Trump-Regierung drängt auf Anteil an Lithium-Mine

Trump-Regierung drängt auf Anteil an Lithium-Mine
Copyright:

Gchapel / Shutterstock / 2197455677 (Das Archivbild zeigt das Lithium-Abbaugebiet Thacker Pass Stand 2022)

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Die US-Regierung unter Donald Trump strebt eine Beteiligung von bis zu zehn Prozent am Bergbauunternehmen Lithium Americas an, wie Reuters berichtet. Hintergrund sind Gespräche über die Neugestaltung eines Kredits des Energieministeriums im Umfang von 2,26 Milliarden Dollar, umgerechnet 1,92 Milliarden Euro. Dabei geht es um das Lithiumprojekt Thacker Pass in Nevada, das nach Angaben aus Washington politisch gewollt ist, aber wirtschaftlich auf sichereren Boden gestellt werden soll. Ein Vertreter des Weißen Hauses betonte, Präsident Trump unterstütze die Pläne, wolle aber faire Bedingungen für die Steuerzahler sicherstellen.

Das Projekt Thacker Pass gilt als zentrales Vorhaben für die künftige Lithiumversorgung der USA. Bereits seit einem Jahr laufen Bauarbeiten mit mehreren hundert Beschäftigten. Geplant ist, ab 2028 jährlich 40.000 Tonnen Lithiumcarbonat zu fördern. Damit könnten Batterien für bis zu 800.000 Elektroautos entstehen. Bislang stammen aus der einzigen aktiven Mine im Land, betrieben vom Chemiekonzern Albemarle, weniger als 5000 Tonnen pro Jahr. Thacker Pass soll diese Lücke schließen und den Aufbau einer eigenständigen Lieferkette vorantreiben.

Eine Schlüsselrolle spielt dabei General Motors. Der Konzern hat 625 Millionen Dollar investiert, rund 531 Millionen Euro, und hält seither 38 Prozent an dem Projekt. Mit dem Einstieg hat sich GM die Abnahme des Lithiums aus der ersten Phase komplett gesichert und auch Teile der zweiten Phase langfristig reserviert. Nach den jüngsten Gesprächen fordert die US-Regierung jedoch zusätzliche Garantien, dass der Autobauer die zugesagten Mengen tatsächlich abnimmt.

USA möchte sich Unabhängigkeit von China sichern

Ein zentraler Beweggrund für Washington ist die geopolitische Lage. Während Australien und Chile zu den größten Produzenten gehören, dominiert China vor allem die Weiterverarbeitung. Mehr als drei Viertel des weltweiten Lithiums werden dort zu batterietauglichem Material veredelt. Mit Thacker Pass wollen die USA ihre Abhängigkeit verringern und die heimische Industrie unabhängiger machen.

Die politische Unterstützung reicht bereits zurück in Trumps erste Amtszeit. Damals erhielt das Projekt die Genehmigung, unter Präsident Joe Biden folgte die endgültige Kreditvereinbarung. Der Kredit läuft über 24 Jahre, die Zinsen orientieren sich an den US-Staatsanleihen. Eigentlich sollte Lithium Americas schon in diesem Monat die erste Tranche abrufen. Doch die Regierung knüpfte die Auszahlung an Nachverhandlungen zum Tilgungsplan und an zusätzliche Sicherheiten.

Um auf die Forderungen einzugehen, bot das Unternehmen der Regierung Aktienoptionen im Umfang von fünf bis zehn Prozent an. Diese sogenannten Warrants würden ohne Kosten übertragen. Außerdem sollen anfallende Gebühren für die Änderungen übernommen werden. Insidern zufolge prüft Washington darüber hinaus, Einflussrechte von GM einzuschränken und bestimmte Projektanteile direkt zu übernehmen.

General Motors selbst hält an der Bedeutung von Thacker Pass fest. Ein Sprecher erklärte, der Kredit sei notwendig, um die Ressource nutzbar zu machen und die Elektrifizierung des Konzerns voranzubringen. Das Projekt passe zu den Zielen der US-Regierung. Lithium Americas äußerte sich zurückhaltend. Man respektiere die Entscheidung der Behörden, eine Neustrukturierung zu prüfen, und bleibe in engem Austausch mit dem Energieministerium und GM.

Quelle: Reuters – Exclusive: Trump wants piece of company in charge of America’s biggest lithium mine / Wirtschaftswoche – US-Regierung will Anteil an Lithium-Konzern im Gegenzug für Milliarden-Kredit

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Batterieentwicklung

CATL sucht weitere Standorte für Gigafactories in Europa

CATL sucht weitere Standorte für Gigafactories in Europa

Arun Niemann  —  

164 GWh reichen CATL in Europa nicht: Der Batterieriese prüft weitere Gigafactory-Standorte und sieht beim Fachkräfteaufbau große Herausforderungen.

Ionity will bei Netzengpässen Batteriespeicher nutzen

Ionity will bei Netzengpässen Batteriespeicher nutzen

Daniel Krenzer  —  

Der Ladeanbieter Ionity setzt in Wertheim auf Batteriespeicher, um trotz begrenztem Netzanschluss mehr Schnellladepunkte anzubieten. 50 Standorte sollen folgen.

Alte Elektroautobatterien entwickeln sich zu wachsendem Markt

Alte Elektroautobatterien entwickeln sich zu wachsendem Markt

Laura Horst  —  

Batterien aus den Elektroautos der ersten Generation könnten in den kommenden Jahren das Wachstum des Batterie-Aftermarkets beschleunigen.

E-Auto-Akkus nach 55.000 Kilometern noch bei 95,5 Prozent

E-Auto-Akkus nach 55.000 Kilometern noch bei 95,5 Prozent

Daniel Krenzer  —  

Eine Ayvens-Auswertung zeigt: Gebrauchte E-Autos haben nach durchschnittlich 55.000 Kilometern noch 95,5 Prozent Batteriekapazität.

Saft startet Produktion von Feststoffbatterien in Frankreich

Saft startet Produktion von Feststoffbatterien in Frankreich

Daniel Krenzer  —  

Batteriehersteller Saft produziert Feststoffbatterien in Frankreich. Die neue Technologie verspricht bis zu 50 Prozent mehr Energiedichte und mehr Sicherheit.

Trotz holprigem Start: ACC fertigt fünf Millionen Zellen

Trotz holprigem Start: ACC fertigt fünf Millionen Zellen

Arun Niemann  —  

ACC erreicht in Douvrin einen wichtigen Produktionsmeilenstein. Doch Lieferengpässe und gestrichene Werke zeigen, dass der Hochlauf weiter schwierig bleibt.

So selten sind Batterieschäden bei gebrauchten E-Autos

So selten sind Batterieschäden bei gebrauchten E-Autos

Daniel Krenzer  —  

Eine Analyse der Akkus von rund 10.000 gebrauchten E-Autos zeigt: Auffällige Batterie-Zellabweichungen sind äußerst selten.