McMurtry Automotive hat die Serienversion seines elektrischen Einsitzer-Trackcars vorgestellt. Die Spéirling Pure markiert nach Angaben des britischen Herstellers den Abschluss eines rund zehnjährigen Entwicklungsprogramms und übernimmt gegenüber den Prototypen 95 Prozent neue Bauteile. Das Fahrzeug ist ausschließlich für den Renn- und Trackday-Einsatz konzipiert und soll noch in diesem Jahr an erste Kund:innen ausgeliefert werden. Gebaut wird von Hand im neuen Werk des Unternehmens in den Cotswolds in England.
Der Ursprung der Spéirling reicht bis 2016 zurück, als der irische Ingenieur Sir David McMurtry und der frühere Formel-1-Ingenieur Thomas Yates das Unternehmen gründeten. Ziel war ein Auto, das der Branchenlogik hin zu immer größeren und schwereren Fahrzeugen bewusst entgegenläuft. Der Name leitet sich vom gälischen Wort für Gewitter ab. Bereits 2022 stellte ein Spéirling-Prototyp einen neuen Rekord beim Goodwood Festival of Speed auf und unterbot damit Zeiten etablierter Hersteller.
Deutlich mehr Batteriekapazität als im Prototyp
Technisch hat sich gegenüber den Vorserienmodellen einiges verändert. Die Batteriekapazität wurde von 60 auf 100 Kilowattstunden erhöht, verbaut werden nun Zellen vom Typ Molicel P50B NCA 21700 in einem modularen, standardisierten McMurtry-Design, das laut Hersteller auf künftige Updates ausgelegt ist. Die Rekuperationsleistung steigt auf bis zu 200 Kilowatt über den gesamten Ladezustand hinweg.
Neue Helix-Antriebsmotoren liefern zusätzliches Drehmoment und sind mit einem überarbeiteten Getriebe gekoppelt. Das Kühlsystem des Antriebs wandert vom Heck in den vorderen Bereich des Autos, was sowohl der Effizienz als auch der Aerodynamik zugutekommen soll. Trotz der etwas gewachsenen Karosserie, die für die größere Batterie notwendig war, verspricht McMurtry einen saubereren Luftstrom über das Auto und durch die Tunnel im Heckbereich.
Herzstück des Fahrzeugs bleibt die patentierte Downforce-on-Demand-Technologie. Zwei Hochleistungsventilatoren erzeugen dabei einen Unterdruck unter dem Fahrzeugboden und saugen das Auto regelrecht auf die Fahrbahn. Die Rotorblätter drehen mit bis zu 23.000 Umdrehungen pro Minute und erzeugen so bis zu 2000 Kilogramm Anpressdruck, bereits ab Stillstand. Nach Herstellerangaben ermöglicht dies bis zu 3g in Kurven und beim Bremsen. Anders als bei klassischen Abtriebssystemen über Flügel oder Diffusoren bleibt der Anpressdruck laut McMurtry auch bei einem Dreher bestehen, was einen kontrollierten Stillstand auf kürzerer Distanz ermöglichen soll.
Karosserie wächst, Bedienung soll einfacher werden
Radstand, Breite und Länge des Serienmodells sind gegenüber dem Prototyp gewachsen, um die größere Batterie und zusätzliche Systeme unterzubringen. Das neue Monocoque aus Kohlefaser erfüllt globale Motorsport-Sicherheitsstandards, bietet mehr Platz im Innenraum und einen breiteren Türausschnitt für den Ein- und Ausstieg. Die zweite Tür ist nun angeschlagen, die Sitze werden individuell für jede:n Besitzer:in gefertigt, ähnlich dem Verfahren bei Le-Mans-Prototypen. Für Abend- und Nachtfahrten auf der Strecke sind erstmals Scheinwerfer vorgesehen, ergänzt durch Blinker, Bremslicht und Warnblinkanlage.

Ein zentrales Anliegen der Serienentwicklung war laut McMurtry ein möglichst unkomplizierter Betrieb. Anders als viele Hochleistungs-Trackcars soll die Spéirling Pure bereits mit einer fahrenden Person und einer weiteren, technisch versierten Begleitung bei Trackdays einsetzbar sein. Wer es unkomplizierter möchte, kann auf ein werkseitiges Support-Programm zurückgreifen.
Die Ladezeit von 20 auf 95 Prozent liegt je nach Umgebungstemperatur und Ladeleistung zwischen 20 und 60 Minuten. Für Strecken ohne passende Infrastruktur bietet McMurtry optional eine mobile Powerbank mit 100 Kilowattstunden Speicherkapazität und 120 Kilowatt Ausgangsleistung an, die sich an jeder herkömmlichen Dreiphasen-Stromquelle in der Boxengasse laden lässt.
Thomas Yates, Mitgründer und Managing Director von McMurtry, beschreibt die Spéirling Pure als Beginn einer neuen Ära im Trackday-Segment, die sowohl Hobbyfahrer:innen als auch professionelle Fahrer:innen anspreche. Rückmeldungen früher Interessent:innen seien in die finale Auslegung des Fahrzeugs eingeflossen. Das Serienmodell sei deutlich alltagstauglicher als der Prototyp, ohne dabei an Fahrperformance einzubüßen.
Quelle: McMurtry – Pressemitteilung









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