Katar plant erste E-Auto-Fabrik mit UK-Partner

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Arun Niemann
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Bisher ist Katar kaum als Player im Wachstumsmarkt der E-Autos aufgetreten. Doch nun will das katarische Investmenthaus JTA International Investment Holding gemeinsam mit dem britischen Fahrzeugentwickler Watt die erste E-Auto-Produktionsstätte in Katar aufbauen. Ziel der Zusammenarbeit sei es, Fahrzeuge in Großbritannien zu entwickeln und im Anschluss in einer neuen Fabrik am Golf zu fertigen, wie Vision Mobility berichtet.

Dabei werde die Kooperation von der Produktionsplanung über die Produktentwicklung bis hin zur Plattform- und Gesamtfahrzeugentwicklung alles umfassen. Es sollen E-Auto-Modelle entwickelt und produziert werden, die gezielt für die Bedingungen in Katar und anderen Golf-Staaten zugeschnitten sind. Insbesondere aufgrund der teilweise hohen Umgebungstemperaturen soll daher ein besonderer Fokus auf Thermomanagement und Batterieleistung bei Extremtemperaturen liegen.

Das bringen die Partner in die Kooperation ein

Das britische Unternehmen Watt kann dafür seine patentierte Leichtbau-Aluminiumarchitektur und die hauseigene Elektrofahrzeugplattform einbringen. Dadurch sollen sich Entwicklungszyklen verkürzen und die Fahrzeugentwicklung noch individualisierbarer machen lassen. Für die Qualität der zugrundeliegenden PACES-Plattform spricht unter anderem, dass selbige erst im Juni 2026 den Innovation-Award bei den Autocar Awards erhalten hat.

Katars JTA kann derweil vor allem Investitionsmittel, internationale Vernetzung und tiefe Kenntnisse des regionalen Marktes beisteuern. Die Partnerschaft wurde erst kürzlich bei einer Veranstaltung in Doha bekanntgegeben, der Gespräche in Doha und London vorausgegangen waren.

Partnerschaft mit Export-Ambitionen

Für den Beginn der Zusammenarbeit ist zunächst der Aufbau einer Produktionsstätte für den katarischen Markt vorgesehen. Im zweiten Schritt ist jedoch auch geplant, Fahrzeuge in andere Golf-Kooperationsrat-Staaten und ausgewählte internationale Märkte zu exportieren, wobei die Exporte unter dem Label „Made in Qatar“ vermarktet werden sollen.

Abgesehen von der reinen Fahrzeugfertigung sollen durch das Programm auch regionale Lieferketten aufgebaut, qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen und ein Technologietransfer ermöglicht werden. Zudem verknüpft man das Projekt klar mit der staatlichen „Qatar National Vision 2030“, durch die eine größere wirtschaftliche Diversifizierung erreicht werden soll.

Wichtige Fragen sind noch offen

Mit konkreten Angaben zu essenziellen Dingen wie geplanten Fahrzeugmodellen, Preisen, Werkskapazitäten, Investitionsvolumen oder dem Produktionsstart halten sich JTA und Watt bisher zurück. Katar hatte bereits 2021 ein erstes E-Auto-Projekt namens „Katara“ mit rund 9 Milliarden US-Dollar Investitionsvolumen angekündigt. Aus dem ursprünglich für 2022 angekündigten Serienstart ist jedoch nichts geworden und das Projekt hat sich im wahrsten Sinne des Wortes im Sande verlaufen.

Katars neues erstes E-Auto-Projekt mit Watt soll es nun also besser machen als „Katara“. Doch um das Potenzial des Projektes tatsächlich abschätzen zu können, gilt es zunächst noch abzuwarten, bis wirtschaftliche und operative Eckdaten bekanntgegeben werden. Mit der jetzt getroffenen Vereinbarung haben JTA und Watt zumindest schon einmal den grundsätzlichen Rahmen für eine E-Auto-Produktion in Katar festgelegt.

Quellen: Vision Mobility – Erste E-Auto-Fabrik Qatars mit britischem Partner geplant

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Arun Niemann

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Arun Niemann arbeitet nun seit 5 Jahren als Redakteur und Werbetexter und schreibt seit 2026 auch für Elektroauto-News.net. Dabei bringt ihn sein persönliches Interesse für makroökonomische Zusammenhänge und die bisherige redaktionelle Arbeit zu Finanz- und Wirtschaftsthemen, oft zu Beiträgen an der Schnittstelle zwischen Elektromobilität, Energiewende und Wirtschaft.

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