Wer derzeit ein Elektroauto mit großer Batterie aus dem Stellantis-Konzern ordern möchte, trifft auf eine Nachfrage, die das Angebot übersteigt. Nach Angaben des Herstellers gilt das vor allem für Geschäftskunden. Weil die Akkus für die reichweitenstarken Varianten knapp sind, fährt Stellantis im Oktober die Produktion in mehreren französischen Werken vorübergehend herunter. Gleichzeitig soll so verhindert werden, dass sich bei den Händlern zu viele Autos ansammeln.
Der Konzern spricht von einer vorübergehenden Anpassung der Produktionsplanung an die Marktnachfrage. Bestände, deren Ausstattung nicht zu dem passt, was Kund:innen tatsächlich bestellen, will man vermeiden. Der Engpass fällt in eine Phase, in der das Interesse an Elektroautos spürbar zugenommen hat. Als ein möglicher Treiber dieser Entwicklung gelten die deutlich gestiegenen Spritpreise.
Besonders stark trifft die Knappheit den Citroën C5 Aircross, dessen Version mit großer Reichweite aktuell in mehreren Märkten eingeführt wird. Gebaut wird das Modell in Rennes, wo die Bänder vom 22. bis 30. Oktober stillstehen. Im ostfranzösischen Sochaux, der Produktionsstätte des Peugeot 3008, ruht die Fertigung zwischen dem 23. und 30. Oktober. Beide Standorte sind damit rund eine Woche lang außer Betrieb.
Hinter den Batterien steht die Automotive Cells Company (ACC), ein Gemeinschaftsunternehmen von Stellantis, Mercedes-Benz und TotalEnergies. Der Zellhersteller betreibt eine Fabrik in Nordfrankreich. Probleme bei der Versorgung mit Akkus für reichweitenstarke Modelle begleiten Stellantis allerdings schon seit Längerem. Anfang des Jahres hatte ACC mitgeteilt, Fachleute aus China hinzugezogen zu haben, um die Produktion hochzufahren und den hohen Ausschuss zu reduzieren.
Batterielieferant ACC sieht seine Zusagen erfüllt
Zu den Produktionspausen bei Stellantis wollte sich ACC nicht äußern. Ein Sprecher des Unternehmens betonte jedoch, dass die eigene Fertigung weiter gesteigert werde. ACC erfülle die gegenüber Stellantis eingegangenen Verpflichtungen, die Auslieferung der Batteriemodule entspreche den Anforderungen des Kunden. Wo genau die Lücke zwischen Liefermenge und Bedarf entsteht, lässt sich aus diesen Angaben nicht ableiten.
Nicht jeder Stillstand in Frankreich geht auf fehlende Akkus zurück. Insgesamt betreibt Stellantis dort fünf Fahrzeugwerke, und auch in Mulhouse soll die Fertigung in den letzten beiden Oktoberwochen ruhen. Als Ursache nennt der Hersteller in diesem Fall eine schwächer als erwartete Nachfrage nach Modellen wie dem Peugeot 308. Das Werk Poissy bei Paris pausiert vom 19. bis 23. Oktober.
Damit sind im Oktober vier der fünf französischen Fahrzeugwerke zumindest zeitweise von Produktionspausen betroffen. Die Gründe reichen von der Batterieversorgung über die Steuerung der Händlerbestände bis zur Nachfrage nach einzelnen Modellen. Für Poissy liegen keine näheren Angaben zu den Hintergründen vor.
Auch in Italien stocken die Bänder
Jenseits der französischen Grenze läuft die Fertigung ebenfalls nicht reibungslos. Mehrere Werke arbeiteten in den vergangenen Wochen wegen fehlender Bauteile nur zeitweise, darunter Melfi in Süditalien. Für den norditalienischen Standort Mirafiori kündigte Stellantis vergangene Woche zudem Kurzarbeit ab dem 19. Oktober an, die bis zum 30. des Monats andauern soll. Zeitlich fällt sie damit weitgehend mit den Pausen in Frankreich zusammen.
Die Begründung unterscheidet sich dort allerdings von jener für Rennes und Sochaux. Stellantis verweist auf hohe Energiekosten in Italien sowie auf eine Nachfrage nach der Hybridversion des Fiat 500, die hinter den Erwartungen zurückbleibt. Batterieengpässe führt der Konzern für Mirafiori nicht als Grund an.
Quelle: Automobilwoche – Stellantis unterbricht Produktion in mehreren Werken









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