNV, die im Vergleich zum Auto per se schon erheblich besser ist. Wenn jetzt – nach Straßenbahn und U-Bahn – auch der Bus mit Ökostrom angetrieben wird, fällt diese noch einmal positiver aus. Für uns hat die Umwelt- und Klimaverträglichkeit unserer Fahrzeuge schon immer einen hohen Stellenwert.“ – Josef Hasler, Vorstandsvorsitzender der VAG

Daneben spielten selbstverständlich die Zuverlässigkeit und Sicherheit sowie die Qualität und Wirtschaftlichkeit der Fahrzeuge und des Betriebes eine wichtige Rolle, so Hasler.

E-Mobilität ist die Zukunft

Die E-Mobilität ist beim Pkw wie im Busbetrieb die Zukunft. Wir werden weniger abhängig vom Erdöl. Mit Ökostrom betankt, bekommen E-Busse einen grünen Haken“, brachte Hasler die Perspektiven auf den Punkt. „Es bedarf eines längeren Übergangs, um einmal die Infrastruktur und die Energiewirtschaft entsprechend umzubauen, und zum anderen mit den bereits getätigten und beschlossenen Investitionen nachhaltig und verantwortungsvoll umzugehen“, so der VAG-Vorstandsvorsitzende.

Gebaut wurde der E-Bus von der Firma Solaris in Polen. Nach Herstellerangaben und nach ersten eigenen Erfahrungen schafft der Elektrobus etwa 200 Kilometer mit einer Batterieladung. Dies würde für einen bis zu zehnstündigen Einsatz reichen. Als Speicher stehen sechs Lithium-Ionen-Batterien – verteilt auf Heck und Dach – zur Verfügung. Der Bus wird an einer eigens in der Abstellhalle der Busse installierten Ladesäule mit einer Leistung von 150 Kilowatt in etwa 1,5 Stunden geladen.

Die VAG ist weiterhin mit anderen Verkehrsunternehmen und Herstellern im Gespräch, um von deren Erfahrungen zu profitieren und Fahrzeuge zum Test zu bekommen. Für die weitere Entwicklung von E-Bussen relevant sind Gewicht, Lebensdauer und Wiederverwertung der Batterien.

Quelle: VAG – Pressemeldung vom 02.02.2018

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in News

Kia PV5 Cargo: E-Transporter ohne Transporter-Gefühl

Kia PV5 Cargo: E-Transporter ohne Transporter-Gefühl

Sebastian Henßler  —  

Kia PV5 Cargo im Test: Bei über 700 Kilometern lag der Verbrauch bei 16,6 kWh/100 km, im Stadtbetrieb bei 14,2 kWh. Der WLTP-Normwert liegt deutlich höher.

Test: Warum der neue BMW iX5 Verbrenner-Fans überzeugt

Test: Warum der neue BMW iX5 Verbrenner-Fans überzeugt

Stefan Grundhoff  —  

Wir haben den BMW iX5 60 xDrive und den X5 40 xDrive in den amerikanischen Südstaaten gefahren. Das Ergebnis ist beeindruckend – mit einem Wermutstropfen.

Red Car: Dieses Elektroauto fährt der Tour de France voran

Red Car: Dieses Elektroauto fährt der Tour de France voran

Michael Neißendorfer  —  

Škoda feiert sein 23. Jubiläum als Hauptpartner der Tour de France. Das neue Elektro-Flaggschiff der Marke kommt als ‚Red Car‘ zum Einsatz.

Mit dem E-Auto in den Campingurlaub: So gelingt das Ziehen des Wohnwagens

Mit dem E-Auto in den Campingurlaub: So gelingt das Ziehen des Wohnwagens

Michael Neißendorfer  —  

Reichweite, Ladeplanung und Gewicht: Der ACV erklärt, worauf es bei einer Reise mit E-Auto und Anhänger ankommt.

Ex-VW-China-Chef: „Wir haben die Chinesen schlau gemacht“

Ex-VW-China-Chef: „Wir haben die Chinesen schlau gemacht“

Sebastian Henßler  —  

Über Jahrzehnte haben China-Gewinne die Schwächen der deutschen Autoindustrie verdeckt. Nun, da dieser Puffer fehlt, zeigt sich das volle Ausmaß des Problems.

Citroën ë-C3 Tonic: Sonderedition ab 20.450 Euro

Citroën ë-C3 Tonic: Sonderedition ab 20.450 Euro

Sebastian Henßler  —  

Der ë-C3 Tonic startet ab 20.450 Euro. Die Sonderedition bietet mehr Design und Konnektivität als die Basisversion und ist in zwei Akkuvarianten erhältlich.

Opel: Neues Ladekonzept für elektrischen Rally Cup

Opel: Neues Ladekonzept für elektrischen Rally Cup

Sebastian Henßler  —  

Mobile Ladestationen auf E-Lkw, 250 kW Leistung und 16 Autos gleichzeitig: Opel zeigt beim GSE Rally Cup, wie Ladeinfrastruktur im Rallyesport aussehen kann.