Beauftragt Lucid Berater zur Restrukturierung?

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Maria Glaser
Maria Glaser
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Lucid ist seit einiger Zeit in Schwierigkeiten, der Personalabbau ist tiefgreifend. Wie andere Hersteller für Elektroautos auch steht der US-amerikanische Hersteller unter zunehmendem Druck wegen niedrigen Preisen und intensivem Wettbewerb. Lucid hat außerdem mit Engpässen bei Zulieferern und einem Mangel an Rohstoffen wie Aluminium und Halbleitern zu tun. Nun gibt es Berichte, dass Lucid das Sanierungs- und Restrukturierungsunternehmen AlixPartners beauftragt habe.

AlixPartners ist eines der weltweit größten Beratungsunternehmen für Sanierungen und Restrukturierungen mit mehr als 2500 Mitarbeitenden. Unternehmen, die noch von einer Insolvenz entfernt sind, beauftragen solche Berater für Kostensanierungen und operative Restrukturierungen. Beide Unternehmen lehnten eine offizielle Stellungnahme ab.

Rapider Stellenabbau unter neuem Lucid-CEO

Seit Silvio Napoli am 1. Juni die Führung von dem Interim-CEO Marc Winterhoff übernommen hat, hat Lucid etwa 18 Prozent seiner Belegschaft in den USA abgebaut, die Position des Chief Operating Officer gestrichen und die Produktionsprognose für 2026 von 25.000 bis 27.000 Fahrzeugen ausgesetzt. In Europa werden Kürzungen von bis zu 40 Prozent in Erwägung gezogen. Zugleich ist die Zahl der Neueinstellungen eingebrochen, sodass die offenen Stellen im Vergleich zum Vorjahr um etwa 76 Prozent zurückgegangen sind.

Erst vor wenigen Tagen wurde außerdem neben den Produktions- und Auslieferungszahlen des zweiten Quartals die Umbesetzung zahlreicher Führungspositionen bei Lucid bekannt. Damit hat sich die Zahl der Mitarbeitenden, die direkt unter Napoli arbeiten, halbiert.

Das Portal Eletric Vehicles berichtet von der Insidereinschätzung, dass es sich bei der derzeitigen Umstrukturierung als den gravierendsten Neustart in der Unternehmensgeschichte handle. Das Geschäft werde zurückgefahren, um bis zur Einführung des nächsten Modells zu überleben. Bisher produziert Lucid die Modelle Air und Gravity. Geplant ist zudem das Mittelklasse-Modell Cosmos. Mit einem Preis unter 44.000 Euro ist es das Kernstück von Napolis Sanierungsplan. Die öffentliche Vorstellung ist für diesen Sommer geplant, der Produktionsstart soll Ende 2026 erfolgen und die Markteinführung in Europa ist für 2027 vorgesehen.

Lucid bleibt hinter den Erwartungen zurück

Die bisherige Strategie, die Produktionskapazitäten vor der Nachfrage auszubauen, hat Napoli für beendet erklärt. Stattdessen werde Lucid zu einem kleineren, fokussierteren Unternehmen. Im Jahr 2025 verzeichnete Lucid Verluste in Höhe von umgerechnet etwa 2,36 Milliarden Euro und verliert weiterhin rund 880 Millionen Euro pro Quartal, da mehr Fahrzeuge produziert als verkauft werden.

Im zweiten Quartal wurden 4774 Fahrzeuge produziert, aber nur 3953 ausgeliefert und im ersten Quartal waren es 5500 gegenüber 3093. Selbst Monate nach der Markteinführung des 2027er-Modells findet noch immer ein Abverkauf der 2026er-Gravity-SUVs mit Null-Prozent-Finanzierung und einem Rabatt von umgerechnet 8750 Euro statt.

Von einer Tochtergesellschaft seines saudischen Geldgebers nahm Lucid 700 Millionen Euro aus einem befristeten Darlehen in Anspruch, was bereits die zweite Inanspruchnahme dieser Art in diesem Jahr ist. Der saudische Staatsfonds „Public Investment Fund“ hält die Mehrheit an dem Unternehmen und ist einer der größten Abnehmer.

Der Marktwert von Lucid ist seit dem Höchststand von 2021 um mehr als 99 Prozent eingebrochen und auf rund 2 Milliarden Euro gesunken. Unklar ist daher, wie lang die Unterstützung des saudischen Fonds anhält.

Dem Hersteller für Elektroautos hängt außerdem nach, dass Winterhoff die Marktleistung des Gravity beim Investorentag im März angepriesen hat, während ein flottenweiter Sicherheitsrückruf noch nicht bekannt gegeben, aber bereits im Gange war. In einer Sammelklage vor dem Bundeswertpapiergericht wird dem Unternehmen vorgeworfen, dass ein Lieferantenfehler verschwiegen, aber gleichzeitig mit verbesserten Fertigungsprozessen geworben wurde.

Die Halbjahresergebnisse von Lucid werden Anfang August veröffentlicht und dürften die Aussichten des Unternehmens genauer aufschlüsseln. Ob das kürzlich ausgesetzte Produktionsziel wieder in Kraft gesetzt wird, könnte ebenfalls auf dieser Basis entschieden werden.

Quelle: Eletric Vehicles – Lucid Hires Turnaround Consultancy Firm: Report

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Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

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