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Wer in Kopenhagen über Mobilität nachdenkt, kommt am Fahrrad nicht vorbei. Die dänische Hauptstadt gilt als Referenz für eine Stadt, die den Verkehrsraum konsequent zugunsten von Rad, Fußverkehr und öffentlichem Nahverkehr umgebaut hat. Wer hier zur Recherche über Elektromobilität, Mobilitätsmix und Ladeinfrastruktur unterwegs ist, betritt einen Stadtraum, in dem nachhaltiges Handeln nicht als Marketingbegriff verhandelt wird, sondern als alltägliche Infrastruktur.
Dass dieser Anspruch nicht an der Hoteltür endet, zeigt ein Besuch bei den Guldsmeden Hotels – einer dänischen Hotelgruppe, die seit 1999 unter dem Anspruch arbeitet, Gastfreundschaft und ökologische Verantwortung zusammenzudenken.
Mitte April 2026 führte eine Recherchereise von Elektroauto-News zu zwei Häusern der Gruppe in Kopenhagen: Manon les Suites in der Innenstadt und Bryggen Guldsmeden im Stadtteil Islands Brygge. Beide Häuser gehören zu den fünf Guldsmeden-Standorten in der dänischen Hauptstadt, die Gruppe selbst betreibt elf Häuser in sechs Ländern. Mit Lulu Guldsmeden ist seit 2018 auch ein Standort in Berlin Teil des Portfolios – ein Hinweis darauf, dass der Anspruch der Gruppe nicht auf einen lokalen Markt begrenzt bleibt.
Was hinter den grünen Versprechen der Guldsmeden Hotels steht
Hotels, die mit grünen Versprechen werben, gibt es viele. Solche, die ihre Versprechen mit belastbaren Zahlen unterlegen, deutlich weniger. Bei Guldsmeden Hotels überführt die Gruppe ihre Nachhaltigkeitsarbeit seit 2021 systematisch in Daten. Als technische Grundlage dient die Plattform Klappir, ein 2014 in Reykjavik gegründetes Software-Unternehmen mit Niederlassung in Kopenhagen, das Unternehmen bei der ESG-Berichterstattung sowie der Erfassung von CO2-Emissionen unterstützt. Die Plattform aggregiert Verbrauchsdaten aus Strom, Wärme, Wasser, Abfall und Lieferketten, klassifiziert sie nach gängigen Reporting-Standards wie ESRS, VSME oder GRI und macht sie für interne Steuerung und externe Berichterstattung nutzbar.

Eingerahmt wird die Datenarbeit durch zwei externe Zertifizierungen: Green Globe, eine 360-Grad-Auditierung für nachhaltige Reise- und Tourismusbetriebe, sowie Green Key, ein internationales Umweltsiegel für Hotellerie und Gastronomie mit Sitz in Dänemark. Beide Zertifikate werden regelmäßig auditiert und sichern die Selbstauskunft der Gruppe nach außen ab. Die Häuser in Kopenhagen wurden im vergangenen Geschäftsjahr erneut Green-Globe-zertifiziert, das Bryggen Guldsmeden trägt zusätzlich das Green-Key-Siegel.
Was im aktuellen ESG-Bericht 2024/2025 daraus wird, ist transparent ausgewiesen: die CO2-Emissionen pro Übernachtung, aufgeschlüsselt nach Hotel. Bryggen Guldsmeden kommt auf 9,08 Kilogramm CO2-Äquivalent pro Übernachtung, 66 Guldsmeden auf 10,32 Kilogramm, Babette Guldsmeden auf 11,18 Kilogramm und Axel Guldsmeden auf 14,48 Kilogramm. Manon les Suites liegt mit 28,21 Kilogramm deutlich höher – ein Wert, der sich nach Angaben des Unternehmens vor allem durch Pool, Spa und höhere Energieintensität pro Zimmer erklärt.

Dass diese Spreizung offen ausgewiesen wird – und nicht im Durchschnitt verschwindet – ist der eigentliche Punkt. In Scope 2 schlägt sich der seit 2007 bezogene Grünstrom inzwischen sichtbar in der Bilanz nieder. Bei standortbasierter Berechnung weist die Gruppe rund 278 Tonnen CO2-Äquivalent aus, bei marktbasierter Berechnung – unter Berücksichtigung der Grünstrom-Zertifikate – nur noch rund 139 Tonnen. Dass Scope 3 mit rund 10.207 Tonnen um ein Vielfaches darüber liegt, hat einen einfachen Grund: Während Scope 2 nur den Energieeinkauf der Hotels abbildet, erfasst Scope 3 die gesamte Lieferkette – von der Lebensmittelbeschaffung über Verpackungen bis zu Geschäftsreisen. Genau hier hat die Gruppe nach eigenen Angaben deutlich an Datentiefe gewonnen.
Was diese Zahlen im Alltag bedeuten, zeigt sich beim Check-in. Den Anfang machte das auf der Datenseite teuerste Haus der Gruppe: Manon les Suites.
Manon les Suites: Dschungel mitten in der Stadt
Den Eingang zum Manon les Suites an der Gyldenløvesgade zu finden, ist die erste kleine Übung. Von der Straße aus ist das Haus kaum als Hotel zu erkennen – kein Vordach, kein Schriftzug, der ins Auge springt, nur eine Türfront, die zwischen den Nachbarfassaden verschwindet. Wer den Zugang einmal entdeckt hat, erkennt ihn beim nächsten Mal am Dschungel-Feeling, das über die Tür hinaus in den Außenraum wirkt. Drinnen wechselt die Atmosphäre innerhalb von Sekunden: Pflanzen, Holz, Naturmaterialien, der hauseigene Junglefish Pool im Erdgeschoss, einsehbar über die offenen Galerien, dazu eine Lobby, die nicht nach Konzept aussieht, sondern nach Haus – das Gegenteil eines durchgestylten Boutique-Hotels, obwohl das Manon les Suites mit seinen 87 Suiten genau das ist.

An der Rezeption wurden wir herzlich empfangen. Zwei Zugangskarten zu einer Deluxe-Suite im dritten Stock, dazu ein sogenannter Jungle Dinero pro Person – ein Hausgutschein im Wert eines Getränks, einlösbar im hauseigenen Restaurant Chapung oder in der Cocktailbar Libelulle, die einen Stock unter dem Empfangsbereich versteckt liegt. Über zwei kleine Aufzüge ging es hinauf – zumindest mit Koffer. Ansonsten haben wir das Treppenhaus bevorzugt.




Das Zimmer öffnete sich mit großen Fenstern zur Straße hin. Die Eingangstür liegt zum Inneren des Hotels gewandt und gibt den Blick auf den Junglefish Pool frei. Beim ersten Eindruck schien die Lage zur Straße ein Risiko – ein städtisches Geräuschniveau, das man kennt. Doch die Fenster und die Tür dämpften zuverlässig, und tagsüber blieb es im Zimmer ruhig. Holzrollos und schwere Vorhänge erlauben eine vollständige Verdunkelung, wenn man das möchte. Das Material im Raum – viel Holz, warme Töne, durchdachte Stoffe – schaffte ein Gefühl, das das Haus wahrscheinlich am ehesten mit „cosy“ beschreiben würde. Tatsächlich passt das Wort.
In der Nacht von Samstag auf Sonntag drang allerdings tieffrequenter Bass aus der Umgebung bis ins Zimmer und blieb bis in die frühen Morgenstunden präsent. Die im Hotel ausliegenden Ohrstöpsel erfüllten in dieser Nacht ihren Zweck – aber wer empfindlich auf Schlaf reagiert, sollte das Wochenende einplanen oder gleich um ein Zimmer auf der anderen Seite des Hotels bitten.




Nachhaltigkeit ist hier keine Inszenierung, sondern Routine. Auf jedem Stockwerk steht ein Mülltrennsystem, kein dekoratives, sondern ein funktionales. Im Laufe des ersten Tages klopfte das Personal mehrfach, fragte nach zusätzlichen Handtüchern und stellte eine kleine Süßigkeit auf den Tisch. Zugewandt, ohne aufdringlich zu sein – das gelingt nicht jedem Haus dieser Preisklasse.
Im hauseigenen Restaurant Chapung, das auf der Dachebene liegt und im Stil des Hauses gestaltet ist, sitzen Gäste in einem offenen Raum, der durch schwere Vorhänge in kleine Nischen unterteilt wird. Das Konzept funktioniert: Man sitzt gefühlt für sich, ohne den Kontakt zum Raum zu verlieren. Die dänischen Guldsmeden-Häuser arbeiten mit einem Bio-Anteil von rund 99 Prozent und tragen das staatliche dänische Bio-Siegel in der Goldstufe, das ab 90 Prozent organischer Lebensmittel und Getränke vergeben wird. Am Ende zählt aber sowieso, dass es schmeckt – und das tut es.




Sauna und Dampfbad teilen sich das Dach mit dem Restaurant. In der Praxis heißt das: Der Weg dorthin führt im Bademantel über außenliegende Bereiche und damit auch durch den Außenbereich des Restaurants – ein Kompromiss, auf den man sich einstellen muss. Auch die Barrierefreiheit ist eingeschränkt: Die zwei kleinen Aufzüge, die rauen Bodenbeläge und die Verteilung von Restaurant, Gym, Pool und Lobby auf verschiedene Etagen machen das Haus für Rollstuhlfahrer:innen schwer zugänglich. Das Hotel selbst verweist Gäste mit höheren Anforderungen an die Barrierefreiheit ausdrücklich an die Schwesterhäuser Bryggen Guldsmeden und Babette Guldsmeden.

Bryggen Guldsmeden: Vertrauen als Geschäftsmodell
Der Wechsel ins Bryggen Guldsmeden nach zwei Nächten brachte einen anderen Ton mit sich. Wo das Manon les Suites mit Dschungel-Atmosphäre und urbanem Glamour arbeitet, dominiert hier ein nüchternerer, bewusst urbaner Stil. Das Vier-Sterne-Superior-Haus liegt im Stadtteil Islands Brygge, weniger zentral, aber näher am Wasser. Die gleichnamige Metro-Station auf der Linie M1 liegt rund fünf Gehminuten entfernt; vom Flughafen Kopenhagen aus erreicht man das Haus mit einem Umstieg in Christianshavn in etwa 25 Minuten. Wer in der Stadt eigene Wege gehen will, kann am Hotel Fahrräder leihen – die Erlöse aus dem Bike-Rental gehen an die Initiative DIF Get2Sport, die einkommensschwachen Familien Mitgliedschaften in Sportvereinen ermöglicht.

Das Zimmer öffnete sich auf einen kleinen Balkon zum Innenhof, mit Blick auf den ganzjährig auf 29 Grad Celsius beheizten Außenpool und einen Gartenbereich, dazu zwei Stühle und ein Tisch. Räumlich überschaubar, aber gut organisiert: viel Holz, indirektes Licht, ein großer Deckenventilator, eine Marshall-Bluetooth-Box, versteckte Steckdosen, ausreichend Stauraum, ein großes Fenster, das viel Tageslicht hereinließ. In den Pflegeprodukten verarbeitet das Haus die Linie iLoveEcoEssentials, die laut ESG-Bericht aus zertifizierten Naturkosmetik-Bestandteilen besteht. Die Flaschen sind nicht groß, die Inhalte halten lange.


Auf jeder Etage steht eine sogenannte Trust-Me-Bar mit Kaffee, Tee, Popcorn und Süßigkeiten – inklusive. Was darüber hinausgeht, wird auf Vertrauensbasis an der Rezeption abgerechnet. Eine Lösung, die ohne Schließsysteme und Sensoren auskommt und stattdessen darauf setzt, dass Gäste ihren Verbrauch selbst notieren. Im Alltag funktioniert das – und vermittelt nebenbei einen anderen Ton, als ihn Hotels mit gesperrten Minibars und durchgetakteten Snack-Sensoren anschlagen.
Wasserkreislauf in der Duschkabine
Konkret erlebbar wird der Datenanspruch der Gruppe im Bad – und das in jedem der 211 Zimmer des Bryggen Guldsmeden. Alle sind mit Duschen des schwedischen Herstellers Orbital Systems ausgestattet, einer Technologie, die ursprünglich für eine NASA-Marsmission entwickelt wurde und Duschwasser in einem geschlossenen Kreislauf reinigt. Der ESG-Bericht der Gruppe gibt eine Wasserersparnis von 60 bis 90 Prozent an, abhängig von der Duschdauer. Das System zieht zu Beginn etwa 2,7 Liter Frischwasser, erhitzt es auf 38 Grad Celsius und führt es im Kreis. Verunreinigte Anteile werden erkannt, ausgeschleust und durch frisches Wasser ersetzt.



In der Praxis fühlt sich das nach einer regulären Dusche an, wenn man sich vom kurzen Anlaufmoment nicht irritieren lässt. Nach dem Druck auf den zentralen Bedienknopf vergehen rund 30 Sekunden, in denen ein leises Brummen aus dem System dringt, bevor das Wasser zu fließen beginnt. Wer das nicht weiß, dreht reflexhaft am System und vermutet einen Defekt. Wer es weiß, gewöhnt sich nach der ersten Anwendung daran. Spürbar war der Unterschied zur klassischen Dusche kaum – der Wasserdruck war komfortabel, die Temperatur stabil.
Bei einer kommenden Erweiterung in Babette Guldsmeden sowie im für Sommer 2026 geplanten Belle Guldsmeden in Aarhus mit 211 Zimmern soll zusätzlich der sogenannte Orbital Tap zum Einsatz kommen – ein Wasserhahn, der Waschbeckenwasser aufbereitet und zur Toilettenspülung wiederverwendet.




Der Wasserverbrauch pro Gast lag im Geschäftsjahr 2024/2025 über alle fünf Kopenhagener Häuser bei 164 Litern und damit leicht über dem Vorjahreswert von 156 Litern. Die Gruppe führt den Anstieg auf höhere Auslastung sowie auf die Nutzung der Spa- und Pool-Bereiche zurück. Im Gegenzug sank der Energieverbrauch pro Gast von 19,34 auf 18,62 Kilowattstunden, die Quote der getrennt erfassten Abfälle stieg von 34,2 auf 39,1 Prozent. Bis 2030 strebt die Gruppe eine Sortierquote von über 60 Prozent an.
Frühstück, Restaurant und kleine Reibungspunkte
Wie im Manon les Suites ist im Bryggen Guldsmeden kein Frühstück im Zimmerpreis enthalten. Die Signature-Variante des Hauses – ein nahezu vollständig biologisches Buffet mit hausgemachtem Joghurt, Bauernbrot, dänischen Käsesorten und frischen Bio-Eiern – kostet 245 dänische Kronen pro Person. Kaffeespezialitäten wie Cappuccino oder Latte sind allerdings nicht enthalten, im Manon les Suites schon.


Wer morgens spät kommt, erlebt zudem ein voll besetztes Restaurant. Ein Blick auf die Öffnungszeiten lohnt sich – unter der Woche von 6:30 bis 10:30 Uhr, am Wochenende von 7:00 bis 11:00 Uhr. Und hier greift dann auch das Sprichwort, der frühe Vogel fängt den Wurm. Oder bekommt zumindest noch einen Platz und weniger Hektik zum Start in den Tag.

Abends nimmt das hauseigene Restaurant Sole Factory den Faden auf. Die Karte ist als kulinarische Reise um die Welt angelegt, mit Bio- und Fairtrade-Zutaten, gemischt zwischen kräftiger Würze und vertrauter Hausmannskost. Für zwei, drei Abende trägt das Konzept gut – vor allem da wir die Karte schon vom Manon les Suites kannten. Wer länger bleibt, sollte den Blick in die Umgebung richten oder lokale Lieferdienste nutzen – das Stadtteilumfeld in Islands Brygge mit seinen kleinen Cafés, Restaurants und Galerien gibt das her.
Von Dänemark in die ganze Welt…
Wie konsequent sich die Standards der Gruppe in andere Märkte übertragen lassen, zeigt sich am Berliner Standort Lulu Guldsmeden. Das 81-Zimmer-Haus an der Potsdamer Straße zwischen Tiergarten und Schöneberg arbeitet seit 2018 nach denselben Kriterien: GreenSign-zertifiziert, mit BIO-Zertifikat für 90 bis 100 Prozent biologische Lebensmittel, Restaurant Lu Liba mit mediterran-libanesischer Küche und einer Karte zu 100 Prozent aus organischen Zutaten. Im Detail müsste man es sich noch vor Ort ansehen.
Im Hintergrund läuft die Datenarbeit nach dem gleichen Muster. Die Gruppe hat ihre Hauptlieferung von Lebensmitteln auf einen Anbieter konzentriert und damit Transportwege reduziert. Lebensmittelabfälle werden über die Plattform FoodOp zweimal täglich erfasst und gehen, soweit vorhanden, an Daka Refood, das daraus Biokraftstoff produziert. Im vergangenen Jahr finanzierte Guldsmeden über die Erlöse aus dem dänischen Fahrradverleih ein Fußballevent für mehr als 700 Kinder.



Was wohl Berlin und Kopenhagen gleichermaßen sichtbar wird, ist ein Verständnis von Nachhaltigkeit, das ohne Inszenierung auskommt. Die Guldsmeden Hotels arbeiten mit Zahlen, mit auditierten Zertifikaten und mit Lieferantenstrukturen, die belegbar sind – und mit Details im Alltag, die zeigen, dass die Datenarbeit kein Selbstzweck bleibt. Nicht alles ist perfekt. Aber die Bereitschaft, Schwächen auszuweisen statt sie zu glätten, gehört zum gleichen Prinzip wie die offen ausgewiesene CO2-Spreizung zwischen den Häusern.

Damit fügt sich die Hotelgruppe in eine Stadt ein, in der Mobilität, Energieversorgung und Trinkwasserqualität ohnehin nicht als Sondermerkmal verhandelt werden, sondern als Infrastruktur. Wer in Kopenhagen mit dem Rad zur Arbeit fährt, in einer Wohnung mit Fernwärme schläft und sein Mineralwasser aus der Leitung trinkt, erlebt Nachhaltigkeit nicht als Verzicht, sondern als unsichtbare Normalität. Die Guldsmeden Hotels übersetzen dieses Prinzip in den Hospitality-Bereich – mit Daten, die Spielraum für Nachfragen offenlassen, aber nicht für Beliebigkeit.
Quelle: Elektroauto-News – Recherche vor Ort im April 2026 / Guldsmeden Hotels – ESG Report 2024/2025 / Guldsmeden Hotels – Sustainable Management Plan 2024 / Klappir – Sustainability Management Platform / Green Globe – Certification for Sustainable Tourism / Green Key – International Eco-Label for Tourism / DIF Get2Sport – Danmarks Idrætsforbund









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