Die Formel E – das Elektro-Pendant zur Formel 1 – setzt sich dafür ein, dass mehr weibliche Fahrerinnen an den Wettbewerben teilnehmen und kündigte eine umfangreiche Ausweitung des Frauenprogramms sowie Investitionen an. Der Geschäftsführer von Formel E, Jeff Dodds, hoffe, dass innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre mehr Fahrerinnen auf Meisterschaftsniveau antreten.
Die Saisonabschlussrennen der Formel E fanden am vergangenen Wochenende im Londoner ExCel-Kongresszentrum statt. Dabei jährte sich auch, dass vor 50 Jahren mit Lella Lombardi die erste und letzte Frau in der Formel 1 antrat, die punktete. Bei der Formel E waren seit 2014 immerhin bereits drei Fahrerinnen am Start. Die letzte weibliche Formel-E-Fahrerin war die Schweizerin Simona de Silvestro im Jahr 2016. Die meisten Teams haben außerdem bereits Fahrerinnen in ihren Nachwuchsprogrammen, jedoch ist keine anteilsmäßige Emanzipation in Sicht.
Das Rennfahren ist eine männerdominierte Sportart, in der Frauen unterrepräsentiert sind, und das obwohl Teilnehmende bei den Rennen unabhängig vom Geschlecht gegeneinander antreten. „Wir gehen davon aus, dass Männer und Frauen im Motorsport gleichberechtigt gegeneinander antreten können, aber die Bedingungen für einen gleichberechtigten Wettbewerb sind definitiv nicht für beide gleich“, sagte Dodds anlässlich des Jahrestags. Zu dem Schluss, dass im Rennsport weitgehend unabhängig von Geschlechterunterschieden des Körpers teilgenommen werden kann, kommt auch der Sportmediziner Dr. Riccardo Ceccarelli: „Einen Leistungsunterschied konnten wir nicht feststellen“, sagte er in Bezugnahme auf Testergebnisse an Rennfahrern und Rennfahrerinnen.
Zu den konkreten Maßnahmen der Formel E, um Frauen zu fördern, nannte Dodds den sogenannten Frauentest, bei dem Fahrerinnen seit zwei Jahren die aktuellen Fahrzeuge unter denselben Bedingungen wie die Rennfahrer testen können. Dies werde bald ausgeweitet: „Während der Schwerpunkt bisher auf Testfahrten für Frauen lag, werden wir ein viel umfangreicheres Programm ankündigen, um noch mehr Möglichkeiten für Frauen zu schaffen, in diese Fahrzeuge zu steigen und die Lücke zu schließen“, so Dodds.
Ziel sei es, dass innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre mehr Frauen auf Meisterschaftsniveau neben den männlichen Elite-Rennfahrern antreten. Die Zusammenarbeit mit den Teams sei dabei zentral, so Dodds, da sie sich hinter die Idee stellen und entsprechende Möglichkeiten schaffen müssen. Die Formel E ermutige Teams gezielt, ihre Frauen im Nachwuchs in der nächsten Saison zu fördern und einzusetzen. Die Resonanz sei positiv. Das Opel GSE Formula E Team ist dabei einen Schritt vorangegangen und hat mit Sophia Flörsch (siehe Titelbild) seine erste Fahrerin verpflichtet.
Mit dem Saisonabschluss nahm zudem eine Ära der Formel E ein Ende, da ab der Saison 2026/27 die neuen, schnelleren und leichteren Gen-4-Wagen eingeführt werden. Dies, so Dodds, bedeute einen Quantensprung in Sachen Leistung und hebe die Serie auf ein neues Niveau. Ein Wendepunkt, der auch ein Umdenken in Sachen Emanzipation fördern könnte.
Quelle: Reuters – Formula E aiming for female drivers in two to three years / ÖAMTC – Warum keine Frauen in der Formel 1 fahren









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