Mercedes Entwicklungsvorstand über Zukunftspläne und Nachhaltigkeit

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Mercedes-Benz

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Markus Schäfer, Entwicklungsvorstand bei Mercedes-Benz, sprach in einem Interview mit Auto Motor und Sport ausführlich über die Zukunftspläne des Premium-Herstellers, über Motorenproduktion und Zellentwicklung und darüber, wie Mercedes nachhaltiger werden will.

Jedes deutsche Aufbau-Werk zum Beispiel produziert künftig ein Elektro-Fahrzeug, Bremen beispielsweise den EQC, Sindelfingen den EQS, Raststatt den EQA“, so Schäfer über die Produktionspläne. Die „größte Transformation allerdings liegt im Powertrain-Bereich“, erklärt der Daimler-Manager, da zum Beispiel der Umbau „in einem historisch gewachsenen Werk wie Untertürkheim mit mehr als 18.000 Mitarbeitern eine enorme Aufgabe“ sei. Es gelte etwa, Raum zu schaffen und die Fabriken auf vielen tausend Quadratmetern neu zu planen: „Klassische Verbrennerumfänge ziehen nach und nach aus, Elektro-Komponenten ziehen ein“, erklärt Schäfer.

Er habe Verständnis dafür, „dass diese Diskussion unter den Mitarbeitern emotional geführt wird“, wie vor wenigen Wochen öffentlich wurde. Die Transformation jedoch sei „unumgänglich, da wir uns in einem globalen Wettbewerb bei dieser Technologie, und auch der Zelltechnologie, befinden“. Daimler habe bei diesem Wandel aber „eine gute Basis, weil wir die ersten waren, die Zellen selbst entwickelt und gefertigt haben und zwar in Kamenz, Deutschland.“

Daimler wolle auch weiterhin seine Elektromotoren selbst entwickeln, um die die „Möglichkeiten bezüglich der Effizienzsteigerung, die sich ja in Batteriegröße und Reichweite und somit Kosten niederschlägt“ voll ausschöpfen zu können. Bei diesem Thema zähle „jedes Prozent“, so der Mercedes Chefentwickler. Als Fahrzeughersteller müsse man „das Zusammenspiel aus Motor, Batterie und Leistungselektronik in- und auswendig beherrschen“.

„Was braucht der Kunde?“

Bei der Zellchemie sei die entscheidende Frage: „Was braucht der Kunde?“ Diesem seien „Reichweite, schnelles Laden und lange Lebensdauer“ mit am wichtigsten, und daran orientiere sich auch die Entwicklung von Batterien. Ab 2021 will Daimler Elektroautos mit gut 700 Kilometern Reichweite mit einer Batterieladung anbieten, etwa den Luxusstromer EQS, der rein elektrische Ableger der S-Klasse. Aktuell entwickle Daimler bereits die nächste Generation Batteriezellen, welche „Stand heute eine Lithium-Nickel-Cobalt-Mangan-Zelle mit einem hohen Anteil an Silizium als anodischem Material“ sein werde.

Um Luxus, Elektromobilität und Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen, arbeite Mercedes auch daran, den Anteil wiederverwerteter Materialien im Interieur zu erhöhen. Bei der Batteriezelle stehen die Zeichen ebenfalls auf Klimaschutz: „Wir wissen, dass eine Batterie mit einem hohen CO2-Rucksack kommt“, sagt Schäfer. Deshalb arbeite etwa die Batteriefabrik von Farasis, die in Bitterfeld-Wolfen entsteht, von Anfang an CO2-neutral. Auch bei den bestehenden Fabriken von Zulieferern wolle Daimler mehr Nachhaltigkeit erreichen, gleiches gelte für die Lieferketten von Rohstoffen wie etwa Kobalt.

Quelle: Auto Motor und Sport – „Brennstoffzelle vom Lkw zum Pkw zurückbringen“

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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