JenaBatteries und BASF entwickeln innovative Redox-Flow-Stromspeichertechnologie

JenaBatteries und BASF entwickeln innovative Redox-Flow-Stromspeichertechnologie
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JenaBatteries

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Die beiden Unternehmen JenaBatteries und BASF kooperieren bei der Herstellung eines Elektrolyten für eine Batterietechnologie, die sich speziell zur stationären Speicherung von Strom aus regenerativen Energiequellen sowie zur Stabilisierung klassischer Übertragungsnetze eignet. JenaBatteries, die diese Technologie auf Basis einer sogenannten Redox-Flow-Batterie (RFB) mit organischen Materialien entwickelt hat, verfügt damit über die weltweit erste kommerziell verfügbare Technologie dieser Art. Dabei speichern zwei flüssige durch eine Membran voneinander getrennte und in separaten Tanks gelagerte organische Elektrolyte den Strom.

Im Rahmen der Zusammenarbeit liefert BASF einen der beiden Elektrolyte. Dieses Batteriematerial basiert auf einem Amin, also einem chemischen Zwischenprodukt, das das Unternehmen großtechnisch herstellen kann. JenaBatteries plant die Vermarktung der ersten RFB im Jahr 2020.

RFB speichern elektrische Energie in chemischen Verbindungen. Die beiden Reaktionspartner liegen in gelöster Form vor und zirkulieren in zwei getrennten Kreisläufen. Der Ionenaustausch zwischen den beiden energiespeichernden Elektrolyten erfolgt durch eine Membran in der galvanischen Zelle. Hier erfolgt die chemische Reduktion bzw. Oxidation der gelösten Stoffe. Dabei wird elektrische Energie beim Laden aufgenommen und beim Entladen abgegeben. Die Größe der angeschlossenen und nach Bedarf skalierbaren Tanks ist der bestimmende Faktor für die Kapazität der RFB. Sie eignen sich somit für den Einsatz als großformatige, stationäre Energiespeicher ab einer Leistung von 100 Kilowatt und ab einer Kapazität von 400 Kilowattstunden.

„Wir freuen uns mit BASF einen erfahrenen Partner für einen der beiden Elektrolyten unserer Batterien gewonnen zu haben. Das weltweit agierende Unternehmen verfügt über das Know-how, die nötigen Ressourcen und nicht zuletzt über ein besonderes Verständnis für die Technologie von JenaBatteries. Die industrielle Fertigung des Elektrolyts bei BASF im großen Maßstab ermöglicht es uns, unseren Kunden eine im Vergleich zum Wettbewerb kostengünstige Stromspeichertechnologie zur Verfügung zu stellen.“ — Dr. Olaf Conrad, Geschäftsführer von JenaBatteries

Mit hoher Flexibilität ermöglichen RFB besonders hohe Leistungen von mehreren hundert Megawatt und Kapazitäten in den Bereich von Gigawattstunden. Zum Tragen kommen diese Eigenschaften besonders bei regenerativen Energiequellen, die Strom bedarfsunabhängig erzeugen. Überschüssig anfallender Strom kann gespeichert und bei Bedarf abgegeben werden. RFB enthalten keine brennbaren oder explosiven Substanzen. Verglichen mit anderen Batterien sind RFB etwa zehnmal länger haltbar, da sie sich über 10.000 Mal aufladen lassen.

„JenaBatteries ist ein Start-up, das mit seinen Lösungen die Nutzung regenerativer Energien unterstützt und daher perfekt zu unserer Nachhaltigkeitsstrategie passt. Für BASF bietet die Zusammenarbeit ein neues, attraktives und zukunftsorientiertes Anwendungsgebiet unserer Amine-Chemie, mit der wir weltweit zu den bedeutendsten Unternehmen zählen.“ — Dr. Oliver Cullmann, Leiter der Einheit Special Amines Europe im BASF-Unternehmensbereich Intermediates

Quelle: BASF/Jena Batteries — Pressemitteilung vom 06.02.2020

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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