Renault plant Range-Extender für Scenic und Rafale

Renault plant Range-Extender für Scenic und Rafale
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Renault | Renault Rafale hier noch als PHEV zu sehen

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Renault bereitet sich darauf vor, als einer der ersten europäischen Automobilhersteller auf Range-Extender-Technologie zu setzen. Die neue Plattform RGEV Medium 2.0, auf der unter anderem die nächste Generation des Scenic und des Rafale entstehen soll, wurde zwar als reine Elektroarchitektur entwickelt – lässt sich aber zusätzlich mit einem kompakten Verbrennungsmotor als Range-Extender ausstatten. Das erklärte Philippe Brunet, Technologievorstand der Renault Group, bei der Vorstellung der neuen Mittelfriststrategie Mitte März.

Die rein elektrische Variante der Plattform soll eine Reichweite von bis zu 750 Kilometern bieten. Mit Range-Extender und vollem Tank steigt dieser Wert auf rund 1400 Kilometer. Brunet ordnete die Technologie als Angebot für eine bestimmte Zielgruppe ein: Menschen, die grundsätzlich bereit seien, ihr Auto an der Steckdose zu laden, aber noch nicht den Schritt zum vollelektrischen Antrieb gehen wollten. „Die meiste Zeit kann man ein echtes E-Auto genießen, aber an dem Tag, an dem man 800 oder 1000 Kilometer fahren muss, hat man nicht die Sorge, eine Ladestation finden zu müssen“, so der Technologievorstand von Renault. Es sei nicht die ideale Lösung, aber ein Angebot für besonders zurückhaltende Kund:innen.

E-Autos mit Range-Extender gelten zunehmend als Alternative zu klassischen Plug-in-Hybriden. Durch größere Batterien erreichen sie eine deutlich höhere rein elektrische Reichweite und verursachen in vielen Fällen niedrigere Emissionen. Da der Verbrenner ausschließlich als Generator arbeitet, entfällt zudem die Notwendigkeit eines vollwertigen Getriebes – was die Technik weniger komplex macht als bei einem Plug-in-Hybrid.

Bislang kaum Angebot in Europa für Range-Extender vorhanden

In China ist die Technologie bereits weitverbreitet. In Europa bietet derzeit allerdings nur Leapmotor ein entsprechendes Modell an. Der Leapmotor C10, ein SUV der Mittelklasse, ist seit 2025 auf dem Markt, der kompaktere B10 folgt in diesem Jahr. Auch Volkswagen plant, Range-Extender in Europa anzubieten. BMW testet die Technologie ebenfalls wieder, der Hersteller hatte sie bereits bei seinem Elektro-Erstling i3 im Portfolio.

Renault nannte keine vollständigen technischen Daten für die eigene Variante, bezifferte die CO₂-Emissionen der Range-Extender-Version jedoch auf rund 25 Gramm pro Kilometer. Zum Vergleich: Der aktuelle Rafale als Plug-in-Hybrid kommt auf 40 Gramm pro Kilometer. Welche Modelle konkret mit der Technologie ausgestattet werden, ließ Brunet offen.

Als möglicher Technologielieferant gilt Horse Powertrain, ein gemeinsames Unternehmen von Renault und Geely. Horse hat unter anderem den C15 vorgestellt – ein kompaktes Range-Extender-Paket, das sich sowohl im Kofferraum als auch unter der Motorhaube verbauen lässt. Es umfasst einen 1,5-Liter-Benzinmotor, einen Generator, ein Kühlsystem und eine Abgasanlage. In der Saugervariante leistet das Aggregat bis zu 70 kW, mit Turbolader bis zu 120 kW. Eine offizielle Bestätigung, dass Renault auf diese Technik zurückgreifen wird, blieb allerdings aus.

Quelle: Automotive News Europe – Renault announces extended-range option for next-generation EV platform

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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