Tesla hat den Roadster der zweiten Generation vorgestellt, und nimmt bereits Bestellungen entgegen, inzwischen auch über die deutsche Website. Wer reservieren möchte, leistet zunächst eine Anzahlung von 5000 Euro. Nach 45 Tagen werden bei der Performance-Variante weitere 45.000 Euro fällig, bei der Variante Thrust sind es sogar 245.000 Euro. Wann und ob für dieses Geld ein Serienauto ausgeliefert wird, lässt sich derzeit allerdings nicht verlässlich sagen.
Ein Blick auf die Vorgeschichte erklärt die Zweifel. Enthüllt wurde der Roadster bereits 2017, der Marktstart war ursprünglich für 2020 vorgesehen. Eingehalten wurde dieser Termin nicht. Nun nennt Elon Musk das Jahr 2028 als Ziel für den Produktionsstart, mehr als zehn Jahre nach der ersten Präsentation. Bei der aktuellen Vorstellung standen allerdings weniger Fragen der Fertigung im Vordergrund als kuriose Vorführungen.
Gezeigt wurden Manöver mit Kaltgastriebwerken, die Tesla gemeinsam mit Ingenieur:innen von SpaceX realisiert hat. Hinzu kommt ein Multimodus-Lüfter- und Saugsystem, das Luft unter dem Wagen absaugt. Der entstehende Unterdruck soll theoretisch ausreichen, um das Auto im Stillstand kopfüber an einer Decke zu halten. Für den normalen Straßenverkehr ist das freilich nicht gedacht, mit dem Alltag eines Sportwagens haben diese Demonstrationen wenig zu tun.


Auch die Modellstruktur wirft Fragen auf. Als regulärer Zweisitzer mit Straßenzulassung tritt lediglich der Performance an, ausgestattet mit aktiver Aerodynamik und dem Saugsystem, das für maximalen Abtrieb sorgen soll. Der Thrust erscheint als limitierte Auflage, ebenfalls mit zwei Sitzen, und ergänzt diese Technik um Kaltgastriebwerke im Heck. Als Einsitzer konzipiert ist dagegen der Rocket, den es nur auf persönliche Einladung gibt. Tesla spricht hier von Flugtauglichkeit, eine Zulassung für öffentliche Straßen besitzt er jedoch nicht.
Große Versprechen und eine schrumpfende Reichweite
Ausgerechnet die Variante mit Düsen rund um die Karosserie bleibt damit von der Straße ausgeschlossen. Ihre Kaltgasdüsen sollen Beschleunigung nach vorn und nach oben sowie Drehungen ermöglichen. Dem Thrust verspricht Tesla mit dem Raketen-Paket einen Sprint von 0 auf 100 km/h in weniger als einer Sekunde. Ohne Düsen liegt dieser Wert bei 1,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller je nach Modell mit über 370 bis 402 km/h an.



Bemerkenswert ist der Rückgang bei der Reichweite. Für die überarbeiteten Modelle stehen nun rund 483 Kilometer im Raum. In der früheren Ankündigung war mit einem großen 200-kWh-Akku noch von bis zu 998 Kilometern die Rede. Die aktuellen Angaben liegen damit bei weniger als der Hälfte des einst kommunizierten Werts.
Konstruktiv setzt Tesla auf Leichtbau mit Karbonfaser, Magnesium und Titan. Goldglasierte Scheiben greifen das Erscheinungsbild von Visieren an Raumanzügen auf, ergänzt durch eine weiße Speziallackierung namens Ano White. Solche Details prägen den Auftritt, über die Serienreife sagen sie jedoch wenig aus.
Hohe Summen für einen ungewissen Liefertermin
Finanziell gehen Interessent:innen früh in Vorleistung. Wer sich für die Kaltgastriebwerke entscheidet, zahlt nach der Reservierung 200.000 Euro mehr als beim Performance. Diese Beträge werden bereits wenige Wochen nach der Bestellung fällig, während der Produktionsstart erst für 2028 angesetzt ist. Zwischen Zahlung und möglicher Auslieferung liegen damit mehrere Jahre.



Der Rocket taucht in dieser Preisstruktur nicht auf, da Tesla ihn ausschließlich auf Einladung vergibt. Konkret bestellbar sind somit zwei Versionen, von denen eine als limitierte Auflage angekündigt ist. Wie viele Exemplare davon entstehen sollen, geht aus den bisherigen Informationen nicht hervor.


Quelle: Tesla








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