Volvo tritt zwei Drittel seiner Polestar-Anteile an Konzernmutter Geely ab

Volvo tritt zwei Drittel seiner Polestar-Anteile an Konzernmutter Geely ab
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Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 3 min

Der schwedisch-chinesische Autohersteller Volvo will sich, wie bereits vor wenigen Wochen angedeutet und nun konkret beziffert wurde, von 62,7 Prozent seiner Anteile im Wert von 9,5 Milliarden Schwedischen Kronen (gut 852 Millionen Euro) am ebenfalls schwedisch-chinesischen Elektroautohersteller Polestar trennen und diese an die beiden Unternehmen gemeinsame Konzernmutter Geely übertragen, heißt es in einer aktuellen Mitteilung.

Demnach will Volvo eine Beteiligung von 18 Prozent an Polestar behalten. Derzeit besitzt Volvo 48 Prozent der finanziell schwächelnden Marke Polestar, was zuletzt von Analysten kritisiert wurde, die den Anteil als eine Belastung und ein Risiko für die Ressourcen von Volvo betrachten. „Da wir bedeutende operative Kooperationen mit Polestar und eine finanzielle Beziehung haben, ist es logisch, dass wir den Einfluss durch eine kleinere Beteiligung von 18 Prozent an Polestar behalten“, begründet Jim Rowan, Präsident und CEO von Volvo Cars, die Entscheidung, Polestar nicht ganz aufzugeben.

Polestar bestätigte gegenüber Elektroauto-News, dass nun die Geely Holding, die auch Mehrheitsaktionär von Volvo ist, als neuer Großaktionär einspringt. Polestar werde somit ein völlig unabhängiger Teil der Geely Gruppe. Geely habe zugestimmt, einen signifikanten Anteil an Polestar von Volvo Cars zu übernehmen. Dies sei das erste Mal, dass die Geely Holding eine direkte Beteiligung an Polestar hält. Polestar reihe sich nun neben Volvo, Lotus, Zeekr und all den anderen Geely-Marken gleichberechtigt als wirklich unabhängiges Mitglied der Geely-Gruppe ein.

Geely wiederum bekräftige somit das Vertrauen in die Marke Polestar und Polestars Vision. Polestar CEO Thomas Ingenlath ergänzt: „Während diese Transaktion es uns ermöglicht, neue Aktionäre zu begrüßen, bleibt unsere Beziehung zu Volvo Cars bestehen. Unsere Kunden werden weiterhin von unserer bestehenden Zusammenarbeit profitieren, auch im Bereich des Vertriebs und des Kundendienstes, was für Sicherheit und Konsistenz sorgt. Die größere Unterstützung durch Geely kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt, da wir unsere beiden Performance SUVs, Polestar 3 und Polestar 4, auf den Markt bringen – ein wichtiger Schritt in unserer Entwicklung.

Die enge Beziehung zwischen Polestar und Volvo bleibe unverändert, wie auch Volvo betont: Volvo Händler werden demnach weiterhin Elektroautos von Polestar warten und Volvo bleibe mit seinem Anteil von 18 Prozent auch weiterhin ein strategischer Investor von Polestar. Das Unternehmen habe außerdem zugestimmt, einen Kredit in Höhe von einer Milliarde Dollar bis 2028 zu verlängern. Polestar trete jetzt in die nächste Entwicklungsphase ein und tue dies mit Zuversicht und Glauben an die Zukunft.

Auch die laut Volvo „starke operative Zusammenarbeit“ von Volvo und Polestar in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Fertigung, After-Sales und Handel werde fortgeführt. Daniel Donghui Li, CEO der Geely Holding Group, kommentiert: „Wir haben starkes Vertrauen in Polestar und freuen uns auf 2024 mit großem Optimismus, basierend auf dem starken und attraktiven Produktportfolio, das die Position von Polestar als globale Premium-E-Auto-Marke bekräftigt“. Als langjähriger Eigentümer von Polestar verpflichte sich Geely, den zuletzt angekündigten Geschäftsplan und die Finanzziele zu unterstützen. Li hebt auch hervor, dass sich Volvo nun „voll und ganz auf seine Transformationzu einem reinen E-Auto-Hersteller bis 2030 konzentrieren könne.

Quelle: Volvo – Pressemitteilung vom 23.02.2024 / Polestar – Info per Mail

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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