Polestar: 950 Mio. US-Dollar Finanzierung gesichert

Polestar: 950 Mio. US-Dollar Finanzierung gesichert
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Polestar

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Der schwedische Elektroautohersteller Polestar durchläuft eine bedeutende Wandlung. Volvo, bisher ein zentraler Investor, zieht sich zurück und verkauft den Großteil seiner Anteile an dem Unternehmen. Dennoch steht Polestar nicht ohne Unterstützung da: Geely, der chinesische Mutterkonzern beider Marken, hat zusätzliche finanzielle Mittel zugesagt. Ferner hat Polestar eine bedeutende Finanzspritze in Höhe von 877 Millionen Euro (950 Millionen US-Dollar) von einem Konsortium aus zwölf internationalen Banken erhalten.

Im aufgeführten Banken-Konsortium befinden sich namhafte Institute wie BNP Paribas, Natixis und HSBC. Diese Kreditlinie, die über drei Jahre läuft, soll die nächste Entwicklungsphase des Unternehmens finanzieren und einen Großteil des Bedarfs decken. Zum Jahresende 2023 verzeichnete Polestar liquide Mittel in Höhe von etwa 710 Millionen Euro.

Thomas Ingenlath, der CEO von Polestar, betont die Bedeutung dieser Finanzierung: Sie spiegele die Unterstützung der Banken für die Wachstumsstrategie von Polestar wider. In Kombination mit der vollen Unterstützung durch Geely, inklusive Zugang zu neuesten Technologien und Fachwissen, sei man auf einem guten Weg, das Ziel eines positiven Cashflows bis 2025 zu erreichen. Gleichzeitig unterstrich Geelys CEO, Daniel Li, die anhaltende Unterstützung für Polestar und betont, dass Geely seine Beteiligung an Polestar nicht reduzieren, sondern bei Bedarf an zukünftigen Finanzierungsrunden teilnehmen wird.

Ein umfassendes Effizienzprogramm begleitet die neue Finanzierung. Polestar hat bereits zehn Prozent seiner Belegschaft reduziert und plant, im laufenden Jahr weitere 15 Prozent der Stellen zu streichen. Diese Maßnahmen sind Teil der Bemühungen, die Ziele für 2025 zu erreichen: den Break-even beim Cashflow, ein Jahresvolumen von über 155.000 Autos und eine Bruttomarge im oberen Zehnerbereich.

Ingenlath sieht in den Entwicklungen eine neue Geschäftsphase für Polestar. Durch die Verbesserung der Kostenstruktur, die Sicherung der Finanzierung und die Verstärkung der Produktoffensive positioniert sich das Unternehmen für signifikantes Wachstum. Die Fokussierung auf SUVs, ein immer noch wachsendes Marktsegment, soll ab der zweiten Jahreshälfte 2024 zu einem starken Anstieg von Volumen und Gewinnmarge führen.

Ferner treibt Polestar sein Wachstum mit der Einführung neuer Modelle voran. Nach dem Start des Polestar 3 in Chengdu, China, ist die Inbetriebnahme einer weiteren Produktionsstätte in den USA für Mitte 2024 geplant. Der Polestar 4, ein kompakteres Coupé-SUV, wurde Ende 2023 vorgestellt und ergänzt das Angebot neben der seit 2020 produzierten Mittelklasselimousine Polestar 2. In den kommenden Jahren sollen das Portfolio durch die Limousine Polestar 5 und den Roadster Polestar 6 erweitert werden.

Stand heute ist es allerdings so, dass Polestar weiterhin hohe Verluste verzeichnet, teilweise bedingt durch einen langsameren Produktionshochlauf. Im Jahr 2023 konnte Polestar seine Auslieferungen im Vergleich zum Vorjahr zwar um sechs Prozent auf 54.600 Einheiten steigern, verfehlte jedoch das Ziel von 80.000 Einheiten deutlich. Während das Unternehmen ursprünglich einen Absatz von 290.000 Elektroautos pro Jahr bis 2025 anstrebte, wurden diese Erwartungen auf 150.000 bis 160.000 Einheiten korrigiert.

Quelle: Polestar – Pressemitteilung vom 29.02.2024

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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