Lucid CEO: In Zukunft geringere Reichweiten und Batteriegrößen

Lucid CEO: In Zukunft geringere Reichweiten und Batteriegrößen
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Lucid Motors

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
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Peter Rawlinson, CEO von Lucid, teilte kürzlich seine Gedanken über die Elektrofahrzeugbranche, den Kampf um die Vorherrschaft bei der Reichweite und die Bemühungen des Konkurrenten Tesla, seine eigenen 4680-Zellen zu entwickeln und zu produzieren. Geht es nach Rawlinson sind die Kämpfe um die Reichweite in Zukunft nicht mehr die entscheidenden, welche ausgefochten werden müssen. Was auch mit dem Wandel in der Gesellschaft zu erklären sei.

Dies ist insofern überraschend, da auch Lucid-Motors stetig daran arbeitet die Reichweite seines Erstlingsstromers Lucid Air zu vergrößern. Bekanntermaßen biete der Air 837 km praxisnahe Reichweite mit einer Akku-Ladung. Allerdings gebe es den Unterschied, dass Lucid nicht immer mehr Batteriepacks verbauen wolle, um mehr Reichweite dazu zu bekommen. Interessanterweise ist Rawlinson der Meinung, dass es zwar heute einen Kampf um die Reichweite von Elektrofahrzeugen gibt, dies aber in Zukunft wahrscheinlich nicht mehr der Fall sein wird. Da Elektrofahrzeuge immer verbreiteter und erschwinglicher werden und das Aufladen zu Hause zur Norm wird.

Daher glaube der Lucid-CEO, dass künftige Elektrofahrzeuge sogar eine geringere Reichweite haben könnten. „In fünfzig oder sechzig Jahren haben Elektrofahrzeuge vielleicht sogar eine geringere Reichweite. Psychologisch gesehen wird es diese Art von Paranoia und Abhängigkeit von einem öffentlichen Ladestromnetz nicht mehr geben. Und das Aufladen zu Hause ist ohnehin gesünder für die Batterie“, so Rawlinson weiter.

Zudem zeige er sich nicht gänzlich davon überzeugt, dass in naher Zukunft ein Durchbruch bei den Batterien bevorsteht. Im Falle der 4680-Zellen von Tesla zum Beispiel sieht der Lucid-CEO Potenzial in der Technologie. Aber die kommenden Batterien scheinen eher ein Triumph der Verpackung zu sein, nicht der Chemie: „Ich glaube, dass die Umstellung auf ein größeres Format einen Vorteil bringt. Das würde den Innenwiderstand verringern, und das ist ein wertvoller Schritt nach vorn. Aber die Leute sehen 4680 als den großen Durchbruch an, und das ist ein Hirngespinst.“

Letztendlich sind die 4680-Zellen nicht unbedingt der Königsweg für die Umstellung auf Elektrofahrzeuge, aber in Verbindung mit schrittweisen Verbesserungen der Batteriechemie, Trockenelektroden-Technologien, strukturellen Batteriekonzepten und dem Einsatz von Megacastings könnten sie das Rückgrat für die nächste Generation von Massenfahrzeugen bilden. Schlussendlich gilt es dies allerdings auch zu beweisen. Man darf gespannt sein, welche Wege Lucid Motors einschlagen wird.

Quelle: Teslarati – Lucid CEO shares thoughts on EV batteries, range, and Tesla’s 4680 battery cells

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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