Opel-Kaiserslautern soll Batteriefabrik von PSA bekommen

Opel-Kaiserslautern soll Batteriefabrik von PSA bekommen
Copyright:

Razvan Iosif / Shutterstock.com

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Einem Medienbericht zufolge plant die Opel-Muttergesellschaft PSA am Standort Kaiserslautern wie bereits im Frühling vermutet eine Batteriezellenproduktion mit einer Kapazität von bis zu 32 Gigawattstunden aufzubauen. Die Landesregierung Rheinland-Pfalz hat dies bereits bestätigt, 2000 neue Arbeitsplätze sollen entstehen. Eine identische Fabrik soll an einem weiteren Standort in Frankreich aufgebaut werden. Die Technologie kommt vom französischen Batteriezellen-Hersteller Saft SA, der mit PSA und Opel ein Konsortium bilden soll, berichtet der SWR.

Die Zustimmung der Aufsichtsräte von Saft und PSA für das sechs Milliarden Euro teure Vorhaben gilt als Formsache. Der Baubeginn soll 2023 erfolgen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) zeigte sich bereits offen gegenüber einer Verkürzung von Planungs- und Genehmigungsverfahren und bezeichnete die Batterie-Allianz als „Durchbruch, für den wir hart gearbeitet haben, auf den wir lange gewartet haben“.

Die EU-Kommission hatte kurz zuvor die sogenannte Batterie-Allianz, an der sieben Länder und 17 Unternehmen beteiligt sind, offiziell auf den Weg gebracht. Damit zum erwarteten Boom von Elektroautos ausreichend Fertigungskapazitäten in Europa bereitstehen. Unter den 17 Firmen sind unter anderem der Chemiekonzern BASF, der Autobauer BMW sowie das Batterieunternehmen Varta, die untereinander und mit mehr als 70 weiteren externen Partnern zusammenarbeiten sollen, wie kleineren Unternehmen und öffentlichen Forschungseinrichtungen.

Ein „großer Wurf“ für Kaiserslautern

Der Grünen-Fraktionschef Bernhard Braun sagte, die Batteriezellenfertigung sei „einer der wichtigsten Bausteine für den Erfolg der Elektromobilität“. Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) freute sich über den „großen Wurf“ für Kaiserslautern. Inmitten des Wandels der ganzen Autoindustrie sei es gelungen, Chancen für den Standort Kaiserslautern zu schaffen. Der Chef der oppositionellen CDU-Fraktion im Landtag, Christian Baldauf, findet eine Zellproduktion in Deutschland und Europa unverzichtbar, um die Abhängigkeit von der asiatischen Batterieindustrie zu beenden. Momentan werden gut 80 Prozent aller E-Auto-Batterien in Asien produziert, aus Europa kommen nur etwa drei Prozent.

Die Westpfalz ist stark betroffen von der Transformation in der Automobilbranche“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) dem SWR zufolger. „Umso wichtiger ist jetzt, dass ein Signal gesetzt werden kann, dass auch die Automobilbranche eine Zukunft hat.“

Quellen: SWR – Bei Opel Kaiserslautern sollen 2000 neue Jobs entstehen // SWR – Landesregierung sieht in Opel-Projekt „Meilenstein“

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

IG Metall warnt vor Wiederholung des Solar-Debakels

IG Metall warnt vor Wiederholung des Solar-Debakels

Sebastian Henßler  —  

Die Autoindustrie baut massiv Stellen ab. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärt, was sie von EU, Bundesregierung und Unternehmen erwartet.

KI-Boom treibt Speicherchip-Preise für Autobauer hoch

KI-Boom treibt Speicherchip-Preise für Autobauer hoch

Sebastian Henßler  —  

Tech-Konzerne kaufen den Chipmarkt leer, die Autobranche zahlt drauf. Einzelne Speicherbausteine sind bis zu 400 Prozent teurer geworden.

Europa liegt beim E-Auto-Absatz nur drei Jahre hinter China zurück

Europa liegt beim E-Auto-Absatz nur drei Jahre hinter China zurück

Michael Neißendorfer  —  

Hält Europa an seinen CO2-Grenzwerten fest, könne es den Rückstand auf China noch vor 2030 aufholen und den Ölverbrauch im Verkehrssektor drastisch senken.

Tozero gewinnt in Bayern Lithium aus alten Batterien zurück

Tozero gewinnt in Bayern Lithium aus alten Batterien zurück

Sebastian Henßler  —  

Tozero verarbeitet jährlich 1500 Tonnen Batterieabfälle und gewinnt daraus Lithium, Graphit und Nickel-Kobalt zurück. Die Kosten liegen unter Bergbauniveau.

Mehrheit der Deutschen wünscht sich bessere Förderung für E-Autos

Mehrheit der Deutschen wünscht sich bessere Förderung für E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

Eine aktuelle Befragung zeigt: Die Deutschen wechseln verstärkt vom Verbrenner zum Elektroauto – und fordern von der Politik mehr Initiative für E-Mobilität.

SolidCore: Was hinter MGs Batterieversprechen steckt

SolidCore: Was hinter MGs Batterieversprechen steckt

Sebastian Henßler  —  

MG will als erster Automobilhersteller eine Semi-Solid-State-Batterie in Großserie nach Europa bringen. Der Hochlauf läuft, doch manche Fragen bleiben offen.

Experten und Verbände watschen „Klimaschutz“-Programm der Regierung ab

Experten und Verbände watschen „Klimaschutz“-Programm der Regierung ab

Michael Neißendorfer  —  

Verbände und Experten lassen kein gutes Haar am neuen „Klimaschutzprogramm“ der Bundesregierung. Wirklich neues habe es gar nicht zu bieten.