Opel: Neues Ladekonzept für elektrischen Rally Cup

Opel: Neues Ladekonzept für elektrischen Rally Cup
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Der ADAC Opel GSE Rally Cup gilt als weltweit erster elektrischer Rallye-Markenpokal, und seit 2021 zeigt das Projekt, dass Elektroantrieb und Rallyesport kein Widerspruch sind. In diesem Jahr erweitert Opel die technische Grundlage des Wettbewerbs um ein neues Ladekonzept, das der eingesetzte Mokka GSE Rally mit bis zu 207 kW (281 PS) flexibler und reichweitenstärker machen soll.

Der Kern des Ansatzes ist das sogenannte Remote Charging. Dabei handelt es sich um eine mobile Ladelösung, die zwischen den Wertungsprüfungen an geeigneten Orten aufgebaut werden kann. Die Ladestationen des Unternehmens Schall-E werden auf Sattelzügen an den jeweils benötigten Standort gebracht. Eine Besonderheit: Die Sattelzüge selbst fahren batterie-elektrisch, sodass auch die Ladelogistik lokal emissionsfrei abläuft.

Die technischen Eckdaten der Infrastruktur sind präzise auf die Anforderungen des Rennsports abgestimmt. Jede Ladestation verfügt über einen internen Speicher von 160 kWh und liefert bis zu 250 kW Ladeleistung, aufgeteilt auf zwei Anschlüsse mit je 125 kW. Acht solcher Ladewürfel pro Truck ermöglichen das gleichzeitige Laden von bis zu 16 Rallye-Autos.

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Ergänzt wird das System durch einen 150-kWh-Pufferspeicher, der über einen 63-Ampère-Anschluss im Haupt-Ladepark versorgt wird und auf einen 500-kWh-Batteriespeicher als Reserve zugreifen kann. In Spitzenladezeiten schleust dieser Puffer Strom durch, um die volle Ladeleistung von 125 kW pro Anschluss stabil zu halten. Die 400-Volt-Gleichstrom-Architektur des Mokka GSE Rally ist auf eine maximale Ladeleistung von 100 bis 110 kW ausgelegt.

Unterwegs arbeiten die Stationen vollständig autark. Die Ladetrucks mit ihren 450-kWh-Batterien können bei Bedarf über einen eigenen Wechselrichter zusätzlichen Strom in den Puffer einspeisen. Eine Software überwacht alle Ladevorgänge lückenlos, sodass Teams und Servicecrew den Status jedes einzelnen Ladewürfels jederzeit abrufen können. Jörg Schrott, Motorsport-Chef bei Opel, beschreibt die Entwicklungslogik: „Im nächsten Schritt ging es darum, die Anzahl der Wettbewerbskilometer für unsere Teilnehmer zu maximieren und gleichzeitig den logistischen Aufwand zu minimieren.“

Erstmals alle elf Wertungsprüfungen für die Stromer

Der praktische Effekt des Remote Charging zeigt sich beim dritten Wertungslauf der Saison: Bei der Rallye Weiz in Österreich am 17. und 18. Juli werden die Mokka GSE Rally erstmals alle elf Wertungsprüfungen bestreiten. Bisher mussten die Fahrzeuge für Ladevorgänge zur Hauptstation zurückkehren, was die Zahl der möglichen Wertungskilometer begrenzte. Mit dem neuen Konzept entfällt diese Einschränkung, da das Nachladen direkt zwischen den Prüfungen stattfinden kann.

Ein weiterer Effekt folgt daraus: Weil die Elektro-Autos erstmals alle Wertungsprüfungen durchfahren, werden sie auch im Gesamtklassement der Rallye Weiz aufgeführt. Das ermöglicht einen direkten Vergleich mit den Verbrenner-Fahrzeugen. Schrott zeigt sich bei dem Thema gelassen selbstbewusst: „Und mit Sicherheit werden selbst einige Experten staunen, wie weit vorne der erste Elektro-Mokka in der Rangliste auftauchen wird.“

Auf- und Abbau des Haupt-Ladeparks nehmen nach Angaben von Opel weniger als einen Tag in Anspruch. Dass das Konzept bereits Aufmerksamkeit in der Motorsport-Szene findet, erwähnt Schrott am Rande: Bei der Rallye Vosges Grand-Est seien bereits erste Nachahmer zu beobachten gewesen.

Quelle: Opel – Pressemitteilung

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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