Initiative macht sich für bidirektionales Laden stark

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Wolfgang Plank
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Die im Herbst 2021 gegründete „Initiative Bidirektionales Laden“ hat sich mit einem Positionspapier zu Wort gemeldet. Die insgesamt 17 Mitglieder wollen sich dafür einsetzen, die notwendigen Rahmenbedingungen voranzubringen, um das System für Unternehmen wie Verbraucher wirtschaftlich interessant zu machen. Die Initiative ist nach eigenen Angaben ein Zusammenschluss von Unternehmen der Automobil-, Energie- und Ladeinfrastrukturbranche, die von einer Parkhausgesellschaft, einem Software-Spezialisten sowie zwei Beratungshäusern flankiert werden.

Es geht uns darum, das bidirektionale Laden als einen wichtigen und entscheidenden Baustein der Energie- und Verkehrswende in Politik und Gesellschaft zu verankern und dann auch unternehmerisch umzusetzen„, sagt Marcus Fendt, Geschäftsführer von The Mobility House. Beim bidirektionalen Laden können Batterien von Elektrofahrzeugen sowohl be- als auch entladen werden. Im Verbund werden sie damit zu flexiblen Speichern für das Stromnetz und halten dieses bei den unterschiedlichen Anforderungen stabil.

Die Bundesregierung geht derzeit von mindestens 15 Millionen vollelektrischen Pkw bis 2030 aus. „Das ist ein immenses Potenzial für bidirektionales Laden“, sagt Ralf Klöpfer, Vorstandsmitglied der MVV Energie AG und einer der Mitinitiatoren der Initiative. Bei entsprechender Nutzung lasse sich die Dekarbonisierung von Wirtschaft und Gesellschaft weiter vorantreiben. Die Technologie befinde sich in einem fortgeschrittenem Entwicklungsstadium, so Martin Roemheld von der VW-Tochter elli, die sich ebenfalls an der Initiative beteiligt. Noch aber fehlten entsprechende Rahmenbedingungen, um das bidirektionale Laden für alle Beteiligten interessant zu machen.

Die Initiative spricht sich deshalb dafür aus, eine einheitliche Legaldefinition zu schaffen. Daneben müssten zeitlich befristete Förderprogramme für eine bidirektionale Ladeinfrastruktur aufgelegt werden. Diese sollten die zeitnahe Schaffung wettbewerbsfähiger Konditionen auf dem Markt zum Ziel haben. Des weiteren fordern die Beteiligten, die Steuerung von Verbrauchseinrichtungen weiterzuentwickeln sowie die Mindestgebotsgröße von fünf auf ein MW zu senken, um so Eintrittsbarrieren für mobile Speicher zu reduzieren. Dies müssten zudem mit stationären gleichgestellt werden, um eine drohende Doppelbelastung von als Speicher genutzten Elektrofahrzeugen zu verhindern.

Quelle: Initiative Bidirektionales Laden

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Wolfgang Plank

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Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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