Tesla entwickelt Batteriezellen im „geheimen Batterielabor“, als Basis für eigene Batteriezellenfertigung

Tesla entwickelt Batteriezellen im „geheimen Batterielabor“, als Basis für eigene Batteriezellenfertigung
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Sebastian Henßler
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Tesla entwickelt seine eigenen Batteriezellen in einem „geheimen Batterielabor“, während es sich auf die Einführung einer eigenen Batteriezellenfertigung vorbereitet. Mit dieser Schlagzeile wartet Electrek und andere englischsprachige Portale auf. Größtenteils beziehen sich die Artikel auf Informationen von CNBC, welche über das „geheime Labor“ in der Nähe von Teslas Fremont Fabrik berichtet haben.

„Tesla-Mitarbeiter betreiben einen Teil ihrer Forschung zur Herstellung von Batteriezellen in einem Skunkworks-Labor (Geheimlabor) im Kato Road-Werk des Unternehmens, nur wenige Minuten vom eigentlichen Automobilwerk in Fremont, Kalifornien entfernt.“

Doch ganz so geheim ist die Tatsache gar nicht, dass Tesla an eigenen Batteriezellen arbeitet, bisher fanden die Arbeiten lediglich im zweiten Stockwerk der Fremont-Niederlassung statt. Nun scheint es so, als ob diese in die Kato Road Anlage verlegt wurde. CNBC berichtet, dass Tesla eigene Zellen und Geräte entwickelt, um sie in der Anlage herzustellen:

„Die Mitarbeiter der Batterie-F&E-Teams von Tesla konzentrieren sich nun auf die Entwicklung und den Prototypenbau fortschrittlicher Lithium-Ionen-Batteriezellen sowie neuer Geräte und Prozesse, die es Tesla ermöglichen könnten, Zellen in großen Stückzahlen herzustellen, sagten Mitarbeiter und ehemalige Mitarbeiter.“

Panasonic und Tesla ein Top-Team in puncto Akku-Technologie

Bekanntermaßen setzt Tesla für seine E-Autos auf Zellen von Panasonic. Diese stellen die Zellen in Japan für das Model S und Model X her. Die Zellen des Model 3 werden in der Gigafactory 1 in Nevada gefertigt. Für Musk eher ungewöhnlich holte dieser im Rahmen der Gesellschafterversammlung 2019 ein wenig aus und gab zu verstehen, dass man in puncto Effizienz und Reichweite bei großen E-Autos und SUV, seit 2012 führend am Markt sei.

Des Weiteren bewegt der Kostenvorteil der Batterietechnik von Panasonic und Tesla Bloomberg New Energy Finance (BNEF) in einer Analyse dazu die Aussage zu treffen, dass Tesla noch für mehrere Jahre führend bei Elektroautos sei.

Laut Daten von Adamas Intelligence, für den Monat März 2019, hat Tesla Batterien mit einer Kapazität von etwa 2.889 MWh (2,9 GWh) in Betrieb genommen. Dies entspricht fast 30% des weltweiten Marktes. Geht man ein wenig weiter, sieht man, dass diese Zahl gut 43% der Gesamtmenge, der von den 10 führenden Herstellern von BEVs/PHEVs/HEVs zusammen eingesetzten Batterie-Kapazität entspricht.

Maxwell-Zukauf könnte Akku-Technologie von Tesla auf ein neues Level heben

Man sieht, Tesla versteht es, was ein guter Akku können muss. Spätestens im Herbst sollten wir mehr wissen, wenn Musk sich zu den Batterie-Plänen des Unternehmens äußerst. Das kürzlich erworbene Unternehmen Maxwell dürfte dabei eine entscheidende Rolle spielen.

Stand heute würde deren Technologie eine deutliche Verbesserung gegenüber den von Tesla verwendeten aktuellen Batteriezellen darstellen und eine größere Reichweite oder ein geringeres Gewicht ermöglichen.

Neben dieser Tatsache spricht aber vor allem für die Trockenelektrodentechnologie von Maxwell, dass der Herstellungsprozess vereinfacht und eine „Kostenreduzierung von 10 bis 20 % im Vergleich zu hochmodernen Nass-Elektroden“ zu erzielen sei, während „die Lebensdauer der Batterie um den Faktor 2 verlängert“ wird.

Quelle: Electrek.co – Tesla is developing its own cells in-house at ‘secret battery lab’, report says

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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