Großteil der Autohalter will E-Auto zu Hause laden können

Großteil der Autohalter will E-Auto zu Hause laden können
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Laura Horst
Laura Horst
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Die Angst vor einer zu geringen Reichweite sowie die Ladeinfrastruktur sind nach wie vor zwei der häufigsten Gründe hierzulande, die Verbraucher vom Elektroautokauf abhalten. Etwa 72 Prozent der Autohalter stimmten im jüngsten DAT-Report der Aussage zu: „Solange ich zu Hause nicht laden kann, kommt ein E-Auto für mich nicht infrage“.

Mit mehr als 190.000 öffentlichen Ladepunkten zum Jahresbeginn sei weniger die Ladeinfrastruktur als die Skepsis ein Problem für die angestrebte Energiewende, argumentiert hingegen Zeit-Redakteur Haiko Tobias Prengel. Seiner Ansicht nach wird das Laden oft komplizierter gemacht, als es ist, zumal Autofahrer zum Tanken von Diesel und Benzin ebenso eine öffentliche Tankstelle aufsuchen müssen.

Sorgen um Reichweite und Infrastruktur

In einer Umfrage des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), bei der knapp 3000 Elektroautofahrer befragt wurden, gehörten die Reichweite und die Ladeinfrastruktur zu den größten Sorgen vor dem Kauf des Elektroautos. Im Alltag hingegen verlören die meisten Zweifel an Bedeutung.

Beim Ausbau des Ladenetzes hat sich inzwischen einiges getan, sodass auch in ländlichen Regionen immer weniger Lücken bestehen. Eine Studie der Eon-Tochter Elvah ergab, dass trotz regionaler Unterschiede beim Netzausbau deutschlandweit kaum noch weiße Flecken ohne Ladepunkte existieren. Die ostdeutschen Bundesländer, die bisher bei der Nutzung öffentlicher Ladesäulen unter dem Niveau der deutschen Bundesländer liegen, holen langsam auf.

Öffentliche Ladevorgänge nehmen zu

In der zweiten Jahreshälfte 2025 wurden rund 35,8 Millionen Ladevorgänge an öffentlichen Ladestationen registriert, was etwa einem Viertel mehr entspricht als in der ersten Jahreshälfte. Der Elvah-Bericht spricht dafür, dass man nicht zwangsläufig eine eigene Wallbox benötigt, um in Deutschland elektrisch zu fahren – was auch für Vielfahrer gilt.

Öffentliche Ladestopps werden zudem nicht nur durch das wachsende Ladenetz attraktiver, sondern auch durch die schnellere Ladezeit. An den Ladesäulen hat sich die Wartezeit heute gegenüber 2020, als rund 16 Minuten Laden für 100 zusätzliche Fahrkilometer nötig waren, laut einer DAT-Analyse fast halbiert.

Der Bundesverband Neue Mobilität (BNM) kritisiert indessen, dass Bewohner von Mietshäusern oftmals keine Möglichkeit haben, ein Elektroauto zu Hause zu laden. „Wer Elektromobilität ernsthaft in die Breite bringen will, muss dort ansetzen, wo Menschen tatsächlich wohnen“, argumentiert der BNM.

Ladenetz im urbanen Raum wächst

Dem widerspricht Ionity-Chef Jeroen van Tilburg, laut dem rund 60 Prozent der frühen Anwender von Elektromobilität, die sogenannten „Early Adopters“, in Großstädten wohnen, größtenteils in Mehrfamilienhäusern. Für rund zwei Drittel der Menschen in Städten stehe ohnehin kein privater Stellplatz zur Verfügung, weshalb öffentliches Schnellladen dort immer wichtiger werde.

„Urbanes Schnellladen ist kein Nice-to-have, sondern Voraussetzung dafür, dass Elektromobilität für breite Bevölkerungsschichten funktioniert“, erklärte van Tilburg gegenüber der Zeit. Ionity, das sich anfangs auf den Ausbau des Schnellladenetzes entlang der Autobahnen konzentriert hat, will jetzt Schnelllader in den urbanen Raum bringen, wo sich bis 2030 rund 30 Prozent der Stationen befinden sollen.

Laden mit eigener Wallbox günstiger

Während die Zeit zu dem Ergebnis kommt, öffentliches Laden werde immer günstiger und sei kaum teurer als das Laden mit der eigenen Wallbox, ist aus Sicht von EAN-Herausgeber Sebastian Henßler ganz klar die Kombination von Elektroauto und eigener Wallbox die wirtschaftlichste Variante. Lade man hingegen dauerhaft an öffentlichen Stationen, schrumpfe bzw. verschwinde teilweise sogar der Kostenvorteil gegenüber Verbrennern, insbesondere beim Laden an Schnellladestationen.

Nicht zuletzt spielt beim Laden für viele Autohalter der Komfortfaktor, bei dem die eigene Wallbox die Nase vorn hat, eine entscheidende Rolle.

Quellen: Die Zeit – Wer E-Auto fahren will, sollte zu Hause laden können? Stimmt nicht! / Vision Mobility – Elvah-Report: Starkes Schnelllader-Wachstum – große regionale Unterschiede

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