Für mehr als die Hälfte der Verbraucher:innen in Deutschland (54 Prozent) ist der Preis das wichtigste Kriterium beim Autokauf. Jeder vierte Befragte (25 Prozent) möchte für das nächste Auto weniger als 15.000 Euro ausgeben, wie die Deloitte Automotive Consumer Study 2026 zeigt, eine weltweite Verbraucherbefragung. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) plant ein Budget zwischen 15.000 und 50.000 Euro ein, während 12 Prozent 50.000 Euro oder mehr investieren wollen. Dabei planen 57 Prozent der Befragten, einen Gebrauchtwagen zu kaufen, während es bei den Neuwagen 43 Prozent sind.
Andere Kaufkriterien wie die Produktqualität (50 Prozent) und die Markenbekanntheit (39 Prozent) sind für die Verbraucher:innen in Deutschland weniger entscheidend. Während die Fahrzeugeigenschaften, wie etwa Kraftstoffverbrauch und Reichweite der Batterie, in den für die deutsche Autoindustrie wichtigen Auslandsmärkten – China, USA und Großbritannien – unter den Top 3 liegen, folgt dieses Kriterium hierzulande erst auf Platz 5 (34 Prozent). Hierzulande planen 45 Prozent zu einer anderen Marke zu wechseln – deutlich weniger als in den aufstrebenden Märkten China (72 Prozent), Indien (70 Prozent) oder Südostasien (67 Prozent).
„In Deutschland werden die Verbraucher preissensibler. Bei unserer Befragung gaben im Vergleich zum vergangenen Jahr mehr Menschen an, einen Gebrauchtwagen erwerben zu wollen, während die Zahlungsbereitschaft im Premiumsegment sinkt. Um den Neuwagenabsatz zu steigern, dürfen die Fahrzeugpreise nicht weiter steigen“, sagt Dr. Harald Proff, Leiter des Automobilsektors bei Deloitte.
Interesse an Elektroautos steigt leicht
Das Interesse der Konsument:innen in Deutschland an elektrifizierten Fahrzeugen nimmt etwas zu: 39 Prozent würden beim nächsten Kauf ein solches Auto wählen. Ein Elektroauto bevorzugen 16 Prozent (2025: 14 Prozent), 10 Prozent ein Plug-In-Hybridfahrzeug (2025: 9 Prozent) und 14 Prozent ein Hybridfahrzeug ohne Stecker (2025: 12 Prozent). Gleichzeitig sinken die Kaufabsichten für Verbrennungsmotoren etwas: Während im vergangenen Jahr noch 53 Prozent der Befragten einen Verbrenner bevorzugten, sind es aktuell 49 Prozent.
Innerhalb der großen Absatzmärkte würden sich in China die meisten Menschen für ein mit Strom betriebenes Fahrzeug (E-Auto, Plug-in- und Hybridauto) entscheiden (56 Prozent), in den USA sind es ein Drittel (33 Prozent) und in Großbritannien 49 Prozent.
„Elektromobilität wird die beherrschende Antriebsart werden. Auch in Deutschland möchten wieder mehr Menschen Stromer kaufen. Die geplante Kaufprämie wird dies weiter befeuern sowie auch die Tatsache, dass die Fahrzeuge immer günstiger werden und es hierzulande immer mehr Modelle gibt. Die Unternehmen sollten die Transformation aktiv vorantreiben“, so Proff.
Das Laden zu Hause ist entscheidend
Entscheidend für den Hochlauf der E-Mobilität in Deutschland ist aber auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur, insbesondere nahe der eigenen vier Wände. Fast drei Viertel der Elektroauto-Fahrer:innen (74 Prozent) verfügen bereits über eine Lademöglichkeit zu Hause. In China ist dieser Anteil mit 94 Prozent deutlich höher. Auch sagen 61 Prozent der Kaufinteressierten hierzulande, dass sie am liebsten den Ladevorgang daheim durchführen, gefolgt von öffentlichen Ladestationen (26 Prozent) und dem Arbeitsplatz (13 Prozent).
„Die Stromkosten zu Hause sind in der Regel deutlich günstiger als beim öffentlichen Laden, bei dem die Kosten von Anbieter zu Anbieter sehr unterschiedlich ausfallen. Hier müssen Unternehmen und Politik dringend nachjustieren und für mehr Preistransparenz sorgen, um den Umstieg auf ein elektrisches Fahrzeug attraktiver zu machen“, erklärt Autoexperte Proff.
Die Global Automotive Consumer Study ist eine weltweite repräsentative Konsumentenbefragung, die Deloitte seit 2010 regelmäßig durchführt. Mehr als 28.500 Konsument:innen aus 27 Ländern gaben im vergangenen Oktober und November Auskunft über ihre Präferenzen in Bezug auf Autos und den Autokauf, darunter 1500 in Deutschland.
Quelle: Deloitte – Pressemitteilung vom 19.01.2026








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