Sofortiges Laden ist für E-Auto-Akkus schädlicher als V2G

Sofortiges Laden ist für E-Auto-Akkus schädlicher als V2G
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Über Haltbarkeit und Leistung einer Elektroautobatterie wird oft leidenschaftlich diskutiert, stellt sie doch ein zentrales sowie das kostspieligste Bauteil eines E-Autos dar. Besonders verbreitet ist die Sorge, dass viele Ladezyklen die Lebensdauer der Batterie negativ beeinflussen könnten.

Um diesen Bedenken nachzugehen, haben The Mobility House Energy, aktiv im Bereich intelligentes und netzdienliches Laden, und die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) in einer gemeinsamen Studie die langfristigen Auswirkungen von Ladevorgängen betrachtet, insbesondere von Vehicle-to-Grid Anwendungen auf Elektroautobatterien. Untersucht und verglichen wurden dabei die drei Szenarien sofortiges Laden (Immediate Charging), intelligentes Laden (V1G) und bidirektionales Laden – Vehicle-to-Grid (V2G) – an unterschiedlichen im Markt verfügbaren Zelltypen.

Die Ergebnisse zeigen deutlich: Sofortiges Laden ist für E-Auto-Akkus am schädlichsten, es sollte auf jeden Fall zumindest intelligent geladen werden (V1G). Nach zehn Jahren betrug die reduzierte Alterung durch V1G zwischen 3,3 und 6,8 Prozentpunkten. Dies entspricht einem Kapazitätsgewinn gegenüber sofortigem Laden von 1,8 bis 3,6 kWh oder 10,9 bis 22,5 km Reichweite. Intelligentes Laden bringt darüber hinaus unter Berücksichtigung des aktuellen Energiemarkts über 200 bis 400 Euro an Erlösen im Jahr.

Vehicle-to-Grid (V2G) wirkt sich ebenfalls nur minimal auf die Gesamtalterung aus, bringt aber einen signifikanten Mehrwert: Nach zehn Jahren betrug die zusätzliche Alterung durch V2G zwischen 1,7 und 5,8 Prozentpunkten. Dies entspricht einem Kapazitätsverlust von 0,9 bis 3,1 kWh oder 5,8 bis 19,2 km Reichweite. Diese Kapazität kostet bei den aktuellen Batteriepreisen ca. 100 bis 300 Euro Investition, bringt aber mehr als 600 Euro pro Jahr. Die simulierte 52 kWh Batterie erfuhr dabei jährlich einen zusätzlichen Energiedurchsatz von 4,70 MWh.

Sofortiges Laden ist die schlechteste Alternative: Das unmittelbare Laden führt zu hoher Alterung, da die Batterie häufig im 100 Prozent-Bereich ist, und auch zu mehr Belastung im Stromnetz. Zudem wird die Batterie hierbei nicht monetarisiert und dadurch nicht der maximale Nutzen daraus gezogen.

„Intelligentes Laden und Vehicle-to-Grid sind Game Changer für die Elektromobilität“

Je flacher ein Be- und Entladezyklus im V2G-Betrieb ist, desto schonender ist dieser für die Batterie. Zusätzlich müssen extreme Ladezustände mit 0 Prozent und 100 Prozent möglichst gemieden werden. Handelsstrategien, die dies berücksichtigen, verringern die Batteriealterung und stellen sicher, dass die Lebensdauer des Fahrzeugs nicht beeinträchtigt wird.

„Die gemeinsame Studie mit den Expert:innen von The Mobility House Energy hat erneut bewiesen: Intelligentes Laden und Vehicle-to-Grid sind Game Changer für die Elektromobilität“, sagt Prof. Dr. Dirk Uwe Sauer, ISEA, RWTH Aachen University und Helmholtz-Institut Münster (HIMS). „Die häufige Sorge, dass dies der Batterie schadet und eine vorzeitige Alterung bewirkt, kann damit aus dem Weg geräumt werden, wenn ein intelligentes Management eingesetzt wird. Vehicle-to-Grid-Technologien sind die Zukunft einer nachhaltigen Energieversorgung.“

„Für unser Geschäftsmodell und unsere Vision von zero zero – zero Emissionen zu zero Kosten – sind die Ergebnisse eine erneute Bestätigung. Durch unsere langjährige Erfahrung, die wir gemeinsam mit unterschiedlichen Automobilherstellern im Bereich der Vermarktung von Batterien erlangt haben, können wir zudem maximale finanzielle Werte für unsere Kund:innen herausholen. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten“, ergänzt Thomas Raffeiner, Gründer und CEO von The Mobility House. Umso wichtiger sei es jetzt, „die regulatorischen Weichen zu stellen, damit wir insbesondere in Deutschland den größtmöglichen Nutzen herausholen können – sowohl für die Elektroautofahrenden als auch für ein erneuerbares Energiesystem.“

Quelle: The Mobility House – Pressemitteilung vom 31.07.2025


Transparenzhinweis: EAN-Chefredakteur Michael Neißendorfer ist als freier Journalist, Autor und Berater regelmäßig auch für The Mobility House im redaktionellen und PR-Bereich tätig. Auf die Berichterstattung bei Elektroauto-News und die Bearbeitung und Veröffentlichung obiger Pressemitteilung hat diese Zusammenarbeit keinen Einfluss.

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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