Reev startet flexiblen Stromtarif für die E-Mobilität

Reev startet flexiblen Stromtarif für die E-Mobilität
Copyright:

Shutterstock / 2269441647

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Die Antriebswende braucht intelligente Lösungen, etwa für das Laden von Elektroautos. Die Energie- und Ladeplattform Reev bringt deshalb einen flexiblen Stromtarif auf den Markt, der Ladeinfrastruktur zum aktiven Bestandteil des Energiesystems macht. Unternehmen, Flottenbetreiber und die Immobilienwirtschaft können von deutlich geringeren Stromkosten, 100 Prozent erneuerbarer Energie und einem intelligenten Energiemanagement profitieren, das Ladeprozesse automatisch in die günstigsten Stunden verschiebt.

Das Ergebnis: bis zu 30 Prozent geringere Kosten pro Kilowattstunde Strom (Arbeitspreis) – durch gezieltes Laden in Zeitfenstern mit hohem Anteil an Wind- und Solarstrom, ganz ohne zusätzlichen Aufwand, wie Reev in Aussicht stellt.

Das „Reev Stromtarif“ genannte Angebot bringt den europäischen Strommarkt mit dem intelligenten Energiemanagement der „Reev Platform“ zusammen: Mithilfe von Preissignalen und KI-gesteuerten Optimierungsalgorithmen werden Ladevorgänge automatisch in die Zeiträume verschoben, in denen besonders viel Wind- und Solarstrom erzeugt wird und die Preise daher besonders niedrig sind. Unter der Annahme, dass ein Unternehmen einen Bestandstarif mit einem fixen Arbeitspreis von 35 Cent/kWh hat, würde dieser mit dem dynamischen und optimierten „Reev Stromtarif“ auf 25 Cent/kWh sinken, bei gleichzeitig geringeren Emissionen. Damit sparen Unternehmen nicht nur Kosten, sondern leisten auch einen direkten Beitrag zur Energiewende.

„Mit dem dynamischen Reev Stromtarif schlagen wir die Brücke zwischen Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. Elektromobilität entwickelt sich so von einer reinen Verbraucherinfrastruktur zu einer gestaltenden Kraft im Energiemarkt. Das ist ein entscheidender Schritt, um Energie und Mobilität in Europa intelligent und zukunftsfähig zu verknüpfen“, so Eduard Schlutius, CEO von Reev.

Wie der Tarif funktioniert

Die Preisgrundlage für den „Reev Stromtarif“ bildet der europäische Strommarkt: Am sogenannten Day-Ahead-Markt wird Strom für den Folgetag gehandelt, wodurch Preise für jede Viertelstunde festgelegt werden. Diese werden direkt in die „Reev Platform“ eingespeist. Das integrierte Energiemanagementsystem (EMS) analysiert die Preisdaten und verschiebt Ladevorgänge automatisch in die günstigsten Stunden. Bereits ab wenigen Ladepunkten sinken die Strombeschaffungskosten im Vergleich zu klassischen Fixpreistarifen deutlich – ohne dass man selbst aktiv werden muss. Gleichzeitig erhöht sich der Anteil erneuerbarer Energien, da besonders die günstigen Stunden mit hohem Photovoltaik- und Windstromanteil genutzt werden.

Mithilfe künstlicher Intelligenz lassen sich zudem Lastspitzen vermeiden und Ladezeiten an individuelle Anforderungen anpassen – etwa, wann Elektroautos mit vollem Akku abfahrbereit sein müssen. So wird der komplexe Energiemarkt für jedes Unternehmen mit Ladeinfrastruktur in konkrete wirtschaftliche Vorteile übersetzt.

Standzeiten werden zu Sparzeiten

Egal ob ein kleines Unternehmen mit nur wenigen Ladepunkten, ein mittelständischer Betrieb mit einem Fuhrpark von 30 Fahrzeugen oder ein großer Büro- oder Gewerbecampus mit hunderten Ladepunkten – der „Reev Stromtarif“ kann dafür sorgen, dass die langen Standzeiten der Elektrofahrzeuge tagsüber zu Kostenvorteilen werden.

Auch die Immobilienwirtschaft kann ganze Gebäude oder Quartiere mit dem dynamischen Tarif versorgen und so den Energieverbrauch deutlich effizienter gestalten. Denn auch hier stehen Fahrzeuge oft über viele Stunden hinweg, die sich für günstiges und nachhaltiges Laden nutzen lassen. In Mehrfamilienhäusern sind E-Autos zudem nicht nur tagsüber, sondern vor allem auch über Nacht angeschlossen. Diese langen Standzeiten eröffnen weitere Einsparmöglichkeiten – denn nachts sind die Strompreise wegen der geringen Nachfrage besonders niedrig.

Dabei gehe der „Reev Stromtarif“ weit über die Ladeinfrastruktur hinaus, wie der Anbieter mitteilt: Er kann den gesamten Energiebedarf eines Standorts abdecken – von Beleuchtung bis hin zu Heizsystemen oder Wärmepumpen. Damit entsteht ein neues Level an Einfachheit: ein Tarif, weniger Kosten, kein Aufwand.

„Wir machen dynamische Strompreise nicht nur zugänglich, sondern auch praktisch und einfach anwendbar. Das ist die Grundlage für den nächsten großen Schritt: die vollintegrierte Verbindung von Energie, Ladeinfrastruktur und Mobilität“, ergänzt Dr. Moritz Bohland, Head of Energy bei Reev.

Quelle: Reev – Pressemitteilung vom 01.10.2025

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto laden

Ladeinfrastruktur für E-Autos: Nur Malta verfehlt die Ausbauziele der EU

Ladeinfrastruktur für E-Autos: Nur Malta verfehlt die Ausbauziele der EU

Michael Neißendorfer  —  

Eine aktuelle Analyse zeigt, dass fast alle EU-Staaten beim Ausbau der Ladeinfrastruktur mit der wachsenden Zahl an E-Autos Schritt halten.

Analyse: Diese fünf Anbieter dominieren den Schnelllademarkt

Analyse: Diese fünf Anbieter dominieren den Schnelllademarkt

Tobias Stahl  —  

Mehr als zwei Drittel aller Schnellladevorgänge in Deutschland entfallen auf einen von fünf Anbietern. Auf die kleineren Betreiber kommen schwierige Zeiten zu.

Aampere will Europas Gebrauchtmarkt für E-Autos neu ordnen

Aampere will Europas Gebrauchtmarkt für E-Autos neu ordnen

Sebastian Henßler  —  

Mit 200 angeschlossenen Händlern verkauft Aampere gebrauchte Elektroautos europaweit per Auktion. Nun kommt frisches Kapital für die weitere Expansion.

VoltExchange: Kostenlos laden durch Wallbox-Tausch

VoltExchange: Kostenlos laden durch Wallbox-Tausch

Sebastian Henßler  —  

VoltExchange verbindet private Wallbox-Besitzer:innen mit E-Auto-Fahrenden und ersetzt Bezahlung durch ein Guthabensystem für kostenloses Laden.

Milence eröffnet viertes Ladezentrum in den Niederlanden

Milence eröffnet viertes Ladezentrum in den Niederlanden

Maria Glaser  —  

Mit fünf Ladestationen und 400-Kilowatt-CCS-Ladegeräten hat Milence sein viertes Ladezentrum für Elektro-Lkw in den Niederlanden eröffnet.

Ladeinfrastruktur: Was Europa von China lernen kann

Ladeinfrastruktur: Was Europa von China lernen kann

Sebastian Henßler  —  

In China kostet ein E-Auto-Kennzeichen nichts, Verbrenner-Kennzeichen dagegen Tausende Euro. Was das mit Ladeinfrastruktur zu tun hat, erklärt Haseeb Hassan.

Dynamische Stromtarife lohnen vor allem mit E-Auto

Dynamische Stromtarife lohnen vor allem mit E-Auto

Arun Niemann  —  

Ohne große flexible Verbraucher ist ein Festpreistarif laut neuer Verivox-Auswertung oft günstiger. Doch beim Laden des E-Autos an der Wallbox ändert sich das.