Der deutsche Pkw-Markt hat im September deutlich zugelegt. Mit knapp 257.000 Neuzulassungen wurden 9 Prozent mehr Fahrzeuge zugelassen als im Vorjahresmonat. Die saison- und arbeitstagbereinigte Jahresrate (SAAR) stieg auf 3,15 Millionen Pkw und erreichte damit den höchsten Wert seit Jahresbeginn, so Dataforce in einer aktuellen Auswertung.
Entscheidender Wachstumstreiber war erneut der Privatmarkt. Die privaten Zulassungen legten um 28 Prozent auf mehr als 103.000 Fahrzeuge zu und erreichten einen Marktanteil von 40 Prozent. Damit kamen fast 23.000 zusätzliche Zulassungen aus diesem Kanal. Der Flottenmarkt blieb dagegen mit einem Plus von 1 Prozent auf rund 69.000 Einheiten nahezu stabil. Auch die Autovermieter entwickelten sich positiv und steigerten ihr Volumen um 8 Prozent. Hersteller (keine Veränderung) und Handel (-11 Prozent) bedienen zuerst die Privatnachfrage und halten sich mit Eigenzulassungen zurück.
Das kräftige Wachstum sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Markt weiterhin nicht breit abgestützt ist. Der Flottenmarkt bleibt kumuliert 0,7 Prozent unter Vorjahr. Damit hängt die derzeitige Dynamik stark an der privaten Nachfrage – und an Faktoren wie den Fördermaßnahmen und den weiterhin hohen Kraftstoffpreisen.
Elektroboom verschiebt die Kräfteverhältnisse
Die Elektrifizierung hat im September weiter deutlich an Fahrt gewonnen. Mit rund 88.600 Neuzulassungen stiegen die Zulassungen von Elektroautos um 95 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Mehr als jeder dritte neu zugelassene Pkw war rein elektrisch. Zusammen mit Plug-in-Hybriden entfielen rund 45 Prozent aller Neuzulassungen auf extern aufladbare Fahrzeuge.
Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung im Privatmarkt: Die E-Auto-Zulassungen stiegen dort um 171 Prozent auf mehr als 50.000 Fahrzeuge. Damit war knapp jeder zweite (48,7 Prozent) aller privat zugelassenen Pkw rein elektrisch. Gleichzeitig verloren Benziner und Diesel um 26 beziehungsweise 27 Prozent. Auch im Flottenmarkt nimmt die Elektrifizierung weiter zu. Batterieelektrische Fahrzeuge legten um 54 Prozent auf mehr als 23.000 Einheiten zu und erreichten einen Anteil von 33,8 Prozent.

„Der September ist ein starkes Signal für den Pkw-Markt, doch das Wachstum steht noch auf einem schmalen Fundament. Es wird vor allem vom Privatmarkt und von der Elektromobilität getragen, während die gewerblichen Kanäle wenig Bewegung zeigen“, kommentiert Automotive Analyst Julian Litzinger. „Gleichzeitig entstehen durch den schnellen Antriebswandel große Chancen: Wer jetzt attraktive Elektroangebote, wettbewerbsfähige Preise und Verfügbarkeit verbindet, kann Volumen absetzen. Das zeigen auch die deutlichen Zuwächse neuer Wettbewerber.“
Für Hersteller und Handel liege eine große Chance und zugleich die Herausforderung darin, die Marktanteile neu zu verteilen. Das zeigen insbesondere die starken Zuwächse neuer und chinesischer Wettbewerber. Ihr gemeinsamer Marktanteil hat sich auf rund 7 Prozent nahezu verdoppelt. Marken wie BYD, MG, Leapmotor und Xpeng profitieren sichtbar von der wachsenden Nachfrage nach Elektroautos. Für etablierte Hersteller steigt der Druck, wettbewerbsfähige elektrische Angebote konsequent in die Breite des Marktes zu bringen.
Quelle: Dataforce – Pressemitteilung vom 09.10.2026








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