Toyota plant erstes E-Auto mit Feststoffbatterie ab 2027

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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Toyota treibt die Entwicklung von Feststoffbatterien mit Nachdruck voran und rückt damit eine Technologie ins Zentrum, die als möglicher Beschleuniger für die Elektromobilität gilt. Das japanische Unternehmen plant, sein erstes Elektroauto mit dieser Batteriegeneration 2027 oder 2028 auf den Markt zu bringen. Ziel ist die „weltweit erste praktische Nutzung von Feststoffbatterien in Elektroautos“, wie Toyota ankündigte.

Die Grundlage für diesen Schritt bildet eine neue Kooperation mit Sumitomo Metal Mining. Beide Unternehmen arbeiten seit 2021 an Kathodenmaterialien, die sich für den industriellen Einsatz von Feststoffbatterien eignen. Nun wurde die Zusammenarbeit erweitert, um die Massenproduktion dieser Materialien vorzubereiten. Sumitomo bringt dafür eine eigens entwickelte Pulversynthese-Technologie ein, die laut Toyota ein besonders haltbares Kathodenmaterial ermöglicht.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien, die auf flüssigen Elektrolyten basieren, nutzen Feststoffbatterien einen festen Elektrolyten zwischen Anode und Kathode. Diese Bauweise soll gleich mehrere Vorteile bieten: mehr Energiedichte, höhere Leistung und längere Lebensdauer. Zudem lassen sich die Batterien kompakter gestalten, was Raum und Gewicht spart. Toyota sieht darin das Potenzial, sowohl Reichweite als auch Ladegeschwindigkeit deutlich zu verbessern.

Toyota auf dem Weg zur Industrialisierung der Feststoffbatterie

Die Einführung solcher Batterien gilt in der Industrie als große Herausforderung. Ihre Herstellung erfordert spezielle Materialien und präzise Fertigungsschritte, um Stabilität und Sicherheit zu gewährleisten. Bisher war es kaum gelungen, diese Technologie wirtschaftlich in Serie zu bringen. Durch die Kooperation mit Sumitomo Metal Mining will Toyota genau das ändern – ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Industrialisierung.

Ein weiterer Partner im Hintergrund ist der japanische Energie- und Chemiekonzern Idemitsu Kosan. Das Unternehmen arbeitet an der Produktion von Lithium­sulfid, einem zentralen Bestandteil für Feststoffbatterien. In Japan entsteht derzeit eine Großanlage, die ab 2027 jährlich bis zu 1000 Tonnen des Materials herstellen soll. Damit soll die Versorgung mit Rohstoffen langfristig abgesichert werden.

Die Aktivitäten von Toyota, Sumitomo und Idemitsu fügen sich in eine nationale Strategie ein, die Japan unabhängiger von Lieferketten in China und Südkorea machen soll. Mehrere Unternehmen investieren derzeit gemeinsam rund sieben Milliarden US-Dollar – umgerechnet etwa sechs Milliarden Euro – in den Ausbau einer heimischen Batterieproduktion. Toyota sieht sich dabei als zentralen Akteur.

Bereits im vergangenen Jahr erhielt der Konzern die Genehmigung des japanischen Wirtschaftsministeriums METI zur Produktion von Feststoffbatterien. Damit wurden die regulatorischen Grundlagen geschaffen, um die Technologie von der Forschung in die industrielle Fertigung zu überführen. Die geplante Markteinführung ab 2027 markiert nun den Übergang von der Entwicklungs- zur Umsetzungsphase.

Toyota hatte in den vergangenen Jahren mehrfach betont, dass Feststoffbatterien einen entscheidenden Beitrag zur nächsten Generation elektrischer Autos leisten könnten. Neben längerer Reichweite und kürzeren Ladezeiten erwartet der Hersteller auch eine höhere Energieeffizienz über die gesamte Lebensdauer der Batterie. Ein Unternehmenssprecher erklärte, man sei überzeugt, dass die Technologie „das Potenzial habe, die Zukunft der Mobilität grundlegend zu verändern“.

Quelle: electrek.co – Toyota aims to launch the ‘world’s first’ all-solid-state EV batteries

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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