Die jüngsten Auswertungen des ADAC zeigen ein interessantes Spannungsfeld: Während Elektroautos im regulären Betrieb häufig günstiger unterwegs sind als vergleichbare Verbrenner, ziehen die allgemeinen Reparaturkosten branchenweit kräftig an – und treffen damit beide Antriebsarten. Wer genauer hinschaut, erkennt jedoch deutliche Unterschiede zwischen Stromern und klassischen Benzinern oder Dieseln – zugunsten der Elektroautos.
Ausgangspunkt ist eine ADAC-Erhebung zu stark gestiegenen Werkstattkosten selbst bei vermeintlich kleinen Arbeiten. Ein Parkrempler, eine beschädigte Stoßstange oder der Austausch einer Windschutzscheibe können inzwischen Rechnungen im hohen vierstelligen Bereich verursachen. Ursache ist weniger der Antrieb als die immer komplexere Fahrzeugtechnik. Assistenzsysteme, Kameras und Sensoren müssen nach Reparaturen neu kalibriert werden, Bauteile werden oft komplett ersetzt statt repariert. Das verteuert selbst Bagatellschäden erheblich – egal ob Elektro oder Verbrenner.
Inspektion bei E-Autos viel günstiger
Im direkten Vergleich spielt das Elektroauto bei Wartung und Service jedoch seine konstruktiven Vorteile aus. Es braucht kein Motoröl, keine Zündkerzen, keine Abgasanlage und kein komplexes Getriebe. Viele klassische Verschleißteile entfallen. Der ADAC kommt zu dem Ergebnis, dass Inspektionen bei E-Autos im Schnitt deutlich günstiger ausfallen als bei vergleichbaren Verbrennern.
Ein Blick auf konkrete Zahlen verdeutlicht das: Inspektionen bei einem kompakten Elektroauto liegen je nach Hersteller häufig zwischen etwa 120 und 250 Euro pro Termin, während vergleichbare Benziner oder Diesel schnell 300 bis 450 Euro kosten – insbesondere wenn Ölwechsel, Filter und Zündkerzen anstehen. Ein klassischer Ölwechsel allein schlägt bei vielen Verbrennern mit 150 bis 250 Euro zu Buche, eine Position, die beim E-Auto vollständig entfällt. Gleichzeitig zeigt die ADAC-Erhebung zu Reparaturkosten, dass etwa der Austausch einer Frontscheibe inklusive Kamerakalibrierung inzwischen oft 1000 bis 1500 Euro kostet – unabhängig vom Antrieb. Selbst der Tausch einer Stoßfängerabdeckung kann 800 bis 1200 Euro erreichen.
Bei aufwendigeren Unfallschäden lagen die durchschnittlichen Reparaturkosten hingegen bei Elektroautos zuletzt teils rund 10 bis 20 Prozent über denen vergleichbarer Verbrenner, wobei sich dieser Abstand zunehmend verringert. Die zahlt zwar in der Regel die Versicherung, doch dies ist einer der Gründe dafür, weshalb dort zuletzt die Versicherungsbeiträge im Schnitt spürbar gestiegen sind.
Hochvolt-Zuschlag ändert an Vorteil nichts
Auch die Pannenstatistik spricht eher für den Stromer. Jüngere Elektroautos schneiden mindestens auf Augenhöhe, häufig sogar besser ab als Verbrenner. Die einfachere Antriebstechnik mit weniger beweglichen Teilen reduziert potenzielle Fehlerquellen und damit ungeplante Werkstattaufenthalte. Gleichzeitig verlangen manche Werkstätten jedoch höhere Stundensätze für Arbeiten an Hochvoltsystemen. Spezielle Qualifikationen und Sicherheitsvorschriften dienen als Begründung. Dieser Elektro-Aufschlag relativiert den Wartungsvorteil teilweise, ändert aber nichts daran, dass die planbaren Servicekosten meist unter denen eines Verbrenners bleiben.
Unterm Strich ergibt sich ein differenziertes, aber klares Bild: Im planbaren Alltag profitieren Elektroautos von geringeren Wartungs- und Verschleißkosten. Die stark gestiegenen Reparaturpreise moderner Fahrzeuge treffen dagegen beide Antriebsarten gleichermaßen. Kleine Arbeit bedeutet heute oft große Rechnung – doch beim regelmäßigen Service bleibt der Stromer das günstigere Konzept.
Quelle: ADAC – Warum Reparaturkosten am Auto immer höher werden








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