Ein Rückblick auf die I-Mobility Stuttgart

Ein Rückblick auf die I-Mobility Stuttgart
Copyright:

Markus Gust

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Markus Gust, ein treuer Leser unseres Elektroauto-News.net Blogs, war auf der I-Mobility Stuttgart unterwegs und hat seine subjektiven Gedanken für uns zusammengetragen. Diese habe ich euch nachfolgend eingebettet, einfach um aufzuzeigen, wie die Veranstaltung bei Besuchern ankommen kann. Solltet ihr selbst vor Ort gewesen sein, freue ich mich auch über eure Eindrücke in den Kommentaren.


Allein schon der Name „I-Mobility“ führt einen aufmerksamen Beobachter der Entwicklung in der deutschen Autoszene in die Irre. Wenn man das Wort übersetzt, bedeutet es „Intelligente Mobilität“. In einer Stadt wie Stuttgart, die wegen ihrer hohen Luftverschmutzung wohl oder übel kurz vor der Sperrung einiger brisanter Straßen steht und Hauptsitz einer der größten Autofirmen Deutschlands ist, habe ich mir natürlich viel in Sachen Elektromobilität erwartet. Doch zu meiner Verwunderung wurde der vielversprechende Auftakt, den ich auf dem Parkplatz vor der Messe miterleben durfte (Smart am Supercharger, zahlreiche Teslas und einige Exoten der E-Mobiltität wie einen Fiat 500e), schon nach den ersten Schritten durch die Halle sehr gedämpft.

Diese Messe musste man mit dem Hintergedanken sehen, dass die größten Arbeitgeber im Ländle nun mal Dinos der Automobilbranche sind. Mercedes glänzte offiziell mit Abwesenheit und Porsche zeigte ihren Vorschlag zur Elektromobilität zum wiederholten Mal als perfekt designtes Holzmodell. Zum Nachdenken brachte halt nur der Umstand, dass die Konkurrenz auf dem Nachbarstand bereits ein fahrfertiges bestellbares Serienmodel zeigte. Und das nicht einmal, sondern gleich in ein paar Ausfertigungen: Jaguar I-Pace. Oder Toyota mit seinem Mirai, dem Wasserstofffahrzeug, der über kurz oder lang ihre Hybrid-Armada ablösen soll. Und den gibt es aber schon beim Händler zu kaufen.

Wenn nicht einige kleine deutsche Hersteller ihre Innovationen gezeigt hätten, wie Street Scooter und Schüren mit seinem BV 1, hätte diese Messe noch mehr an eine reine Hybrid-Verkaufsausstellung erinnert. Denn mehr war sie nicht. Enttäuscht musste ich feststellen, wie zwiespältig doch in Stuttgart mit dem Thema Elektromobilität umgegangen wird. Diese Messe zeigte auf ernüchternde Weise, dass man zwar gern möchte, aber nicht darf, wie man es gern hätte. Das „HeiligsBlechle“ steht hier noch so hoch im Kurs, dass man es gern in Kauf nimmt, weiter Verbrennermotoren zu fahren, die Stadt noch weiter zu verschmutzen und EU-Strafen zu zahlen, die ganz sicher kommen, wenn man diese Umstände nicht ändert.

Worthy not set for this post
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in News

Eon: Warum Stromnetze zum Engpass der Energiewende werden

Eon: Warum Stromnetze zum Engpass der Energiewende werden

Sebastian Henßler  —  

Warum Netze für die Energiewende entscheidend sind, KI den Strombedarf verändert und er Solarförderung infrage stellt, erklärt der Eon-Chef im OMR-Podcast.

Finn-Chef: „Ziel ist es nicht, Gewinn mit Schäden zu machen“

Finn-Chef: „Ziel ist es nicht, Gewinn mit Schäden zu machen“

Daniel Krenzer  —  

Der Auto-Abo-Anbieter war zuletzt in die Kritik geraten – auch bei Verbraucherschützern. Doch die Vorwürfe weist Finn nun zurück.

CATL und Rio Tinto prüfen Elektrifizierung im Bergbau

CATL und Rio Tinto prüfen Elektrifizierung im Bergbau

Sebastian Henßler  —  

Rio Tinto und CATL planen eine strategische Partnerschaft für E-Fahrzeuge im Bergbau. Ziel sind weniger CO₂-Emissionen und das Recycling von Batterierohstoffen.

Nio: Neue Strategie für Europa

Nio: Neue Strategie für Europa

Maria Glaser  —  

Nio bereitet derzeit eine umfassende Umstrukturierung in Europa vor, die das Vertriebsmodell in mehreren Ländern betrifft.

Erste Eindrücke vom Volvo EX60 auf den Straßen Göteborgs

Erste Eindrücke vom Volvo EX60 auf den Straßen Göteborgs

Joaquim Oliveira  —  

Der neue Volvo EX60 kommt mit bis zu 810 km Reichweite und 340 km Nachladen in nur zehn Minuten. Der Elektro-SUV startet ab 62.990 Euro in Deutschland.

VW-Innovationschef Ardey: Software wird zum Herz des Autos

VW-Innovationschef Ardey: Software wird zum Herz des Autos

Sebastian Henßler  —  

Volkswagen baut Innovation neu auf: Chips, Software und KI rücken ins Zentrum. Innovationschef Nikolai Ardey erklärt, warum Rechenleistung wichtiger wird.

Volvo will beim E-Auto-Absatz BMW und Mercedes übertrumpfen

Volvo will beim E-Auto-Absatz BMW und Mercedes übertrumpfen

Michael Neißendorfer  —  

Volvo-CEO Samuelsson ist der Meinung, dass Volvo mit dem neuen EX60 Mitstreiter wie BMW und Mercedes-Benz bei den Verkäufen übertreffen kann.