Stellantis hat im ersten Quartal des Jahres wieder einen Nettogewinn ausgewiesen und damit nach einem schwachen Vorjahreszeitraum den Sprung zurück in die schwarzen Zahlen geschafft. Der Konzern, zu dem Marken wie Opel, Peugeot, Citroën, Fiat, Jeep und Ram gehören, meldete einen Nettoumsatz von 38,1 Milliarden Euro – ein Plus von sechs Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2025. Der Nettogewinn lag bei 0,4 Milliarden Euro, nach einem Verlust von 0,4 Milliarden Euro im Vergleichszeitraum. Das bereinigte Betriebsergebnis verbesserte sich auf 1,0 Milliarden Euro, die operative Marge stieg auf 2,5 Prozent. Konzernchef Antonio Filosa sprach von ersten Ergebnissen der eingeleiteten Maßnahmen, mit denen Stellantis „zu einem nachhaltigen, profitablen Wachstum“ zurückgeführt werden solle.
Den größten Beitrag zur Erholung lieferte Nordamerika. Der Absatz wuchs dort um sechs Prozent, der Marktanteil stieg um 80 Basispunkte auf 7,9 Prozent. Treiber waren die Pickup-Marke Ram mit einem Verkaufsplus von rund 20 Prozent in den USA sowie aktualisierte Modelle bei Jeep und Dodge. Die Region drehte das bereinigte Betriebsergebnis von minus 542 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf plus 263 Millionen Euro – getragen von höheren Stückzahlen, besserem Mix und positiver Preisgestaltung. Auffällig ist, dass diese Trendwende nahezu ausschließlich von Verbrennern und Hybriden getragen wird, während batterieelektrische Modelle in der Mitteilung des Konzerns für Nordamerika keine Rolle spielen.
In der Region Enlarged Europe stieg der Absatz um fünf Prozent, einschließlich der chinesischen Marke Leapmotor um acht Prozent. Der Marktanteil in der EU30 erreichte 17,5 Prozent, mit Leapmotor sogar 18,1 Prozent. Bemerkenswert: Leapmotor entwickelte sich laut Stellantis zur führenden Elektroauto-Marke in Italien. Der europäische Konzern verkauft seine elektrische Wachstumsstory damit ausgerechnet über ein Joint Venture mit einem chinesischen Anbieter – während die hauseigenen Marken in der Mitteilung vor allem mit dem Verbrenner-Fiat Grande Panda und C-SUV-Modellen wie dem Citroën C5 Aircross sowie dem Jeep Compass beworben werden. Hinzu kommt: Trotz höherer Stückzahlen brach das bereinigte Betriebsergebnis in Europa von 292 auf acht Millionen Euro ein, die Marge sank auf 0,1 Prozent. Stellantis verweist auf negative Preise, ungünstigen Mix und höhere Vertriebskosten.
Einfluss von E-Autos aus Stellantiskonzern nur bedingt spürbar
Wer den Quartalsbericht nach belastbaren Zahlen zur Elektromobilität durchsucht, wird nur in Ansätzen fündig. Konkrete Elektroauto-Anteile, Auslieferungszahlen für rein elektrische Modelle oder eine Aufschlüsselung der zehn neuen Fahrzeuge, fehlen in der Mitteilung des Konzerns. Dies hat man auf die einzelnen Marken ausgelagert. Stellantis spricht von einem „diversifizierten Portfolio an Elektro- und Hybridfahrzeugen sowie Modellen mit Verbrennungsmotor“, liefert aber keine Trennschärfe. Die Führungsposition im Segment der leichten Nutzfahrzeuge in der EU30 mit 28,7 Prozent Marktanteil wird betont – ohne Hinweis darauf, welcher Anteil davon elektrisch fährt.
In Südamerika legte der Absatz um ein Prozent zu, der Marktanteil sank jedoch um 270 Basispunkte auf 21,1 Prozent. Im Nahen Osten und in Afrika blieb das Volumen stabil, während der Marktanteil um 50 Basispunkte auf 11,5 Prozent stieg – getragen von einem Plus von 18 Prozent in Algerien. In Asien-Pazifik ging der Absatz um vier Prozent zurück, einschließlich Leapmotor um zwei Prozent. Lichtblick war Indien mit einem Verkaufsplus von 71 Prozent durch ein erneuertes Citroën-Portfolio.
Finanziell stützt sich der Konzern auf eine verfügbare Liquidität im Industriebereich von 44,1 Milliarden Euro, was 28 Prozent des Nettoumsatzes der vergangenen zwölf Monate entspricht. Im März wurden hybride unbefristete Schuldverschreibungen über fünf Milliarden Euro begeben. Der industrielle Free Cashflow lag bei minus 1,9 Milliarden Euro und damit 37 Prozent über dem Vorjahreswert – ein für das erste Quartal saisonal typisches Bild.
Quelle: Stellantis – Pressemitteilung vom 30.04.2026








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