Lucid weist Gerüchte über Privatisierung und Insolvenz zurück

Lucid weist Gerüchte über Privatisierung und Insolvenz zurück
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Laura Horst
Laura Horst
  —  Lesedauer 3 min

Lucid hat Gerüchte über eine mögliche Privatisierung oder die Einreichung eines Insolvenzantrags nach Chapter 11 entschieden zurückgewiesen. Der Blogeintrag, den das Portal Eletric Vehicles veröffentlicht hatte, sei demnach „völlig falsch“, kommentierte der Automobilhersteller noch am selben Tag, nachdem die Aktien des Unternehmens um mehr als 50 Prozent eingebrochen waren.

Bereits vor einer Woche hatte Eletric Vehicles erstmals berichtet, Lucid habe den Restrukturierungsberater AlixPartner beauftragt. Während sich zunächst weder Lucid noch AlixPartner dazu äußern wollte, hat Lucid nun bestätigt, das Beratungsunternehmen konsultiert zu haben.

In einem weiteren Beitrag am Dienstag berichtete Eletric Vehicles, AlixPartners sei gebeten worden, dem Lucid-Vorstand noch vor dessen nächster Sitzung seine Ergebnisse vorzulegen, und berief sich dabei auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Eine der Quellen habe geäußert, dass die Privatisierung von Lucid oder die Beantragung von Insolvenzschutz nach Chapter 11 zu den derzeit geprüften strategischen Optionen gehören.

Lucid-Aktie rapide gesunken

Infolge des Berichts fiel die Lucid-Aktie im Nachmittagshandel um bis zu 57 Prozent auf 2,37 US-Dollar, bevor sie ihre Verluste wieder teilweise ausgleichen konnte. Aufgrund der hohen Volatilität wurde der Handel mit der Aktie am Dienstagabend nach europäischer Zeit mehrfach ausgesetzt.

Der Elektroautohersteller selbst dementierte die Gerüchte noch am selben Tag und erklärte durch einen Unternehmenssprecher, über ausreichend Liquidität zu verfügen, um den Betrieb weiter bis ins nächste Jahr finanzieren zu können. Es sei zudem kein Sonderausschuss des Vorstands gebildet worden, um die gemeldeten Szenarien zu prüfen. Der Restrukturierungsberater AlixPartners unterstütze bei der Verbesserung der Umsetzung und des Betriebs, jedoch empfehle der Berater keine Insolvenz.

Investoren sind skeptisch

Lucid hat trotz finanzieller Unterstützung in Milliardenhöhe durch den saudischen Staatsfonds (Public Investment Fund) weiterhin mit schwacher Nachfrage, anhaltendem Cash-Burn und erneuten Kapitalbeschaffungsmaßnahmen zu kämpfen. Investoren hinterfragen indessen, wie schnell der Elektroautohersteller seine Produktion tatsächlich hochfahren und die Gewinnzone erreichen kann.

Unter dem neuen Unternehmenschef Silvio Napoli hat Lucid bereits etwa 18 Prozent seiner Belegschaft in den USA abgebaut, während in Europa Kürzungen von bis zu 40 Prozent möglich sein sollen. Um Kosten zu senken und die Umsetzung zu verbessern, soll die Führungsstruktur weiter gestrafft werden. Unter anderem wurde bereits die Position des Chief Operating Officer gestrichen.

Lucid bleibt hinter den Erwartungen zurück

Erst vor wenigen Tagen wurden außerdem neben den Produktions- und Auslieferungszahlen des zweiten Quartals die Umbesetzung zahlreicher Führungspositionen bei Lucid bekannt. Damit hat sich die Zahl der Mitarbeitenden, die direkt unter Napoli arbeiten, halbiert.

Im Mai hatte Lucid seine Produktionsprognose für 2026 von 25.000 bis 27.000 Elektroautos ausgesetzt, weil Probleme mit Zulieferern die Auslieferung des SUVs Gravity verzögert hatten. Das Unternehmen kündigte an, nach einer strategischen Überprüfung unter Napoli eine neue Prognose vorzulegen.

Im zweiten Quartal blieb der Hersteller erneut hinter den Erwartungen zurück. Anfang August wird Lucid die Halbjahresergebnisse veröffentlichen, die den ersten vollständigen Finanzbericht unter Napoli darstellen und einen Einblick geben werden, wie es tatsächlich um die Liquidität des Unternehmens steht, und die Frage beantworten können, ob das Produktionsziel wieder in Kraft gesetzt wird.

Quellen: Reuters – Lucid rejects take-private, bankruptcy report after shares plunge / Eletric Vehicles – Exclusive: Lucid Weighs Going Private or Chapter 11 as Adviser Reports to Board

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