Solarbetriebener Krankenwagen besteht Praxistest in Kenia

Solarbetriebener Krankenwagen besteht Praxistest in Kenia
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TU Eindhoven

Arun Niemann
Arun Niemann
  —  Lesedauer 3 min

Studenten der TU Eindhoven haben nach eigenen Angaben den ersten komplett solarbetriebenen Krankenwagen der Welt entwickelt. Das Fahrzeug unter dem Projektnamen „Stella Juva“ wurde in Kenia bereits erfolgreich unter Praxisbedingungen getestet. Das vom 23-köpfigen Solar Team Eindhoven entwickelte Elektrofahrzeug kann während medizinischer Einsätze, wenn die Sonne scheint, mehr Energie erzeugen als es verbraucht und dadurch komplett unabhängig von Stromnetz oder externer Kraftstoffzufuhr betrieben werden.

Die Entwicklung des E-Autos geschah in enger Zusammenarbeit mit der internationalen Gesundheitsorganisation Amref Health Africa und verfolgte das Hauptziel, medizinische Versorgung zugänglicher zu machen. Schließlich gibt es in Kenia immer noch viele Regionen, in denen es an zuverlässiger Infrastruktur, Strom und Kraftstoff fehlt.

Stella Juva hat sich auf anspruchsvollem Terrain bewährt

Stella Juva ist nun in der Lage, die Gesundheitsversorgung ohne all dies direkt zu den Menschen vor Ort zu bringen. Dabei verfügt das Fahrzeug sowohl auf dem Dach als auch an den Seiten über Solarmodule, wobei letztere im Stand aufgeklappt werden können. Der so erzeugte Strom reicht nicht nur für die Fortbewegung, sondern auch für den Betrieb wichtiger medizinischer Geräte an Bord.

Das Fahrzeug wurde in Kenia an mehreren Standorten in der Region Narok getestet und kann sowohl auf asphaltierten als auch auf unbefestigten Straßen eingesetzt werden. Zudem ist es bereits für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen. Das Team legte auf einer Fahrt zum abgelegenen Ort Mosiro beispielsweise mehr als 800 Kilometer auf schwierigen Straßen zurück. Dabei gab es abgesehen von einer schnell reparierten Lenkstange keine Pannen, was klar für die Zuverlässigkeit des Fahrzeugs spricht.

Auch die Medizintechnik wird mit Solarstrom betrieben

An Bord von Stella Juva befinden sich eine ganze Reihe medizinischer Gegenstände wie etwa ein Röntgengerät, ein Ultraschallgerät, ein automatisierter externer Defibrillator und Kühltechnik für Impfstoffe. Im Rahmen eines zweitägigen Tests mit Amref Health Africa ergab sich eine theoretische Kapazität zur Versorgung von rund 200 Menschen. Auch im Stand erzeugte Stella Juva bei diesem Test mehr Strom, als durch sämtliche simultan laufenden Geräte verbraucht wurde.

Diese Unabhängigkeit von externen Stromquellen wurde von Teamleiter Mathijs van Gerven besonders hervorgehoben und er sieht im Projekt eben nicht nur Potenzial für nachhaltige Mobilität, sondern vor allem auch für die autarke Gesundheitsversorgung abgelegener Regionen. Vom Projektleiter für Mütter- und Kindergesundheit bei Amref Health Africa, Geoffrey Sadera, wurde das Projekt daher sogar als „Gamechanger“ bezeichnet.

Sadera sieht in seinem Fachgebiet einen großen Bedarf für die durch Stella Juva mögliche Versorgungsarbeit. Ihm zufolge steht gut ein Drittel aller kenianischen Bezirke vor ähnlichen Herausforderungen mit hoher Mütter- und Kindersterblichkeit in abgelegenen Regionen. Mit dem Solarfahrzeug könnten durch einen einzigen Außeneinsatz 30 bis 40 schwangere Frauen direkt in ihrer Gemeinde per Ultraschall untersucht werden.

Durch den erfolgreichen Test hat das Solar Team Eindhoven einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung hin zu nachhaltiger Gesundheitsversorgung geleistet. Stella Juva könnte Unternehmen, Organisationen und Regierungen dazu inspirieren, in Zukunft auf ähnliche Lösungen zu setzen und die Entwicklung in diesem Bereich mit neuen Mitteln weiter voranzutreiben.

Quelle: Solar Team Eindhoven – Pressemitteilung

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Arun Niemann

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Arun Niemann arbeitet nun seit 5 Jahren als Redakteur und Werbetexter und schreibt seit 2026 auch für Elektroauto-News.net. Dabei bringt ihn sein persönliches Interesse für makroökonomische Zusammenhänge und die bisherige redaktionelle Arbeit zu Finanz- und Wirtschaftsthemen, oft zu Beiträgen an der Schnittstelle zwischen Elektromobilität, Energiewende und Wirtschaft.

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