Um auf dem E-Auto-Markt präsenter zu sein und unabhängiger vom Hauptaktionär Toyota zu werden, will Subaru in Zukunft auf eigene Entwicklung setzen. Nun wurde vor wenigen Tagen auf einem Testgelände nördlich von Tokio erstmals ein Prototyp dieser nächsten E-Auto-Generation gezeigt. Dabei hat Subaru die neue E-Plattform und den Antrieb zunächst unter eine Outback-Karosserie gesetzt, um die Technik zu erproben.
Der Prototyp verfügt über einen Allradantrieb, der von zwei Motoren mit zusammen 380 kW betrieben wird. Damit schafft er es laut Automotive News in unter 4 Sekunden auf 100 km/h. Es war Subaru jedoch wichtig klarzustellen, dass es sich zunächst um ein Verifikationsfahrzeug handelt, das nicht unbedingt Serienspezifikationen zeigt. Einige der neuen Technologien sollen „ab etwa 2029“ auf den Markt kommen, bisher wurden jedoch noch keine konkreteren Termine genannt.
Von Plattform bis Steuergerät ist alles neu
Zu diesen neuen Technologien gehört unter anderem eine ganz neue Plattform. Die soll leichter, steifer und besser im Crash-Schutz von Insassen und Batterie sein. Sie verfügt über neue Träger über den Vorderrädern, mit denen die Aufprallenergie besser umgeleitet wird. Außerdem ist der Vorderachsmotor wohl in einer Art konstruiert, mit der er sich im Falle eines Unfalls drehen und den Aufprall abfedern kann. Ziel von Subaru ist es unter anderem auch, mit der neuen Plattform 100 Kilogramm an Gewicht einzusparen.
Auch der Antrieb wurde neu Entwickelt: Der Prototyp nutzt zwei E-Achsen mit Elektromotoren, die vorne mit 150 und hinten mit 230 Kilowatt angetrieben werden. Diese sind den Subaru-Ingenieuren zufolge 30 Prozent effizienter als der Branchendurchschnitt und laufen dementsprechend deutlich effizienter als die Antriebe in den aktuellen Subaru-E-Autos.
Die neue Batterie wurde seit September 2024 gemeinsam mit Panasonic Energy entwickelt. Sie setzt sich aus 4000 zylindrischen Zellen zusammen und ist 25 Prozent leichter als der bisherige Akku. Ziel sei es so eine Energiedichte zu erreichen, die 20 Prozent über dem Branchenschnitt liegt.
Ein eigenes zentrales Steuergerät für Fahrassistenz, Fahrwerk, Antrieb und Infotainment ist Subaru zufolge ebenfalls in Planung. Der Chip dafür wurde gemeinsam mit AMD entwickelt und soll erstmals auch KI-Funktionen unterstützen. Selbst entwickelte Subaru-Modelle können in Zukunft zudem auch Over-the-air-Updates erhalten, was bisher in Zusammenarbeit mit Toyota nicht möglich war.
Um die Kosten zu senken ist geplant, die Steuergeräte selbst zu fertigen und im Anschluss in der gesamten Modellpalette einzusetzen. Auf diesen Steuergeräten soll dann auch die nächste Generation von Subarus Fahrassistenzsystem Eyesight laufen, welche wohl auch auf künstliche Intelligenz zurückgreifen wird.
Parallel entwickelt Subaru jedoch auch neue und effizientere Verbrennungsmotoren. Damit verfolgt man das Ziel einen thermischen Wirkungsgrad von 50 Prozent zu erreichen. Dieser sagt aus, wie viel der Energie am Rad ankommt und wie viel als Wärme verloren geht. Laut Automotive News kommen sparsame Motoren aktuell nur auf über 40 Prozent. Die Motoren sollen in Zukunft sowohl Hybride als auch Benziner antreiben.
Darum will Subaru selbst entwickeln
Bisher hatte sich Subaru bei der Entwicklung von E-Autos stets auf die enge Zusammenarbeit mit Toyota gestützt. Aus dieser sind mit Trailseeker, Solterra, Uncharted und Getaway bisher bereits vier E-Crossover hervorgegangen. Dabei gibt es einen erheblichen Skalenunterschied, der Subaru den Einstieg in die Elektromobilität deutlich erleichtert haben dürfte: Während das Unternehmen 2025 weltweit knapp 925.000 Fahrzeuge verkaufte, waren es bei Toyota 11,3 Millionen.
Subarus Executive Officer für Entwicklung Takatomo Watamori begründet die geplante eigene Entwicklung darin, dass man so die Markenidentität aus Allradtechnik und Sicherheitssystemen bewahren und Kunden schnell das gewünschte Fahrgefühl bieten könne. Ziel sei Konzernchef Atsushi Osaki zufolge ein jährlicher Absatz von 1,2 Millionen Fahrzeugen in der ersten Hälfte der 2030er-Jahre. Das wäre ein knappes Drittel mehr als 2025 und würde sogar den bisherigen Rekord von 1,1 Millionen aus 2018 übertreffen.
Quellen: Automotive News – Subaru unveils 1st in-house EV prototype as it moves to go solo from Toyota / Subaru – Pressemitteilungen






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