Mit dem E-208 GTi, der seit kurzem bestellt werden kann, hat Peugeot seine erste elektrische GTi-Version auf den Markt gebracht. Im Interview mit Edison Media hat Peugeot-Marketingchef Phil York erklärt, weshalb der Kompaktsportler auch ohne Verbrennungsmotor ein echter GTi ist und wie Hot Hatches den Blick der Kunden auf Elektroautos verändern könnten.
„Wir haben uns sehr gefreut, als wir vor 18 Monaten das Konzeptfahrzeug präsentieren konnten. Und heute ist es ein sehr emotionaler Moment, das fertige Serienauto zu sehen und es fahren zu können“, sagte York. Bei Peugeot sei man fest entschlossen gewesen, einen „echten GTi“ zu bauen. Der verbaute Antriebsstrang sei dafür ein zweitrangiges Kriterium, während das Fahrgefühl und der Fahrspaß entscheidend seien. „Dazu gehört natürlich auch eine ganz bestimmte Optik, die man sofort wiedererkennt: die roten Zierleisten, die roten Sicherheitsgurte und so weiter. Wichtig war, dass er die sportlichen Spitzenwerte seiner Kategorie liefert“, ergänzte der Marketingchef.
Gegen einen kompakten Sportwagen mit Verbrennungsmotor habe man sich auch entschieden, weil darauf im wichtigsten Heimatmarkt Frankreich etwa 60.000 bis 70.000 Euro CO₂-Strafsteuer anfielen, wodurch der Fahrzeugpreis letztlich auf rund 100.000 Euro ansteigen würde. „Und wir glauben, dass so ein Fahrzeug dazu beitragen kann, die Wahrnehmung von Elektroautos zu verändern und zu zeigen, dass sie eben nicht langweilig, sondern aufregend sein können“, erklärte York.
Als direkte Konkurrenten des E-208 GTi sieht Peugeot den Alpine A290 sowie den Mini John Cooper Works Electric. York rechnet damit, dass der Elektro-Flitzer ein breites Publikum ansprechen wird, zu dem auch Nostalgiker gehören werden, die sich an die klassischen Hot Hatches der Vergangenheit erinnern, wozu er ausführte: „Als wir das Auto in Le Mans vorgestellt haben, hatten wir 150 Besitzer eines 205 GTi eingeladen. Wir waren uns vorher nicht sicher, wie sie auf ein Elektroauto reagieren würden. Aber sie waren ausnahmslos begeistert, den GTi zurückzuhaben.“
Den E-208 GTi sieht der Marketingchef auch als Chance, um jüngere Kunden anzusprechen und zu gewinnen. Schließlich sei ein Hot Hatch kein Familienauto, sondern richte sich gewöhnlich an Menschen vor der Familiengründung oder werde als sportlicher Zweitwagen genutzt.
Auch wenn das batterieelektrische Hot Hatch die Gewinnschwelle erreichen müsse, messe man seinen Erfolg nicht primär an den Verkaufszahlen. Stattdessen sei der E-208 GTi eine „Ikone für die Marke“, die das Markenimage stärke und dabei helfe, „mehr normale 208, GT-Lines und andere Versionen zu verkaufen. Hoffentlich verkaufen wir auch viele GTis, aber reine Absatzzahlen sind nicht das Hauptziel dieses Projekts“, sagte York im Interview. Auch wenn es aktuell keine Pläne für weitere GTi-Versionen gebe, prüfe das Team ständig neue Möglichkeiten.
Die Rückkehr der Hot Hatches, bei denen auch Volkswagen mit dem ID. Polo GTI einen Konkurrenten ins Rennen schickt, begrüßt der Peugeot-Marketingchef: „Vor 40 Jahren gab es hier unzählige Mitbewerber, und nun erleben wir eine Renaissance. Das wird das Interesse der Kunden wecken und ihre Sicht auf E-Autos verändern.“ Zudem sieht York eine Chance in den neuen Hot Hatches, das Vorurteil abzubauen, Elektroautos seien langweilig.
Quelle: Edison Media – Rückkehr der Hot-Hatches: „Elektrisch UND fantastisch“






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