Kempower entwickelt flüssigkeitsgekühlte HPC-Säule mit bis zu 400 kW Leistung

Kempower entwickelt flüssigkeitsgekühlte HPC-Säule mit bis zu 400 kW Leistung
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Kempower

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Der finnische Anbieter von Schnellladetechnologien, Kempower, hat eine neue Version seines Ladesatellitensystems der Kempower S-Serie mit flüssigkeitsgekühltem Laden auf den Markt gebracht. Die flüssigkeitsgekühlte Ladestation kann bis zu 400 kW Dauerladeleistung liefern und ist somit ideal für schwere Nutzfahrzeuge wie Lastwagen, die aufgrund ihrer größeren Batterien eine höhere Ladeleistung benötigen als Elektro-Pkw.

Das neue Ladegerät ähnelt dem bestehenden Ladesatellitensystem der S-Serie von Kempower, wobei die flüssigkeitsgekühlten Kabel die traditionellen luftgekühlten Kabel ersetzen. Es verfügt auch über die gleiche Benutzeroberfläche und Erfahrung wie das aktuelle Satellitenladegerät des Unternehmens. Diese Verbesserung soll dazu beitragen, eines der letzten verbleibenden Hindernisse bei der Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs zu überwinden, so das Unternehmen in einer aktuellen Mitteilung.

Tomi Ristimäki, CEO von Kempower zeigt sich überzeugt davon, dass sich die Elektromobilität bei schweren Nutzfahrzeugen auf lange Sicht durchsetzen wird. Mit der Einführung des neuen Produkts will Kempower den Hochlauf der E-Mobilität unterstützen. Die Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs gilt als mit entscheidend, wenn die Industrie ihre Netto-Null-Aspirationen erreichen will.

Lastkraftwagen, ÖPNV-Busse und Reisebusse sind derzeit für rund 25 Prozent der CO2-Emissionen im Straßenverkehr in der Europäischen Union und für etwa 6 Prozent der Gesamtemissionen der Region verantwortlich. In den Vereinigten Staaten machen mittlere und schwere Lastkraftwagen etwa 29 Prozent der Gesamtemissionen des Straßenverkehrs und etwa 7 Prozent der Gesamtemissionen des Landes aus, obwohl ihr Anteil weniger als 5 Prozent der gesamten Fahrzeuge auf der Straße ausmacht. Und während das Tempo der Elektrifizierung von Schwerlastfahrzeugen zwar zunimmt, steigen die Emissionen des Sektors trotzdem weiter an, vor allem aufgrund des stetig wachsenden Güterverkehrs auf den Straßen.

Unsere Kunden können flüssige und luftgekühlte Schnellladesatelliten in separaten Ladesystemen installieren oder beide Produkte in demselben System kombinieren“, sagt Tomi Ristimäki, CEO von Kempower. Dadurch können die Investitionskosten optimiert werden. Die Technologie ermöglicht es auch, die flüssigkeitsgekühlten Ladesatelliten so zu priorisieren, so dass sie immer die volle Leistung erhalten und die Stromversorgung dynamisch umverteilt wird, wenn zugleich andere Satelliten verwendet werden.

Das Unternehmen will das flüssigkeitsgekühlte Ladesatellitensystem der Kempower S-Serie auf der EVS35 präsentieren, der weltweit größten E-Mobility-Veranstaltung, die vom 11. bis 15. Juni in Oslo, Norwegen, stattfindet. Das Produkt soll anschließend weltweit verfügbar sein, wobei die Lieferungen voraussichtlich im dritten Quartal 2022 beginnen werden.

Quelle: Kempower – Pressemitteilung vom 09.06.2022

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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