Northvolt: Neben Batteriefertigung wird mit „Revolt“ nun auch recycelt

Northvolt: Neben Batteriefertigung wird mit „Revolt“ nun auch recycelt
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto- Nummer: 378634654

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Das schwedische Unternehmen Northvolt machte vor allem im Frühjahr und Herbst diesen Jahres von sich Reden. Nachdem bekannt wurde, dass Northvolt als Partner bei VWs Batteriezellfertigung in Niedersachsen einsteigt, ging es auch mit der eigenen europäischen Giga-Fabrik für Lithium-Ionen-Batteriezellen voran. Wie geplant wird die Giga-Fabrik im nordschwedischen Skellefteå errichtet. Künftig möchte man sich aber nicht nur auf die Produktion der Batterien, sondern auch deren Recycling konzentrieren.

Revolt soll nachhaltiges Batterie-Recycling für Northvolt ermöglichen

Unter dem Namen „Revolt“ widmet sich das schwedische Unternehmen dem Recycling von Lithium-Ionen-Batterien. Aus Sicht von Northvolt vollkommen nachvollziehbar, zielt man doch auf eine nachhaltige Batterieherstellung ab. Durch entsprechende Recycling-Programm wird man in der Lage sein wertvolle Materialien aus Zellen zu gewinnen und sie wieder in den Produktionsfluss zurückzuführen. „Recycling wird den Bedarf an Bergbau-Rohstoffen verringern, die Versorgungssicherheit verbessern und die Umweltbelastung von Northvolt-Zellen durch die Reduzierung bergbaubedingter Emissionen verringern“, wie Peter Carlsson, CEO Northvolt zu verstehen gibt.

Als ersten Schritt zur Sicherung eines europäischen Ökosystems für das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien wird Northvolt eine Pilot-Recyclinganlage in Västerås, Schweden, neben der Produktionsstätte von Northvolt Labs errichten. Bereits im kommenden Jahr soll die Pilotanlage online gehen und Northvolt als Plattform für die Entwicklung und Validierung des Recyclingprozesses dienen. Die Anlage wird eine anfängliche Recyclingkapazität von 100 Tonnen pro Jahr anstreben und NMC- und NCA-Lithium-Ionen-Chemikalien verarbeiten.

„Die Pilotanlage wird auf den Arbeiten der letzten zwei Jahre aufbauen und uns die notwendigen Instrumente an die Hand geben, um uns auf die nächste Stufe zu bringen – von den Forschungslabors in die Praxis. Was wir in der Pilotanlage lernen, ist der Schlüssel zur Optimierung des Designs, des Baus und letztlich des Betriebs einer Recyclinganlage mit viel größerer Kapazität, die bei Northvolt Ett errichtet wird.“ – Emma Nehrenheim, Chief Environmental Officer von Northvolt

50% der Batteriematerialien sollen 2030 aus recycelten Batterien stammen

Bis 2030 ist Northvolt bestrebt 50 Prozent der im Produktionsprozess verwendeten Materialien aus recycelten Materialien zu gewinnen. Dieses Ziel wird durch einen schrittweisen Kapazitätsaufbau gesichert, beginnend mit einem ersten Block, der 2022 in Betrieb gehen soll und in dem ca. 25.000 Tonnen Batteriezellen pro Jahr recycelt werden können. Entsprechende Schlüsselprozesse, welche man in den vergangenen zwei Jahre entwickelt hat, sollen das Recycling erleichtern.

„Revolt eröffnet Northvolt ein sehr spannendes Kapitel und wird zeigen, wie die Umweltvorteile von Batterien noch weiter gesteigert werden können, als wir es derzeit bei der Verwendung als Ersatz für fossile Brennstoffe sehen. Für die Kunden bedeutet dies auch, dass wir Sicherheit und Dienstleistungen für den nachhaltigen Umgang mit Altbatterien anbieten können, an die sie nach europäischem Recht gebunden sind.“ – Emma Nehrenheim, Chief Environmental Officer von Northvolt

Stand heute verfügt Europa über eine Batterie-Recycling-Kapazität von rund 33.000 Tonnen pro Jahr. Die vorhandene Kapazität ist jedoch weder für eine effektive Rückgewinnung von Edelmetallen in Lithium-Ionen-Batterien noch für die Handhabung der Batteriemengen geeignet, die im Zuge des Hochfahrens der Elektrifizierung in den Verkehr gebracht werden. So die Aussage von Northvolt. Dies wird besonders deutlich, wenn man bedenkt, dass bereits 2019 rund 75.000 Tonnen Batterien das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben.

Quelle: Northvolt – Pressemitteilung vom 13. Dezember 2019

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Deutschlands Zulieferer verlieren weiter gegen Konkurrenz aus China

Deutschlands Zulieferer verlieren weiter gegen Konkurrenz aus China

Michael Neißendorfer  —  

Die deutschen Automobilzulieferer stecken tiefer in der Krise als bislang vielen bewusst war. Wie es wieder Aufwärts gehen kann.

China-Druck bringt VDA zum Umdenken

China-Druck bringt VDA zum Umdenken

Arun Niemann  —  

Chinesische Hersteller setzen Europas Autobauer zunehmend unter Druck. Jetzt prüft auch der VDA, ob sein bisheriger Freihandelskurs noch trägt.

T&E-Chef Bock: Krise der deutschen Autoindustrie ist hausgemacht

T&E-Chef Bock: Krise der deutschen Autoindustrie ist hausgemacht

Tobias Stahl  —  

Nicht die Belegschaft und auch nicht die EU-Vorgaben sind Schuld an der Misere der europäischen Autoindustrie, meint T&E-Chef Bock – sondern die Chefetagen.

Schaeffler kappt E-Auto-Ziele nach US-Förderstopp

Schaeffler kappt E-Auto-Ziele nach US-Förderstopp

Sebastian Henßler  —  

Schaeffler senkt seine Umsatzziele bis 2028 deutlich, weil der Wegfall der E-Auto-Förderung in den USA das Geschäft rund um Vitesco stärker bremst als erwartet.

Batterieabhängigkeit kostet Europa bis 150 Milliarden Euro

Batterieabhängigkeit kostet Europa bis 150 Milliarden Euro

Sebastian Henßler  —  

Eine neue Deloitte-Studie zeigt, dass Europas Automobilindustrie bis 2030 bis zu 150 Milliarden Euro an Wertschöpfung verlieren könnte.

Hankooks Reifen der Zukunft: luftlos, farbig, abbaubar

Hankooks Reifen der Zukunft: luftlos, farbig, abbaubar

Sebastian Henßler  —  

Luftlos, transparent, biologisch abbaubar: Hankooks Konzeptreifen bricht mit allen Konventionen. Was heute schon geht und was fehlt, bis er serienreif ist.

Automobilindustrie vor Tabubruch: Müssen deutsche Werke bald China-Autos bauen?

Automobilindustrie vor Tabubruch: Müssen deutsche Werke bald China-Autos bauen?

Daniel Krenzer  —  

VDA-Präsidentin Hildegard Müller warnt vor gefährdeten Werken in Deutschland. Kooperationen mit chinesischen Herstellern könnten helfen, Jobs zu sichern.