Stellantis arbeitet mit Bolt an Robotaxis

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Stellantis

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Der Autokonzern Stellantis und die Mobilitätsplattform Bolt haben den Start einer Partnerschaft zur gemeinsamen Entwicklung und zum gemeinsamen Einsatz von autonomen Fahrzeugen auf Level-4 zur Erforschung des kommerziellen Betriebs in ganz Europa bekannt gegeben. Die Zusammenarbeit werde die AV-Ready-Plattformen von des 14-Marken-Konzerns – insbesondere den mittelgroßen eK0-Van und die STLA Small Plattform – mit Bolts Mobilitätsnetz kombinieren. Bolt bietet derzeit Fahrdienste in mehr als 50 Ländern an, darunter 23 EU-Mitgliedstaaten. Bolt plant, die autonomen Fahrzeuge von Stellantis in seine Plattform für gemeinsame Mobilität zu integrieren, um vollautonome, fahrerlose Fahrdienstleistungen anzubieten.

Die AV-Ready-Plattformen von Stellantis sind auf Flexibilität und Skalierbarkeit ausgelegt. Sie integrieren fortschrittliche Sensoren, Hochleistungsrechner und Systemredundanzen, um hohe Sicherheits- und Zuverlässigkeitsstandards zu erfüllen und gleichzeitig die Gesamtbetriebskosten für Dienstleister zu optimieren. Dies soll sie zu einer der wettbewerbsfähigsten Lösungen der Branche machen.

Die Unternehmen planen, ab 2026 mit dem Einsatz von Testfahrzeugen für Versuche in europäischen Ländern zu beginnen, wie Stellantis mitteilt. Der Fokus werde darauf liegen, einen Service zu schaffen, der die höchsten Sicherheits- und Leistungsstandards Europas bietet. Die Einführung soll stufenweise erfolgen, angefangen bei Prototypen und Pilotflotten bis hin zu einer schrittweisen industriellen Skalierung, mit einem ersten Produktionsziel im Jahr 2029.

Beide Unternehmen wollen auch eng mit europäischen Regulierungsbehörden zusammenarbeiten, um einen verantwortungsvollen Ansatz bei Tests, Zertifizierung und skalierbarer Implementierung zu unterstützen, der in Einklang steht mit den geltenden Sicherheits-, Datenschutz- und Cybersicherheitsstandards.

Strategische Bedeutung für Stellantis und Bolt

Für Stellantis erweitert diese Zusammenarbeit das wachsende Partner-Ökosystem in Europa und bedeutet einen Fortschritt in seiner globalen Strategie für fahrerlose Mobilität. Dafür werden AV-Ready-Plattformen genutzt, die für einen sicheren und zuverlässigen Level-4-Einsatz im großen Maßstab entwickelt wurden.

„Unsere AV-Ready-Plattformen sind auf maximale Flexibilität ausgelegt, damit wir unseren europäischen Kundinnen und Kunden das bestmögliche Erlebnis bieten können. Autonome Flotten können zudem zu einem geringeren CO₂-Fußabdruck beitragen, indem sie eine optimierte Shared Mobility ermöglichen und so Staus und Emissionen reduzieren“, erklärt Stellantis CEO Antonio Filosa. „Die Zusammenarbeit mit Bolt soll diese Vision näher an die Realität bringen, indem wir unsere technische Expertise mit ihrer operativen Reichweite verbinden, in der Hoffnung, fahrerlose Mobilität zu einem Bestandteil des europäischen Alltags zu machen, dem die Menschen vertrauen.“

Für Bolt ist diese Partnerschaft der nächste Schritt auf dem Weg zu seinem Ziel, bis 2035 rund 100.000 autonome Fahrzeuge auf seiner Plattform für Shared Mobility verfügbar zu haben. Markus Villig, Gründer und CEO von Bolt, sagt: „Diese Partnerschaft bringt zwei Unternehmen zusammen, die die spezifischen Dynamiken des Geschäfts in Europa verstehen. Durch die Kombination von AV-Ready-Plattformen von Stellantis und unserer operativen Expertise planen wir, im Einklang mit europäischen Standards das beste autonome Fahrzeugangebot zu schaffen, das auf europäische Bedürfnisse zugeschnitten ist und das Millionen von Menschen nutzen können.“

Quelle: Stellantis – Pressemitteilung vom 09.12.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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