Lüneburg erhält 20 E-Busse mitsamt Betriebshof von Daimler Buses

Lüneburg erhält 20 E-Busse mitsamt Betriebshof von Daimler Buses
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v.l.n.r. Jens Böther, Landrat; Nikolas Wenzel, Geschäftsführer MOIN; Claudia Kalisch, Oberbürgermeisterin Lüneburg; Alex Meier, Betriebshofleiter; Nils Richert, Daimler Buses / Daimler Buses

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Daimler Buses hat erstmals in seiner Geschichte den Auftrag zur Planung und Errichtung eines kompletten Elektrobus-Betriebshofs und der gesamten Ladeinfrastruktur als Generalunternehmer erhalten. Auftraggeber ist die neu gegründete Moin Mobilitätsinfrastruktur und -betriebs GmbH Landkreis Lüneburg, kurz Moin. Der Betriebshof soll Anfang 2026 seinen Betrieb aufnehmen. Die Investitionssumme für das Gesamtprojekt beträgt 9,6 Millionen Euro, so Daimler Buses in einer aktuellen Mitteilung.

Der symbolische erste Spatenstich für das Leuchtturmvorhaben, das von Grund auf neu auf einer grünen Wiese konzipiert und umgesetzt wird, fand Ende Mai statt. Anwesend waren Nils Richert, Leiter Vertrieb und Projekte Ladeinfrastruktur DACH von Daimler Buses, Moin-Geschäftsführer Nikolas Wenzel, Alex Meier, Werkstatt- und Betriebshofleiter Moin, sowie Landrat Jens Böther und Claudia Kalisch, Oberbürgermeisterin der Stadt Lüneburg. Die Moin GmbH wird ab dem 1. Januar 2026 den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Landkreis Lüneburg sowie den Stadtverkehr Lüneburg übernehmen und ausschließlich leise und lokal CO2-frei fahrende eCitaro Busse der Marke Mercedes-Benz einsetzen.

Daimler Buses will in enger Zusammenarbeit mit bewährten lokalen Subunternehmern die komplette Errichtung des Geländes vom Tiefbau bis zu den Grünflächen und Zufahrts-Schrankenanlagen durchführen. So gehören zum Umfang des Betriebshof-Bauprojekts in Lüneburg die gesamten Architekturleistungen, alle Hoch- und Tiefbauabschnitte, die komplette Installation von Elektrik, Elektronik und IT sowie die Ladehardware, das Lademanagement und eine Photovoltaikanlage zur Abdeckung eines großen Teils des künftigen Strombedarfs im neuen E-Bus-Betriebshof. Neben 20 Ladepunkten für Elektrobusse wird Daimler Buses auch zwei Transformatoren inklusive Übergabestation, ein Büro- und Sozialgebäude, eine zentrale Disposition, eine E-Bus-Werkstatt, eine Waschanlage sowie ausreichend Bus- und Pkw-Stellplätze errichten.

Ergänzend zur Errichtung des E-Bus-Betriebshofs wird Daimler Buses in separaten Losen insgesamt 20 batterieelektrische Mercedes-Benz eCitaro Solo- und Gelenkbusse an die Moin GmbH liefern. Die ersten zehn Elektrobusse – fünf eCitaro Solobusse und fünf eCitaro G Gelenkbusse – sollen Ende 2025, die restlichen zehn Fahrzeuge – sieben eCitaro und drei eCitaro G – bis Ende 2026 in Lüneburg übergeben werden. Ausgestattet sind sie unter anderem mit zwei Rollstuhlplätzen, MirrorCam, einem 360- bzw. 270-Grad Rundum-Kamerasystem sowie einer Vielzahl moderner Sicherheits- und Assistenzsysteme.

Die zweitürigen Solobusse haben eine Beförderungskapazität für rund 80 Fahrgäste, die dreitürigen Gelenkbusse sind zur Beförderung von rund 120 Fahrgästen ausgelegt. Die Solobusse verfügen über fünf Batteriepakete für Reichweiten von 300 bis 350 Kilometern, die Gelenkbusse erreichen mit sieben Batteriepacks eine Reichweite von 250 bis 300 Kilometern. Das Aufladen der Fahrzeuge erfolgt im Busdepot per Steckerladung über das Stromnetz. Zur Vorbereitung auf künftige Stromabnehmer-Ladekonzepte per Pantograph verfügen sie bereits heute über Kontaktschienen im Dachbereich. Alle 20 Elektrobusse sowie die Ladeinfrastruktur werden im Rahmen der „Richtlinie zur Förderung alternativer Antriebe von Bussen im Personenverkehr“ aus dem Sondervermögen „Klima- und Transformationsfonds“ durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) gefördert.

Quelle: Daimler Truck – Pressemitteilung vom 28.05.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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