In der aktuellen Podcast-Folge spreche ich mit Gianfranco Pizzuto – einem der frühen Pioniere der Elektromobilität in Europa. Er ist Gründer und CEO von Automobili Estrema sowie Chief Sales Officer bei XYTE Mobility. Seit 2007 bewegt er sich unternehmerisch in diesem Umfeld – mit allen Höhen und Tiefen, die eine junge Industrie mit sich bringt.
Sein Einstieg begann bei Fisker Automotive in Kalifornien. Gianfranco investierte eigenes Kapital in die frühe Phase, half beim Aufbau und brachte den Fisker Karma bis zur Produktion bei Valmet in Finnland. Doch technische Probleme und die Insolvenz des Batterieherstellers führten schließlich in die Chapter-11-Phase. Für ihn folgte eine Zeit der Neuorientierung – aber kein Abschied von der Elektromobilität.
Im Gegenteil: Mit dem elektrischen Fiat 500 als Grauimport brachte er eines der ersten alltagstauglichen E-Autos nach Deutschland, Österreich, die Schweiz und Italien. Sein Team entwickelte sogar eine größere Batterie samt Schnellladesystem, weil der Markt damals noch keine passenden Lösungen bot. Drei Jahre später war das Projekt wirtschaftlich überholt – der offizielle europäische 500er war schlicht das bessere Produkt. Auch das gehört zur Realität dieser Branche.
Was mich im Gespräch besonders beeindruckt hat, ist seine Konstanz. Gianfranco erzählt von 60-Kilo-Kabelkoffern im Kofferraum, von nächtlichen Ladeaktionen mit Verlängerungskabeln – und von seiner Begeisterung für das lautlose, direkte Fahrgefühl der ersten Prototypen. „Ich kann nur das verkaufen, was ich selber kaufen würde“, sagt er. Dieses Credo zieht sich durch seine gesamte Laufbahn.
Heute ist er mit XYTE Mobility im Bereich urbaner Mikromobilität aktiv. Der dreirädrige, vollelektrische L5e-Scooter mit Sicherheitszelle – konzeptionell vergleichbar mit einem geschützten City-Fahrzeug – soll vor allem Pendler in Großstädten ansprechen. Zwei Vorderräder, geschlossene Struktur, Nutzung ohne Helm und minimaler Platzbedarf. Ein Fahrzeug mit gut 200 Kilogramm Gewicht, das viermal auf einen klassischen Pkw-Stellplatz passt. Für Gianfranco ist klar: Elektromobilität ersetzt nicht eins zu eins den Verbrenner. Sie differenziert Mobilität neu. Mehr Systeme, mehr Flexibilität, weniger Besitz.
Auch beim Thema Energie denkt er systemisch. Photovoltaik auf dem Dach, Balkonkraftwerke, bidirektionales Laden – für ihn ist das keine Ideologie, sondern ökonomische Logik. Wenn Strom aus erneuerbaren Quellen für wenige Cent produziert werden kann, während an Schnellladesäulen bis zu ein Euro pro Kilowattstunde verlangt wird, läuft etwas strukturell falsch. „Zum Schluss rechnen die Menschen mit dem Portemonnaie in der Hand“, sagt er.
Seine Überzeugung ist klar: In zehn Jahren wird die Debatte um Verbrennerverbote irrelevant sein. Nicht aus politischen Gründen, sondern weil sich Elektromobilität wirtschaftlich durchsetzt. Nun aber genug der Vorworte – steigen wir direkt ein in das Gespräch.
Gerne kannst du mir Fragen zur E-Mobilität, die dich im Alltag beschäftigen, per Mail zukommen lassen. Die Antwort darauf könnte für andere Hörer des Podcasts ebenfalls von Interesse sein. Wie immer gilt: Über Kritik, Kommentare und Co. freue ich mich natürlich. Also gerne melden, auch für etwaige Themenvorschläge. Und über eine positive Bewertung beim Podcast-Anbieter deiner Wahl freue ich mich natürlich auch sehr! Danke.








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