Der italienische Autobauer Lancia bereitet die Rückkehr eines traditionsreichen Modells vor. Mit dem neuen Gamma will die Marke ihre Modellpalette erweitern und sich stärker im europäischen Markt positionieren. Erste Prototypen des Autos wurden inzwischen bei Wintertests gesichtet. Die offizielle Vorstellung wird im Laufe dieses Jahres erwartet, wie die britische Autocar berichtet.
Das neue Modell soll als größeres SUV positioniert werden und sich deutlich oberhalb des Lancia Ypsilon einordnen. Damit erhält die italienische Marke erstmals seit Jahren wieder ein Auto in einem höherpreisigen Segment. Beobachtungen von Testautos zeigen eine deutlich coupéartige Linienführung mit flacher Dachlinie, wie sie derzeit bei vielen elektrischen SUV zu finden ist.
Optisch greift das Modell zentrale Gestaltungselemente des Ypsilon auf. Dazu gehört vor allem die markentypische Y-Form im Kühlergrill, die bereits beim aktuellen Kleinwagen verwendet wird. Auch die niedrig positionierten Scheinwerfer und eine insgesamt klar gezeichnete Frontpartie erinnern an die Designsprache, die Lancia seit dem Neustart der Marke verfolgt.
Technisch basiert der Gamma auf der sogenannten STLA-Medium-Architektur des Stellantis-Konzerns. Diese Plattform dient im Konzern als Grundlage für eine Reihe neuer Mittelklassemodelle. Zu den Autos, die auf derselben technischen Basis entstehen, zählen unter anderem der Peugeot 3008 sowie ein künftig geplantes SUV von DS Automobiles, das unter dem Namen DS No7 erwartet wird.
Die Architektur erlaubt verschiedene Antriebskonzepte. Je nach Markt sollen Varianten mit Verbrennungsmotor, Hybridtechnik oder rein elektrischem Antrieb angeboten werden. Der aktuell gesichtete Prototyp wird von Beobachtern als Elektroauto eingeordnet. Damit würde Lancia den Gamma auch als Teil seiner Elektrifizierungsstrategie positionieren.
Lancia Gamma als wichtiger Baustein für Zukunft der Marke
Unternehmenschef Luca Napolitano sieht in dem neuen Modell einen wichtigen Schritt für die Marke. Der Gamma stehe für „Innovation, Stil und das konsequente Streben nach Qualität“, erklärte der Manager bereits im Vorfeld. Nach seiner Einschätzung markiert das Auto einen zentralen Punkt auf dem Weg der Marke in die Zukunft.
Die Rückkehr des Namens Gamma knüpft zugleich an eine historische Modellreihe an. Lancia hatte diesen Namen bereits zwischen den 1970er und 1980er Jahren verwendet. Damals stand er für große Limousinen und Coupés im oberen Segment. Mit dem neuen SUV wird die Bezeichnung erstmals auf ein völlig anderes Karosseriekonzept übertragen.
Der Gamma ist Teil einer umfassenderen Strategie, mit der Stellantis die Marke Lancia neu positionieren will. Den Ausgangspunkt bildete 2022 die Präsentation der Studie Lancia Pu+Ra Zero. Sie sollte einen Ausblick auf die künftige Designsprache geben und zugleich den Neustart der Marke einleiten. Seitdem arbeitet der Konzern daran, Lancia wieder stärker in Europa zu etablieren. Der Marktstart der neuen Generation des Ypsilon war dabei ein erster Schritt. Die Verkaufszahlen zeigen jedoch, dass die Marke weiterhin vor Herausforderungen steht.
Nach Angaben des europäischen Branchenverbands ACEA wurden im vergangenen Jahr 11.747 Autos der Marke in Europa zugelassen. Das entspricht einem deutlichen Rückgang gegenüber dem Jahr zuvor. Vor diesem Hintergrund erhält der Gamma eine strategische Bedeutung. Das größere Modell soll zusätzliche Kundengruppen ansprechen und Lancia im wichtigen Segment der mittelgroßen SUV sichtbarer machen. Gleichzeitig dient das Auto als technischer Brückenschlag zwischen klassischer Verbrennertechnik und batterieelektrischen Varianten. Wobei auch eine Hybrid-Variante geplant sei.
Quelle: Autocar – Legendary Lancia Gamma reborn as SUV twinned with DS No7








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