In weniger als zehn Minuten von 10 auf 80 Prozent: Diesen Ladewert nennt Peugeot für die Studie RCZ Vision, mit der die Marke einen Ausblick auf die Technik ihrer künftigen Modelle gibt. Möglich machen soll das eine Festkörperbatterie, die gemeinsam mit Factorial Energy entwickelt wurde und auf einer 1000-Volt-Architektur aufbaut. Hinzu kommen eine Reichweite von bis zu 600 Kilometern sowie ein Energieverbrauch von 11,5 kWh auf 100 Kilometer, beides nach WLTP und vorbehaltlich der abschließenden Homologation. Es handelt sich dabei um ein Konzeptauto, dessen Technologien nach Angaben des Herstellers für die Modelle von morgen entwickelt wurden.
Die Festkörperzellen sind laut Peugeot speziell auf die Leistungsziele des Coupés zugeschnitten. Ihre hohe Energiedichte erlaubt es, mehr Strom auf kleinerem Raum zu speichern, was sowohl der Reichweite als auch der Kompaktheit des Akkus zugutekommt. Mit einer Dicke von nur 110 Millimetern trägt die Batterie zudem zur flachen Silhouette bei. Angetrieben wird die Studie von einem Elektromotor mit 368 kW (500 PS).
Technische Grundlage bildet eine Architektur auf Basis von STLA One, einer modularen Plattform der nächsten Generation. Sie ist auf künftige Technologien wie Steer-by-Wire ausgelegt und soll Komplexität senken, Entwicklungszyklen verkürzen sowie die Rentabilität verbessern. Neue Batterieoptionen lassen sich von Beginn an integrieren, außerdem erleichtert der modulare Aufbau die Wiederverwendung und das Recycling von Komponenten am Ende ihrer Lebensdauer. Für den niedrigen Verbrauchswert verweist der Hersteller neben der elektrischen Architektur auf Aerodynamik und Gewichtsoptimierung.

Mit dem Namen knüpft Peugeot an das RCZ-Coupé an, das von 2009 bis 2015 angeboten wurde und heute laut Marke Sammlerstatus genießt. CEO Alain Favey beschreibt das neue Konzept als Auto, das “konsequent auf die Zukunft ausgerichtet ist und sich ganz dem Fahrvergnügen verschrieben hat”. Design und Technologie könnten nach seinen Worten “nahtlos zusammenwirken”, um ein instinktives Erlebnis zu schaffen.
Peugeot RCZ Vision: Weniger Bildschirm, mehr Blick auf die Straße
Im Innenraum zeigt der RCZ Vision eine mögliche nächste Generation des i-Cockpit, das seit fast 15 Jahren ein Kernelement der Marke ist. Statt immer mehr Displays zu verbauen, setzt Peugeot auf transparente Micro-LED-Bildschirme und folgt dem Ansatz “Besser statt mehr”. Direkt über dem Hypersquare-Lenkrad liegen alle nötigen Informationen im Sichtfeld, Inhalt und Umfang der Anzeige lassen sich individuell konfigurieren. Der schwebende, leicht zur Fahrerseite geneigte Zentralbildschirm kann vollständig ausgeschaltet werden und verschwindet dank seiner transparenten Struktur dann nahezu aus dem Blickfeld.
Ziel ist es, visuelle Ablenkungen zu reduzieren, damit sich Fahrer:innen stärker auf den Verkehr konzentrieren können. Auch das Hypersquare trägt dazu bei, weil die wichtigsten Funktionen innerhalb von vier Ringen mit den Fingerspitzen erreichbar sind und die Hände am Lenkrad bleiben. Ergänzend gibt die Studie einen Ausblick auf automatisiertes Fahren der Stufe 2++, inklusive einer Freihandfunktion für Stadt und Landstraße. Physische Bedienelemente aus Aluminium für Fahrmodi und Klimatisierung sitzen auf einer schwebenden Mittelkonsole aus Milchglas.

Ausgelegt ist der Innenraum als Viersitzer im Stil eines Grand Tourers, hinten finden zwei Erwachsene Platz. Die Rücksitzlehnen lassen sich umklappen, um den Kofferraum zu vergrößern. Bezogen sind die asymmetrisch geformten Sitze mit Pelinova-Leder, ihre Rückenlehnen weisen offene Bereiche auf, die Gewicht sparen. Hellblaues Alcantara und eine Armaturenbrettuhr des französischen Uhrenherstellers Serica ergänzen das Ambiente.
Katzenhafte Linien mit Glaskuppel bis zum Heck
Äußerlich verkörpert das Konzept die neue Designsprache “Feline Future”, die künftige Modelle prägen soll. Sie basiert auf fünf Prinzipien: Freiheit, Mut, Eleganz, Stärke und Instinkt. Design-Direktor Matthias Hossann verortet sie im Spannungsfeld “zwischen katzenhafter Kraft und Präzision der Materialien”. Erkennbar wird das an der neuen Lichtsignatur, die drei extrem dünne, horizontale “Krallen” an Front und Heck neu interpretiert und vorne durch einen kompakten Thin-Lens-LED-Scheinwerfer ergänzt wird.
Ebenso greift das Glaskuppeldach ein Motiv des Vorgängers auf und erstreckt sich nun von der Motorhaube bis zum Heck, wobei die doppelte Wölbung den Platz auf den Rücksitzen optimiert. Wie beim ursprünglichen RCZ bleibt der aktive Spoiler im Stand unsichtbar und fährt erst während der Fahrt aus. Die Aluminiumfelgen messen 21 Zoll vorne und 22 Zoll hinten, kleine dreieckige Details am Felgenrand verweisen auf die erste Generation.
Quelle: Peugeot – Pressemitteilung







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