Studie: Reichweite eines typischen Elektroautos sinkt bei etwa -7 Grad Celsius um bis zu 41 Prozent

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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

In einer unserer letzten Podcast-Folgen mit dem Titel „E-Mobilität bei Minusgraden kein Problem – wir klären auf!“ haben wir darüber berichtet, dass Minusgrade nicht unbedingt schädlich für die Reichweite eines E-Autos sind. Aber natürlich dennoch ihren Einfluss haben. Wobei man hier auch unterscheiden muss, wie kalt es nun tatsächlich ist.

Wie stark sich der Faktor Kälte auf die Akkureichweite auswirkt, hat nun eine Studie des US-Automobilclubs AAA beleuchtet. Dabei sprechen die Ergebnisse eine deutliche Sprache. Denn es zeigt sich, dass die tatsächliche Reichweite und der Normverbrauch von Realität zu technischem Datenblatt im Winter noch um einiges stärker abweicht, als es eh schon der Fall ist. Die American Automobile Association (AAA), das US-Pendant zum ADAC, hat daher die Auswirkungen von Minustemperaturen auf die Reichweite von E-Autos genauer unter die Lupe genommen.

Reichweitenverlust – Auf die Umstände kommt es an

Betrachtet hat man die fünf gleichen E-Autos im Betrieb. Einmal bei Temperaturen um 24 Grad Celsius, einmal bei etwa -7 Grad Celsius. Das Ergebnis: Bei eingeschalteter Klimaanlage beziehungsweise Heizung kommt es zu einer Reichweitendifferenz von bis zu 41 Prozent.

Fairerweise wird darauf hingewiesen, dass gerade der Einsatz der Heizung dazu beiträgt, dass die Reichweite im Winter spürbar sinkt. Statt also mit klassischer Heizung das E-Auto auf Temperatur zu bringen, empfiehlt es sich auf Sitz- und Lenkradheizung zu setzen. Diese sorgen ebenfalls dafür, dass man nicht als Eisblock am Ziel ankommt, sind aber wesentlich sparsamer als die Heizung.

Entscheidet man sich beispielsweise dafür die Heizung ausgeschaltet zu lassen, dann sinkt die Reichweite laut der AAA-Studie lediglich um 12 Prozent. Auch Autos mit klassischem Verbrennungsmotor können laut AAA bei Kälte deutlich weniger Kilometer mit der gleichen Menge Sprit fahren. Denn auch hier wirkt sich der Einsatz der Heizung auf den Sprit-Verbrauch aus.

Am Beispiel des Tesla Model S zeigt sich, dass dieser mit ausgeschalteter Klimaanlage bei -7 Grad Celsius 207 Meilen, bei 24 Grad Celsius 239 Meilen weit gekommen ist. Kommt die Heizung zum Einsatz, sinkt die Reichweite auf bis zu 130 Meilen.

Im Test selbst steht der Tesla Model S noch vergleichsweise gut da. Nur der Nissan Leaf und der VW eGolf verlieren bei eingeschalteter Klimaanlage weniger Reichweite. Mit am schlechtesten hat der BMW i3 abgeschnitten. Bei diesem verringert sich, bei -7 Grad Celsius die typische Reichweite um satte 50 Prozent.

Ist durchaus eine Ansage. Wobei man diese nicht pauschal im Raum stehen lassen sollte. Es hat sich gezeigt, dass es immer auf die Umstände ankommt. Dabei macht es schon einen Unterschied, ob ich sämtliche Verbraucher auf höchster Stufe laufen lasse, oder eben nur auf ein notwendiges Minimum begrenze.

Quelle: netzwelt.de – Studie: Elektroautos wie der BMW i3 verlieren bei Kälte enorm an Reichweite

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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Manfred Stummer:

Wobei beim Verbrennerfahrzeug ein Großteil der Energie von der Motorabwärme kommt (sobald die Betriebstemperatur erreicht ist, gilt nicht für Kurzstrecken!) und nicht, wie beim BEV, elektrisch erzeugt werden muss.

Meine Erfahrungswerte nach 10 Jahren Prius 2 zeigten einen Wintermehrverbrauch von knapp 1/2 Liter Benzin (Sommer ~4,5 Liter, Winter bis 5 Liter).

Mit dem Ioniq electric verringert sich aktuell (oberösterreichische Voralpen, Höhenlage 720m, nach Hause immer eine Bergfahrt) die Reichweite von Sommer max. 270km auf etwa 200km (Akku 28 kWh).
Heizanlage mit Wärmepumpe in ECO-Betrieb, Gebläse auf Stufe 1 (ohne laufen die Scheiben an), Temperaturvorwahl 20 Grad, und zusätzlich fallweise die Sitzheizung.
Sparsame Fahrweise vorausgesetzt.

Sebastian Henßler:

Danke für die Eindrücke und detaillierten Einblicke.

autarc:

wir haben / betreuen 2012 zum E umgebaute Fiat Fiorino, Doblo, 500 E mit
Batterien von EIG ( Lithium Ion Polymer 20 Ah Pouch-Zelle ), Einsatz von -30 bis + 55°C .
Eine nachgerüstete Eberspächer Standheizung Hydronic II, E4S 12 V ( Ethanol, 4,2 kW )
startet mit 4,4 kW und 120 Watt ( Glühstift ), nach 15 sek. 4,2 kW und 27 Watt und verbraucht nach
15 min im Normalbetrieb 0,23 Liter / h , liefert 1,3 kW /th bei 7 Watt Stromverbrauch
Reichweitenverlust Winter ( der ja eigentlich keiner mehr ist ) zu Sommer ist 11 % ( Steckdose )
Der im Auto eingebaute inneffiziente einphasige Lader ( etwa 75% Wirkungsgrad ) könnte hier auch
eine Rolle spielen.

weotui:

Nichts Neues. Seit Jahren wird diese Sau durchs Dorf getrieben. Wo sind die Nachrichten, dass Firmen wie Eberspächer an Zusatzgeräten arbeiten, die das Problem elegant lösen?
Ein Bericht wie dieser hier sollte zumindest kurz darauf eingehen!

Sebastian Henßler:

Wird es nicht geben. Aber steht bereits in diesem Artikel, dass es sich ähnlich verhält. Denn die Problematik mit Heizung und höherem Energieaufwand gibt es für Verbrenner genauso wie für E-Autos.

nightmare:

und nun bin ich gespannt auf den Artikel der sich mit der im Winter stark sinkenden Reichweite von Verbrennern befasst!

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