Toyota setzt künftig auf Software statt Facelifts

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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Toyota verändert das Tempo seiner Produktentwicklung in Nordamerika. Angesichts unvorhersehbarer Handelskonflikte und wachsenden Wettbewerbsdrucks streckt der japanische Automobilhersteller die traditionell eng getakteten Entwicklungszyklen einzelner Modelle. Was in früheren Jahren nach einem klar berechenbaren Rhythmus ablief, wird nun flexibler gehandhabt.

Bislang wurden bei weniger populären Modellen alle zwei Jahre Zwischenauffrischungen an Karosserie und Innenraum vorgenommen. Diese Updates werden nun gestreckt oder durch weniger aufwendige Anpassungen ersetzt, wie Automotive News berichtet. Statt kostspieliger optischer Überarbeitungen rücken Software-Updates stärker in den Vordergrund. Für Toyota bedeutet das eine Verschiebung der Prioritäten, ohne dabei auf technologische Weiterentwicklung zu verzichten.

Toyota: Große Modellwechsel stehen weiterhin bevor

In den kommenden vier Jahren plant Toyota dennoch umfangreiche Überarbeitungen und Neuauflagen zentraler Baureihen. Betroffen sind unter anderem Corolla, Corolla Cross und Prius. Der RAV4 wurde bereits vollständig neu aufgelegt. Zusätzlich prüft der Hersteller, ob die Modellpalette um einen kompakten Pickup erweitert werden kann. Voraussetzung dafür sind ausreichende Kapazitäten in Entwicklung, Technik und Produktion, die angesichts der aktuellen Marktlage nicht selbstverständlich sind.

Während zahlreiche Wettbewerber in den USA ihre Elektrifizierungsstrategien zurückfahren oder verlangsamen, hält Toyota an seinem Kurs fest. Der Hersteller verfügt in den Vereinigten Staaten über die breiteste Modellpalette im Bereich der Personenwagen und nutzt diese Position, um weiter in elektrische Antriebe zu investieren. Bereits in diesem Jahr kommen neue Modellreihen hinzu, darunter der elektrische Highlander mit drei Sitzreihen, der als vollelektrische Variante des etablierten SUV-Modells auf den nordamerikanischen Markt kommt.

Hybridtechnik bekommt eine neue Generation

Parallel zur Erweiterung des Elektroportfolios arbeitet Toyota an einer Weiterentwicklung seiner Hybridtechnologie. Die bislang schon als stark geltende Kombination aus Verbrennungsmotor und Elektroantrieb soll durch ein neues, fünftes Generationssystem ersetzt werden. Dieses ist auf höhere Effizienz ausgelegt und soll die Position des Herstellers im Segment der Hybridfahrzeuge weiter festigen. Da Hybridmodelle in den USA weiterhin eine zentrale Rolle im Absatz spielen, kommt dieser Weiterentwicklung besondere Bedeutung zu.

Neben den Antriebssträngen investiert Toyota auch in Assistenz- und Komfortsysteme. Das Sicherheitspaket Toyota Safety Sense wird kontinuierlich weiterentwickelt, ebenso die Audio-, Multimedia- und Infotainmentsysteme in den Fahrzeugen. Diese Anpassungen fallen unter jene weniger aufwendigen Updates, auf die sich der Hersteller angesichts der gestreckten Modellzyklen zunehmend konzentriert.

Die Entwicklung zeigt, wie stark sich die Rahmenbedingungen für Automobilhersteller in den USA verändert haben. Handelspolitische Unsicherheiten und ein intensiver werdender Wettbewerb zwingen auch etablierte Marken wie Toyota dazu, Ressourcen gezielter einzusetzen. Anstatt an allen Fronten gleichzeitig zu investieren, konzentriert sich der Hersteller auf jene Bereiche, die aus seiner Sicht den größten Effekt versprechen, von neuen Elektromodellen über effizientere Hybridsysteme bis hin zu digitalen Assistenzfunktionen.

Quelle: Automotive News – Toyota to stay course with EVs and hybrids, slow updates on other models

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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