Tesla setzt im dritten Quartal 2026 nahezu so viel um wie ein Jahr zuvor, verdient daran aber deutlich weniger. Der Umsatz liegt mit rund 24,1 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau, das operative Ergebnis sinkt um 56 Prozent auf rund 620 Millionen Euro. Die operative Marge schrumpft von 5,8 auf 2,6 Prozent. Nach US-Bilanzierungsregeln bleibt ein Nettogewinn von rund 680 Millionen Euro, ein Minus von 43 Prozent.
Den Rückgang erklärt der Automobilhersteller vor allem mit höheren Kosten. In Forschung und Entwicklung flossen rund 2,4 Milliarden Euro nach 1,4 Milliarden Euro im Vorjahr, getrieben durch KI-Projekte, die Tesla unter dem Begriff “Super Intelligence” bündelt. Auch aktienbasierte Vergütung, darunter das 2025 vereinbarte Vergütungspaket für den Vorstandschef, belastet das Ergebnis. Erlöse aus Emissionsgutschriften fallen zudem von rund 360 auf knapp 100 Millionen Euro.
Bereinigt um diese Vergütung sowie Bewertungs- und Steuereffekte liegt der Gewinn mit rund 1,5 Milliarden Euro vier Prozent unter Vorjahr. Wachstum kommt aus dem Servicegeschäft, dessen Umsatz um 33 Prozent zulegt, sowie aus steigenden FSD-Abonnements. Im Energiegeschäft sinkt der Umsatz um 16 Prozent, teils wegen zollbedingter Rückerstattungen. Gleichzeitig meldet Tesla dort einen Auftragseingang auf Rekordniveau und zehn Prozent mehr installierte Speicherkapazität.
Parallel steigen die Investitionen. Mit rund 4,1 Milliarden Euro haben sich die Investitionsausgaben gegenüber dem Vorjahresquartal mehr als verdoppelt, der freie Cashflow geht um 62 Prozent zurück und liegt bei rund 1,3 Milliarden Euro. Das Geld fließt unter anderem in Rechenkapazität, Batteriematerial und eine eigene Halbleiterfabrik in Austin, in der 2027 erste Anlagen in Betrieb gehen sollen.
Rekord in Grünheide, Engpass bei den Zellen
Im Autogeschäft bleiben Batteriezellen nach eigener Darstellung der limitierende Faktor. Ausgeliefert wurden rund 487.000 Autos, zwei Prozent weniger als vor einem Jahr. Model 3 und Model Y halten das Niveau weitgehend, bei den übrigen Modellen halbiert sich die Zahl nahezu auf rund 8300 Einheiten. Den Auftragsbestand bezeichnet Tesla als so hoch wie seit vier Jahren nicht, konkrete Zahlen nennt das Unternehmen nicht.
In der Gigafactory Berlin erreichte Tesla eine Rekordproduktion. Die installierte Kapazität gibt das Unternehmen mit mehr als 375.000 Model Y jährlich an, betont aber, dass dies nicht der tatsächlichen Produktionsrate entspricht. Am Standort im Bau ist zudem eine Fertigung für 4680-Zellen, die gemeinsam mit zusätzlicher Packkapazität helfen soll, den Engpass zu lösen.
Beim Fahrassistenzsystem FSD (Supervised) kamen seit Ende Juni Kroatien, Slowenien, Tschechien und die Slowakei hinzu, womit es in neun EU-Ländern verfügbar ist. Mehr als 100.000 Nutzer:innen legten seit der ersten Zulassung über 160 Millionen Kilometer zurück. Das System erfordert permanente Überwachung, autonom fährt das Auto nicht. In Nordamerika wählen inzwischen über 75 Prozent der Neuwagenkäufer:innen FSD.
Im Nutzfahrzeugbereich ist die Serienfertigung des Tesla Semi in Nevada angelaufen, ausgelegt auf 25.000 Lkw pro Jahr. Laut Hersteller schafft die Topversion rund 805 Kilometer bei 37 Tonnen Gesamtzuggewicht und verbraucht dabei rund 1,06 kWh pro Kilometer. Tesla zufolge entspricht das einem Drittel der Energie eines vergleichbaren Diesel-Lkw.
Robotaxi unter Prüfung, Roadster weiter im Entwurf
Seit dem 3. September setzt Tesla in Austin den Cybercab im Robotaxi-Dienst ein. Bis Quartalsende kam der gesamte Dienst auf fast zwei Millionen Meilen ohne Sicherheitsfahrer:in, umgerechnet rund 3,2 Millionen Kilometer. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA prüft nun, auf welcher Grundlage Tesla dem Cybercab die Einhaltung aller Bundessicherheitsstandards bescheinigt hat. Im Fokus steht auch, ob Tesla bestimmte Vorschriften für ein Auto ohne klassische Bedienelemente als nicht anwendbar eingestuft hat.
In den USA ist etwa ein Bremspedal grundsätzlich vorgeschrieben. Autos ohne Lenkrad und Pedale dürfen laut Zeit Online nur mit Ausnahmegenehmigung und in einer Stückzahl von höchstens 2500 jährlich auf die Straße, eine solche Genehmigung habe Tesla nicht beantragt. Die Behörde überarbeitet zwar acht Regelwerke, bis dahin gelten aber die bestehenden Standards. “Wir müssen sicherstellen, dass alle unsere Gesetze eingehalten werden”, erklärte NHTSA-Chef Jonathan Morrison.
Weniger konkret ist der Stand beim Roadster, den Tesla am 15. Oktober mit Kaltgastriebwerken aus der Zusammenarbeit mit SpaceX vorführte. Enthüllt wurde er bereits 2017, geplant war der Marktstart für 2020, nun nennt Elon Musk 2028 als Produktionsstart. Teslas Kapazitätsübersicht führt das Modell weiterhin in der Designentwicklung, ohne Produktionsort. Die angekündigte Reichweite sank von bis zu 998 auf rund 483 Kilometer. Bestellungen laufen bereits: Nach 5000 Euro Reservierung werden binnen zehn Tagen weitere 45.000 Euro oder bei der Variante Thrust 245.000 Euro fällig.
Quelle: Tesla – Investor Relations / NHTSA – NHTSA Opens Investigation into Tesla Cybercab Self-Certification Following Austin Deployment / Die Zeit – Musk schwärmt nach Tesla-Gewinneinbruch von Robotern








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