Umfrage: E-Auto holt Benziner im Firmenfuhrpark ein

Umfrage: E-Auto holt Benziner im Firmenfuhrpark ein
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
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Firmenwagen haben in deutschen Unternehmen ihren Glanz als Statussymbol weitgehend verloren. Das zeigt eine aktuelle Befragung des Umfrageinstituts Omniquest im Auftrag des Auto-Abo-Anbieters MHC Mobility unter rund 1000 Berufstätigen in Deutschland. Für 79 Prozent der Befragten aus Unternehmen mit Firmenfahrzeugen steht die berufliche Notwendigkeit klar im Vordergrund – etwa im Außendienst, Vertrieb oder technischen Service. Nur 21 Prozent sehen das Firmenfahrzeug vorrangig als Instrument zur Mitarbeitendenbindung oder -motivation.

In 64 Prozent der Unternehmen stehen der Umfrage zufolge Firmenfahrzeuge zur Verfügung – entweder für die Befragten selbst oder für Kolleg:innen. 41 Prozent haben persönlich Zugriff auf ein Firmenfahrzeug, 29 Prozent berichten, dass dies einzelnen Kolleg:innen vorbehalten ist. Lediglich 36 Prozent der Befragten geben an, in einem Unternehmen ohne Firmenfahrzeuge zu arbeiten.

Kosten und Aufwand schlagen Neuheitsreiz

Bei der Fahrzeugauswahl dominieren wirtschaftliche und praktische Überlegungen. 45 Prozent der Befragten nennen geringe Kosten als einen der wichtigsten Faktoren, fast gleichauf liegt der Wunsch nach minimalem Aufwand für Wartung, Service und Versicherung: 42 Prozent wählen dies als eines der beiden wichtigsten Entscheidungskriterien. Das Gegenteil trifft auf den Neuheitswert zu: Weniger als neun Prozent der Befragten legen Wert darauf, stets das aktuellste Modell zu fahren – der am seltensten genannte Faktor in der Erhebung.

Rainer Thies, CEO bei MHC Mobility, ordnet die Zahlen so ein: „Der Firmenwagen ist in vielen Unternehmen kein Statussymbol, sondern eher ein Mittel zum Zweck.“ Mobilitätslösungen müssten heute vor allem zuverlässig, kalkulierbar und einfach in der Nutzung sein – Fahrzeuge, die schnell verfügbar sind und zum jeweiligen Bedarf passen, ohne zusätzliche Verwaltungsprozesse zu erzeugen.

Elektroautos so beliebt wie Benziner

Besonders auffällig sind die Ergebnisse zur Antriebspräferenz für den künftigen Fuhrpark: 46 Prozent der Befragten nennen das Elektroauto als bevorzugte Antriebsart – exakt so viele wie beim Benziner. Hybridfahrzeuge kommen auf 31 Prozent, Diesel auf 29 Prozent. Betrachtet man elektrifizierte Antriebe insgesamt, zeigt sich ein noch deutlicheres Bild: 59 Prozent der Befragten aus Unternehmen mit Firmenfahrzeugen bevorzugen mindestens eine elektrifizierte Option, also Hybrid oder rein batterieelektrisch.

MHC Mobility

„Die Transformation ist keine Nische mehr, und die Nutzer sind deutlich offener für E-Autos als noch vor einigen Jahren“, so Thies. Viele Unternehmen bewegten sich zwischen konventionellen Antrieben und neuen Technologien und müssten dabei konkrete Fragen zur Alltagstauglichkeit abwägen.

Auch die Vergabepraxis spiegelt den Trend zum Funktionalen wider. 56 Prozent der Befragten berichten, dass Firmenwagen in ihrem Unternehmen nach Aufgabenbereich oder Notwendigkeit vergeben werden. Position oder Vergütungsstufe ist für 35 Prozent ausschlaggebend, während nur neun Prozent angeben, dass das Fahrzeug individuell im Arbeitsvertrag verhandelt wird.

Firmenwagen-Budgets variieren stark

Beim monatlichen Budget pro Firmenfahrzeug ergibt die Studie ein heterogenes Bild. 37 Prozent der Befragten geben an, dass das Budget je nach Position oder Fahrzeugtyp stark variiert. 30 Prozent planen mit 500 bis 699 Euro im Monat, 14 Prozent mit 300 bis 499 Euro. Am oberen Ende liegen zehn Prozent mit 700 bis 899 Euro sowie fünf Prozent mit 900 Euro und mehr.

Für Mobilitätsanbieter ergibt sich daraus laut Thies eine klare Konsequenz: Standardlösungen wie langfristige Leasingverträge oder der direkte Fahrzeugkauf reichten häufig nicht mehr aus. Gefragt seien Modelle, die unterschiedliche Fahrzeugtypen, Laufzeiten und Services flexibel abbilden können.

Quelle: MHC Mobility – Vom Statussymbol zum Mobilitätswerkzeug: Umfrage zeigt, was bei Firmenwagen heute wirklich zählt (per Mail)

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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